Bangkok:
Der Gouverneur von Bangkok hat die sofortige Evakuierung von 27 Bezirken
entlang des Chao Phraya angeordnet. Er sagte weiterhin, dass es nun höchste
Zeit sei die Gebiete schnell zu verlassen, solange es noch möglich sein, da die
Armee später nicht in der Lage sei Millionen von Menschen zu retten. Es seien
1.743 Notunterkünfte für 800.000 Menschen eingerichtet.
Man solle nachts die Häuser nicht verlassen, da wieder eine Krokodilfarm
überflutet wurde und die Tiere die Gegend unsicher machen. Ausserdem wurde
vor Stromleitungen gewarnt, viele der mittlerweise 356 Todesopfer seien an
Stromschlägen gestorben.
Premierministerin Yingluck will nicht mehr ausschliessen, das auch die
Stadtzentren Sukhumwith, Central World etc, überflutet werden und die gesamte
Stadt bis zu einem Monat unter Wasser stehen könne.
Die Versorgungslage ist
inzwischen sehr angespannt, da in vielen Geschäften Trinkwasser und
Fertiggerichte ausverkauft sind. Die viel verbreiteten 7-Elven Stores haben kein
Wasser mehr und bekommen auch keine Lieferungen mehr. Ebenfalls knapp
sind Nudeln, Zucker, Snacks, und Toilettenpapier.
Ein Kanal der Bangkoker Wasserwerke wurde überschwemmt, es besteht die
Gefahr, dass das Trinkwasser verseucht wird.
Das Wasser dringt in den Bezirk
Don Mueang ein, der Flughafen, der momentan die Katastrophenzentrale und
ein grosses Evakuierungszentrum beherbergt, soll gerettet werden. Ebenfalls
betroffen ins das stromlose Evakuierungszentrum in der Thammasat
Universität. Dort befinden sich momentan 3.500 Evakuierte und 600 Angestellte,
die vom Wasser umzingelt sind und nur noch mit Versorgungsbooten erreicht
werden können. Das Evakierungszentrum soll nun evakuiert werden...
Armeechef General Prayuth sagte bei einer Krisensitzung, daß mittlerweile fast
40.000 Soldaten mit lebensrettenden Hilfsgütern, Wasser, Nahrung, Fahrzeugen
und Booten in allen vom Hochwasser betroffenen Provinzen im Einsatz sind.
Video Bangkok Bild
Yahoo News Video
ZDF Video 1
aus Bangkok
ZDF Video 2 aus
Bangkok
Nakhon Sawan
Das Wasser geht ein wenig zurück. Der Wasserstand ist in den letzten 2 Tagen
um ca. 5cm gesunken, was nur ein schwacher Trost ist, da ein Grossteil der
Stadt bis zu 2m unter Wasser steht.
Nakhon Sawan Video
Ayutthaya:
In einem Gewerbepark wurden 300 von den Wassermassen eingeschlossene
burmesische Hilfsarbeiter entdeckt. Sie hatten sich bei der ansteigenden Flut in
die oberen Etagen eines Gebäudes gerettet und waren tagelang ohne Hilfe von
aussen.
Der Festplattenhersteller Western Digital hat im Wasser sein Werk mit 37.000
Mitarbeitern verloren. Die Firma wurde innerhalb von kürzester Zeit geflutet und
viele Produktionsgeräte sind nun defekt. WD fertigt 60% seiner Festplatten in
dem Werk... ob und wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann ist
ungewiss. Auch Seagate ist indirekt betroffen. Man konnte zwar die
Produktionsstätten schützen, aber viele Zulieferer stehen unter Wasser. Man
rechnet mit stark steigenden Festplattenpreisen auf dem Weltmarkt.
NID: 57 vom: 24.10.2011 | |