Mae Ngat Somboon See - Chiang Mai
Mae Ngat Somboon Chon Stausee
Chiang Mais stille Idylle - Schwimmende Bambushütten & Hausboot-Restaurants
Der Stausee wurde erst 1985 fertiggestellt, wirkt heute aber wie ein natürlicher See, der schon immer da gewesen sein müsste. Boote gleiten gemächlich übers Wasser, schwimmende Bambushütten dienen als einfache Restaurants und Tages-Rückzugsorte, und irgendwo zwischen Bergen und Himmel verliert man erstaunlich schnell jedes Zeitgefühl.
Der Erdschüttdamm ist 59 Meter hoch und 1.950 Meter lang. Der dazugehörige Stausee erstreckt sich über eine Fläche von etwa 16 Quadratkilometern und kann bis zu 26,5 Millionen Kubikmeter Wasser speichern. Zwei Generatoren mit jeweils 4.500 Kilowatt erzeugen zusammen 9.000 Kilowatt Strom, was einer jährlichen Produktion von rund 24,5 Millionen Kilowattstunden entspricht.
Hier geht es leise zu. Kein Trubel, keine Busladungen voller Selfiesticks. Stattdessen: Wasser so weit das Auge reicht, bewaldete Hügel ringsum und diese fast schon meditative Ruhe, die man sonst eher aus Nationalparks kennt. Genau deshalb ist Mae Ngat bei Einheimischen beliebt – und bei Reisenden noch ein echter Geheimtipp.
🛖 Schwimmende Bambushütten & Hausboot-Restaurants
Das eigentliche Highlight am Mae Ngat Somboon Chon Reservoir sind nicht Staumauer oder Technik, sondern die schwimmenden Bambushütten auf dem See. Sie wirken improvisiert, sind aber erstaunlich stabil und durchdacht: große Bambusplattformen, darauf einfache Überdachungen, Sitzgelegenheiten, Matten, Hängematten – alles reduziert auf das Wesentliche. Luxus im klassischen Sinn gibt es hier nicht, dafür etwas viel Wertvolleres: Ruhe, Platz und Natur.Man erreicht diese Plattformen ausschließlich per Boot. Schon die kurze Fahrt über den See gehört zum Erlebnis: Wasser, Berge, Wind, sonst nichts. Angekommen, treibt die Hütte sanft auf der Oberfläche, festgemacht mit Seilen, aber gefühlt komplett losgelöst vom Alltag. Schuhe bleiben meist am Rand liegen, Handys verschwinden schnell in Taschen – Empfang ist Glückssache, WLAN praktisch nicht existent.
Viele der schwimmenden Plattformen dienen gleichzeitig als Hausboot-Restaurants. Die Speisekarten sind überschaubar, aber genau das ist Teil des Konzepts: frisch gegrillter Fisch aus dem Stausee, einfache Thai-Gerichte, kalte Getränke. Gegessen wird auf Bambusmatten, mit Blick aufs Wasser und die bewaldeten Hügel ringsum. Zwischen zwei Gängen springt man einfach ins Wasser, schwimmt ein paar Züge oder lässt die Beine baumeln. Wer es noch entspannter mag, hängt sich in die Hängematte, schaut in den Himmel oder döst mit dem leichten Schaukeln der Plattform. Zeit spielt hier keine Rolle – niemand drängt, niemand hetzt.
Familientag am Dam
🌳 Die berühmten Regenbäume im Wasser
Eine der ungewöhnlichsten – und fotogensten – Attraktionen sind mehrere riesige Regenbäume (Samanea saman), die mitten im Wasser stehen. Diese majestätischen Bäume gelten als rund 100 Jahre alt und waren also schon da, lange bevor der Stausee entstand. Seitdem stehen ihre Wurzeln und unteren Stammteile fast dauerhaft unter Wasser – ein botanisches Kuriosum.Dass diese Baumart eine jahrzehntelange Überstauung überlebt hat, ist erstaunlich. Normalerweise reagieren viele Bäume empfindlich auf dauerhaft nasse Wurzeln, doch Samanea saman scheint erstaunlich widerstandsfähig zu sein. Die breiten Kronen, die sich wie grüne Schirme über dem Wasser ausbreiten, machen die Szenerie fast surreal.
