Bedrohung für Thailands Cannabis- und Hanfindustrie - Reisenews Thailand
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02.06.2024

Cannabis  

Bedrohung für Thailands Cannabis- und Hanfindustrie

Relisting als Betäubungsmittel könnte Milliardenverluste verursachen

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Die Hemp and Cannabis Industry Association in Thailand hat Alarm geschlagen über die mögliche Wiederaufnahme von Cannabis und Hanf als Betäubungsmittel durch die Regierung. Diese umstrittene Entscheidung könnte dazu führen, dass Betreiber in der Branche Verluste in Höhe von über 10 Milliarden Baht (ca. 256 Millionen EUR) bei ihren Investitionen erleiden.

CBD, oder Cannabidiol, eine medizinisch vorteilhafte Verbindung, die sowohl in Cannabis als auch in Hanf vorkommt, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Im ersten Quartal dieses Jahres stieg die Zahl der registrierten Produkte um 33 %. Diese umfassen eine breite Palette von Gütern, von Nahrungsergänzungsmitteln und Ölen bis hin zu Kosmetika.

„Wenn die Regierung Cannabis und Hanf erneut kriminalisiert, um Missbrauch zu unterdrücken, könnten Hersteller und Investoren dieser Produkte über 10 Milliarden Baht (ca. 256 Millionen EUR) an Investitionen verlieren“, erklärte der Präsident der Hemp and Cannabis Industry Association. Darüber hinaus drohe das Vertrauen der Investoren in zukünftige, von der Regierung geführte Projekte erheblich zu erschüttern.

Die vorgeschlagene Wiedereinstufung könnte auch die Hoffnungen von geschätzten einer Million Antragstellern, die sich darauf vorbereiten, ihre CBD-Produkte zu registrieren, zunichtemachen. Tossaporn fordert die Regierung auf, gemeinsam mit den Betreibern an einer Lösung zu arbeiten, die Cannabis und Hanf als neue wirtschaftliche Nutzpflanzen anerkennt und gleichzeitig den Drogenmissbrauch sowie die Nutzung durch Kinder kontrolliert.

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Tossaporn schlägt vor, dass die Regierung anstelle einer Kriminalisierung ein Cannabis- und Hanfgesetz verabschieden könnte, um den Gebrauch dieser Pflanzen zu moderieren. Das Gesetz sollte jedoch anerkennen, dass CBD-Produkte mit weniger als 0,2 % THC, die keine geistige Euphorie verursachen, nicht als Droge eingestuft werden sollten.
Verbraucher nehmen weniger potente CBD-Produkte oft als ineffektiv oder nutzlos wahr.

Cannabis wurde in Thailand nach der Legalisierung im Juni 2022 entkriminalisiert, doch die Unklarheiten über Nutzungsbedingungen und Besitzgrenzen sorgen weiterhin für Debatten.

Hintergrundinformationen zur aktuellen Lage
Nach der Legalisierung von Cannabis in Thailand im Juni 2022 wurde eine Vielzahl von Produkten auf den Markt gebracht, die den nicht psychoaktiven Bestandteil CBD enthalten. Diese Produkte sind in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Öle, Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika. Die Regierung hat jedoch Schwierigkeiten, klare Regeln für die Verwendung und den Besitz von Cannabis zu schaffen, was zu einer anhaltenden Unsicherheit geführt hat.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Cannabisindustrie sind erheblich, da viele Investoren auf das Potenzial dieser neuen Marktsegmente gesetzt haben. Eine erneute Kriminalisierung könnte nicht nur finanzielle Verluste verursachen, sondern auch das Wachstum und die Innovation in diesem Sektor stark beeinträchtigen.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Wiedereinstufung von Cannabis und Hanf als Betäubungsmittel sollen den Missbrauch und die Nutzung durch Minderjährige eindämmen. Gleichzeitig gibt es jedoch Bestrebungen, durch spezifische Gesetze eine kontrollierte und verantwortungsvolle Nutzung dieser Pflanzen zu ermöglichen.

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