Besorgniserregende Lage in Bangkok - Reisenews Thailand
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03.07.2021

Covid-19  

Besorgniserregende Lage in Bangkok

Covid breitet sich immer schneller aus, das Impfchaos auch.

Besorgniserregende Lage in Bangkok - Reisenews Thailand - Bild 1

Mit 6.087 Neuinfektionen am Freitag und 61 gemeldeten Todesfällen, hat Thailand erneut einen traurigen Rekord im Land aufgestellt. Vor allem in Bangkok breitet sich die Deltavariante immer schneller aus.

54.440 Menschen sind zur Zeit entweder in Klinken oder in Feldlazaretten untergebracht, von ihnen befinden sich 2.002 auf Intensivstationen und 579 weitere, die beatmet werden müssen. Die Inzidenz landesweit ist noch nicht besorgniserregend, aber liegt mit 53 höher als je zuvor. Besorgniserregend ist, dass der Grossteil der Infektionen in Bangkok entstehen und dass dort die Inzidenz bei rund 150-180 liegt, Tendenz stark steigend.

Schwierig, da es landesweit nur noch rund 500 freie Intensivplätze gibt und in Bangkok sogar schon mehrere Kliniken völlig ausgelastet sind. Das Gesundheitsministerium hat 144 neu ausgebildete Ärzte aus verschiedenen Provinzen mobilisiert, um bei der Versorgung der Patienten in Bangkok zu helfen, da es an medizinischem Personal mangelt. Zuerst fand mal eine Begrüßungsveranstaltung für die Ärzte statt, die sich auf Innere Medizin, Lungenheilkunde, Infektionskrankheiten und Intensivmedizin spezialisiert haben.

Patienten campieren inzwischen vor Kliniken in Bangkok

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Professor Thiravat, Spezialist für Innere Medizin und Neurologie des Ramathibodi-Klinikums, dokumentiert mit Bildern den Kampf von Menschen die auf ein Krankenhausbett zur Covid-Behandlung hoffen. Von ihm gemachte Bilder zeigen Schlangen von Menschen, die in Klinikbetten vor der Klink, auf den Ladeflächen von Pickups oder im Sitzen vor dem Krankenhaus warten um Hilfe bzw. eine Behandlung zu bekommen.


Er schreibt dazu, dass diese Menschen zumindest mit Favipiravir zum Mitnehmen versorgt werden sollten. Man könne auch den Patienten mit minimaler Symptomatik zumindest grünes Chiretta, Cannabisöl oder ein antivirales Medikament zur Bekämpfung des Virus geben.

Riesige Kliniken wie das Siriraj, das Vajira, das Ramathibodi oder das Klinikum der Thammasat University melden deas Ende aller Kapazitäten. Desweitern wird berichtet, dass andere Klinken die Covid-Tests einstellen mussten, weil ihnen die Betten ausgingen und sie nicht wüssten, wohin mit den neuinfizierten Patienten.Obwohl die Regierung behauptete sicherzustellen, dass es während der dritten Ausbruchswelle genügend Betten für schwer betroffene Patienten gibt, gibt es viele Beschwerden von Menschen, die für sich oder ihre Angehörigen kein Bett in Krankenhäusern finden können.

Heute Morgen beendete ein 84-jähriger Mann sein Leben, indem er von einem dreistöckigen Geschäftshaus im Bangkoker Stadtteil Ratchathewi sprang, nachdem seine 57-jährige Tochter, die Berichten zufolge kein Bett in einem Krankenhaus finden konnte, an COVID-19 gestorben war. Die Polizei fand heute Morgen ihre Leiche im Bett im Haus.



Impfchaos hausgemacht

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Momentan werden durchschnittlich zwischen 250.000 und 300.000 Impfdosen an den Wochentagen und rund 85.000 an den Wochenendtagen verabreicht. Das macht rund 1.520.000 Impfungen pro Woche, bei einer geplanten Impfquote von 70% dauern die Impfungen noch rund 54 Wochen, sollte das Impftempo nicht deutlich anziehen. Sonst wäre das Ziel, was auch für die touristische Öffnung des Landes unabdingbar ist, erst Ende Juli 2022.

Währenddessen reduziert AstraZeneca Thailand die geplanten monatlichen Impfstofflieferungen von 10 auf 5 Millionen. In einer Ankündigung, die viele nicht überraschen dürfte, gab ein hochrangiger Beamter des Gesundheitswesens heute bekannt, dass die vorausgesagten 10 Millionen Impfdosen von AstraZeneca aus thailänischer Produktion, die pro Monat in Thailand verteilt werden sollten, nicht erreichbar sind. Die Senkung um 40 bis 50 % erfolgt, da die Produktionsanlagen des königlichen Unternehmens Siam Bioscience nicht in der Lage sind, den Produktionsbedarf für die inländische Verteilung und die versprochenen internationalen Exporte zu decken.

Auch der geplante Vertrag mit Moderna ist offensichtlich in die Hose gegangen. Ein angeblich augearbeiteter Vertrag konnte nicht abgeschlossen werden. Diesen hatte die GPO (ebenso angeblich) dem Büro des Generalstaatsanwalts zur Prüfung vorgelegt. Das Büro des Generalstaatsanwalts (OAG) hätte allerdings nie einen Vertragsentwurf für die Beschaffung des von Moderna hergestellten Impfstoffs COVID-19 zur Prüfung erhalten, sagte Prayuth Petchkhun, der stellvertretende Sprecher des OAG.
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Ramathibodi-Hospital Bangkok

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