Vor allem bei thailändischen Besucherinnen sind die Bäume ein extrem beliebtes Fotomotiv. Die Kombination aus Wasser, Natur, Eleganz und Ruhe gilt als Sinnbild für Weiblichkeit, Harmonie und natürliche Schönheit. Entsprechend geduldig wird posiert, fotografiert und gefilmt – oft minutenlang, oft sehr stilvoll.
📸) Wat Ban Den
Wat Ban Den, offiziell Wat Den Sali Si Mueang Kaen, ist ein buddhistischer Tempelkomplex im Bezirk Mae Taeng, etwa 8 km westlich des Stausees. Er ist für seine imposante Architektur, kunstvoll geschnitzten Strukturen und farbenprächtigen Dekorationen bekannt und gilt als einer der größten und visuell eindrucksvollsten Tempel Nordthailands.Wat Ban Den kombiniert klassische Lanna-Architektur mit modernen Verzierungen. Die Gebäude sind reich an vergoldeten Holzschnitzereien, Drachenmotiven (Nāga) und Mosaikarbeiten. Der Haupttempel (Ubosot) ist von zahlreichen Chedis und Viharns umgeben, die verschiedene Tierkreiszeichen und buddhistische Symbole repräsentieren.
Wat Ban Den zieht Pilger aus ganz Thailand an, insbesondere aufgrund seiner 12 symbolischen Tierkreis-Chedis, die mit Glück und spirituellem Schutz assoziiert werden. Wat Ban Den ist kein alter Einsiedler-Tempel, sondern ein relativ moderner Prestige-Tempel, der in den letzten Jahrzehnten massiv ausgebaut wurde. Beliebt bei Thais, noch halbwegs unter dem Radar internationaler Touristen – was ihn umso angenehmer macht.
🏗️ Geschichte - Nutzen & königliche Initiative
Ursprünglich als Mae Ngud Dam bekannt, wurde der Staudamm im Rahmen einer königlichen Initiative errichtet, um die landwirtschaftliche Bewässerung im Mae-Ngud-Becken nachhaltig zu sichern. Die Bauarbeiten begannen 1977 unter der Leitung des Royal Irrigation Department und dauerten insgesamt neun Jahre. 1985 wurde das Projekt abgeschlossen. Am 22. Januar 1986 erhielt der Damm offiziell den Namen Mae Ngud Somboon Chon, wenig später eröffnete Seine Majestät der König die Anlage persönlich am 22. Februar 1986.Die Hauptaufgabe des Damms ist die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen. Direkt im Mae-Ngud-Becken profitieren rund 20.000 Rai auf der rechten und 10.000 Rai auf der linken Seite des Flusses. Darüber hinaus versorgt der Damm weitere 62.000 Rai landwirtschaftlicher Flächen in südlich gelegenen Gebieten wie Mae Faek und dem alten Mae-Ping-System. Ein weiterer wichtiger Effekt ist der Hochwasserschutz, insbesondere zur Entlastung des Mae-Ping-Beckens und zur Verringerung von Überschwemmungen in der Stadt Chiang Mai.
Neben Bewässerung und Energieerzeugung spielt der Stausee auch eine Rolle für die Binnenfischerei. Fischzucht und Fang bieten vielen Familien eine zusätzliche Einkommensquelle. Gleichzeitig hat sich der Mae Ngud Somboon Chon Dam zu einem beliebten Erholungsgebiet entwickelt. Besucher finden hier Unterkünfte, schwimmende Hausboot-Restaurants und ruhige Plätze zum Entspannen – ein Ort, der Technik, Natur und Lebensalltag auf bemerkenswerte Weise verbindet.
Lohnt es sich?
Für einen Tagesausflug lohnt sich die Fahrt: Bootstour über den See , der eher wie ein versteckter Naturpark wirkt als wie ein technisches Bauwerk, Fotostopps an der Staumauer, Picknick am Ufer, Besuch der schwimmenden Restaurants oder einfach nur Nichtstun mit Aussicht.Wer es aktiv mag, kann schwimmen, paddeln oder die umliegenden Hügel erkunden – alles ohne große Organisation.
Ob Bootstour, Mittagessen auf einer schwimmenden Plattform oder einfaches Treibenlassen: Mae Ngat ist kein Ort für To-do-Listen, sondern für Pausen. Wer Chiang Mai kennt, aber dessen leise Seite entdecken möchte, findet hier genau das.
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