28.07.2026
Bangkok
Bangkok rettet die Welt - ausländische Freelancer geschnappt
Großrazzia wegen fünf ausländischer Prostituierten auf Sukhumvit Soi 4
Nein – fünf ausländische Frauen, die auf Sukhumvit Soi 4 in Bangkok Touristen ihre Liebesdienste angeboten haben.
Nachdem entsprechende Videos in den sozialen Medien die Runde machten, rückten Polizei, Einwanderungsbehörde und sogar Beamte des Ministeriums für soziale Entwicklung gemeinsam an. Observation, Planung, koordinierter Zugriff – vermutlich fehlten nur noch ein Hubschrauber und ein Live-Ticker.
Am Ende wurden drei Vietnamesinnen, eine philippinische Transfrau und eine Frau aus Tansania im Alter zwischen 29 und 45 Jahren wegen Prostitution festgenommen. Interessant ist dabei vor allem, dass ausschließlich Ausländerinnen festgenommen wurden.
Denn jeder, der Sukhumvit Soi 4 kennt, weiß: Das Rotlicht- und Ausgehviertel gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Nachtleben-Hotspots Bangkoks. Dass dort ausschließlich fünf ausländische Frauen sexuelle Dienstleistungen angeboten haben sollen, dürfte wohl niemand ernsthaft glauben.
Der Fokus der Aktion lag deshalb offenbar weniger auf der Prostitution an sich, sondern vielmehr auf ausländischen Personen, die gegen Aufenthalts- und Einwanderungsbestimmungen sowie das Prostitutionsgesetz verstoßen haben sollen.
Abschiebung statt zweiter Chance
Nach der Festnahme wurden Bußgelder verhängt. Anschließend übernahm die Einwanderungsbehörde die Frauen, widerrief ihre Aufenthaltserlaubnis und leitete die Abschiebung ein. Zusätzlich landen alle fünf auf einer Blacklist, die ihnen eine erneute Einreise nach Thailand künftig verwehren soll. Damit dürfte ihre Karriere auf Bangkoks Bürgersteigen endgültig beendet sein.Bürokratie kann auch Thailand
Fast noch amüsanter ist allerdings der bürokratische Hintergrund.Monatelang beschäftigten sich verschiedene Behörden mit der Frage, wer überhaupt Bußgelder gegen Prostituierte verhängen darf. Das Sozialministerium wollte diese Aufgabe der Polizei übertragen.
Der Staatsrat antwortete sinngemäß: „Leider nicht so einfach.“
Also wurde erst einmal ein neues Kooperationsmodell zwischen Polizei, Sozialministerium und Immigration entwickelt. Denn selbstverständlich braucht es für fünf ausländische Straßenprostituierte die geballte Kraft mehrerer Behörden. Ob dadurch das älteste Gewerbe der Welt verschwindet?
Wahrscheinlich ungefähr genauso schnell, wie Bangkok seinen täglichen Stau loswird.
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