40 Jahre verborgen & vergessen: Death Railway Bahnhof taucht auf - Reisenews Thailand
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17.06.2026

History  

40 Jahre verborgen & vergessen: Death Railway Bahnhof taucht auf

Spannender Fund in Thailand - Versunkene Bahn-Station erscheint im See

40 Jahre verborgen & vergessen: Death Railway Bahnhof taucht auf - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Manchmal schreibt die Geschichte ihre spannendsten Kapitel nicht in Archiven, sondern auf dem Grund eines Stausees. In der westthailändischen Provinz Kanchanaburi ist derzeit genau das passiert.

Aufgrund abgesenkter Wasserstände im Vajiralongkorn-Stausee und Wartungsarbeiten am Damm tauchte plötzlich ein Ort wieder auf, den jahrzehntelang niemand zu Gesicht bekommen hatte und die meisten Menschen vergessen hatten: die ehemalige Nithe-Station der berüchtigten „Death Railway“, der Todesbahn zwischen Thailand und Myanmar. Die Anlage lag mehr als 40 Jahre unter Wasser.

Was heute wie eine spektakuläre archäologische Entdeckung wirkt, ist zugleich die Erinnerung an eines der dunkelsten Kapitel des Zweiten Weltkriegs in Südostasien.

Ein Bahnhof kehrt aus der Vergangenheit zurück

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Die Nithe-Station war einst ein wichtiger Bahnhof entlang der rund 415 Kilometer langen Bahnstrecke, die das damalige Siam mit Burma verband. Die Strecke wurde 1942 und 1943 von den japanischen Besatzungstruppen errichtet, um Nachschub für ihre Armee zu transportieren.

Als in den 1980er Jahren der Vajiralongkorn-Damm gebaut und der Stausee geflutet wurde, verschwanden die Überreste des Bahnhofs unter Wasser. Nun wurde das Gelände durch die vorübergehende Absenkung des Wasserspiegels wieder sichtbar. Zu erkennen sind noch Teile der Gleisanlagen, Bahndämme und weitere Strukturen des einstigen Bahnhofs.

Historiker und Forscher sprechen von einer einmaligen Gelegenheit. Sobald die Wartungsarbeiten abgeschlossen sind und die Regenzeit den Stausee wieder füllt, dürfte die Station erneut in den Fluten verschwinden.

Die Todesbahn

40 Jahre verborgen & vergessen: Death Railway Bahnhof taucht auf - Spannender Fund in Thailand - Versunkene Bahn-Station erscheint im See Symbolfoto 1
Gebaut unter unmenschlichen Bedingungen. Die Bahnstrecke erhielt ihren düsteren Namen nicht ohne Grund.
Für den Bau wurden etwa 60.000 alliierte Kriegsgefangene sowie Hunderttausende asiatische Zwangsarbeiter eingesetzt. Sie mussten unter extremen Bedingungen arbeiten: tropische Krankheiten, Hunger, Misshandlungen, schwere körperliche Arbeit und kaum medizinische Versorgung gehörten zum Alltag.

Historiker gehen davon aus, dass mehr als 12.500 alliierte Kriegsgefangene und rund 75.000 asiatische Arbeiter beim Bau der Strecke ums Leben kamen. Die Bahn wurde damit zu einem Symbol für die Grausamkeiten des Krieges in Südostasien. Bekannt wurde die Strecke weltweit durch den Film „Die Brücke am Kwai“ und später durch zahlreiche Bücher, Dokumentationen und Filme.

Forscher arbeiten gegen die Zeit

40 Jahre verborgen & vergessen: Death Railway Bahnhof taucht auf - Spannender Fund in Thailand - Versunkene Bahn-Station erscheint im See Symbolfoto 3
Die überraschende Freilegung hat Historiker aus mehreren Ländern nach Kanchanaburi gelockt. Mithilfe alter Luftaufnahmen, historischer Karten und Metalldetektoren versuchen sie, möglichst viele Informationen über die Station und die umliegenden Lager zu sammeln. Dabei wurden bereits Eisenbahnteile, Befestigungen und weitere Relikte aus der Kriegszeit gefunden.

Besonders bewegend: Einige der Forscher haben persönliche Verbindungen zur Todesbahn. Angehörige ihrer Familien waren selbst Kriegsgefangene und arbeiteten einst an der Strecke.

Ein Mahnmal, das bald wieder verschwindet

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Für viele Besucher ist die wieder aufgetauchte Station weit mehr als eine historische Kuriosität. Sie erinnert an die Tausenden Menschen, die beim Bau der Strecke ihr Leben verloren haben.

Noch können Besucher die Überreste der Nithe-Station besichtigen. Doch die Zeit läuft. Mit dem Ende der Wartungsarbeiten am Damm und dem Beginn der Regenzeit wird der Stausee voraussichtlich wieder ansteigen. Dann wird der Bahnhof erneut dort verschwinden, wo er die letzten vier Jahrzehnte verbracht hat – auf dem Grund des Sees.

Vielleicht macht gerade das diesen Ort so besonders: Für kurze Zeit gibt die Natur ein Stück Geschichte frei, bevor sie es erneut unter Wasser begräbt.
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