Bienenattacke in Pattaya: 17 Verletzte nach Angriff eines riesigen Schwarms - Reisenews Thailand
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21.08.2026

Pattaya  

Bienenattacke in Pattaya: 17 Verletzte nach Angriff eines riesigen Schwarms

Ein 1 Meter großes Nest über den Köpfen • Bienenalarm in Bang Lamung

Bienenattacke in Pattaya: 17 Verletzte nach Angriff eines riesigen Schwarms - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Hunderte Riesenhonigbienen attackieren Schüler, Passanten und einen Polizisten
Noralerweise gehören Bienen in Thailand eher zu den nützlichen und vergleichsweise friedlichen Vertretern der Tierwelt. Was sich am Donnerstagvormittag in Bang Lamung bei Pattaya abspielte, hatte mit gemütlichem Summen zwischen Blüten allerdings nicht mehr besonders viel zu tun.

Ein aufgeschreckter Schwarm der Riesenhonigbiene (Apis dorsata) ging am 20. August nahe einem Behördenkomplex auf Menschen los. Am Ende mussten 17 Verletzte behandelt werden, darunter 13 Schülerinnen und Schüler sowie vier Erwachsene. Eine 71-jährige Essensverkäuferin wurde besonders schwer getroffen: Sie soll von ungefähr 100 Bienen gestochen worden sein.

Gegen 10:20 Uhr wurden die Rettungskräfte der Sawang Boriboon Foundation alarmiert. Der Einsatzort lag in einem belebten Bereich unweit der Polizeistation Bang Lamung, des Bezirksamtes und einer Schule.

Bienenattacke in Pattaya: 17 Verletzte nach Angriff eines riesigen Schwarms - Ein 1 Meter großes Nest über den Köpfen • Bienenalarm in Bang Lamung Symbolfoto 2
Als die ersten Helfer eintrafen, warteten bereits zehn Verletzte in der Nähe einiger Essens- und Getränkestände auf medizinische Hilfe. Mehrere Menschen zeigten deutliche Schwellungen durch die Stiche. Sie wurden zunächst vor Ort versorgt und anschließend ins Pattaya Patmakun Hospital gebracht. Später erhöhte sich die Zahl der Verletzten auf 17.

Auslöser des Zwischenfalls könnte ausgerechnet die Zubereitung eines Grillhähnchens gewesen sein. Nach Aussage einer 58-jährigen Verkäuferin hatte ihre 71-jährige Kollegin Onanong gerade ein Feuer zum Grillen angezündet. Über den Verkaufsständen befindet sich ein großer Regenbaum, hoch oben in dessen Krone ein gewaltiges Bienennest hing.

Zunächst flogen nur einige Bienen um die Frau herum. Doch innerhalb von weniger als zwei Minuten soll sich die Situation dramatisch verändert haben: Hunderte Bienen stürzten sich auf Onanong. Die 71-Jährige hatte kaum eine Chance, sich vor der Masse der Tiere zu schützen.

Bienenattacke in Pattaya: 17 Verletzte nach Angriff eines riesigen Schwarms - Ein 1 Meter großes Nest über den Köpfen • Bienenalarm in Bang Lamung Symbolfoto 3
Der stellvertretende Ermittlungsinspektor der Bang Lamung Police Station, Police Captain Ratchaphon Seniwong Na Ayutthaya, bemerkte den Angriff und eilte der Frau zu Hilfe. Er versuchte zunächst, sie aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich zu ziehen. Dabei geriet er jedoch selbst ins Visier des Schwarms, wurde mehrfach gestochen und stürzte zu Boden. Trotzdem gab er nicht auf. Schließlich griff der Polizist zu einem Feuerlöscher und versuchte mit dessen Inhalt, die Bienen von der schwer attackierten Verkäuferin zu vertreiben.

Doch inzwischen hatte sich der Angriff längst über den unmittelbaren Bereich des Verkaufsstandes hinaus ausgebreitet. Auch Passanten wurden attackiert – und besonders unglücklich traf es eine Gruppe von Schülern. Wegen eines Stromausfalls war der Unterricht ausgesetzt worden, sodass zahlreiche Kinder und Jugendliche gerade auf dem Heimweg waren. 13 Schüler gerieten dabei in den Schwarm und wurden gestochen.

Ein Nest von ungefähr einem Quadratmeter

Bei der anschließenden Untersuchung des Baumes zeigte sich, mit welcher Größenordnung man es zu tun hatte. Hoch oben im Regenbaum befand sich ein großes, frei hängendes Bienennest von ungefähr einem mal einem Meter.

Bienenattacke in Pattaya: 17 Verletzte nach Angriff eines riesigen Schwarms - Ein 1 Meter großes Nest über den Köpfen • Bienenalarm in Bang Lamung Symbolfoto 1
Das passt durchaus zur Lebensweise von Apis dorsata. Anders als die uns vertraute Europäische Honigbiene lebt die Riesenhonigbiene nicht in geschützten Höhlen oder klassischen Bienenstöcken. Sie baut eine einzige große, offen hängende Wabe, häufig hoch in Bäumen oder an Felswänden. Solche Waben können tatsächlich ungefähr einen Meter breit werden.

Mitarbeiter des Katastrophenschutzes rückten schließlich mit einer Hubarbeitsbühne an, um das Nest in der Baumkrone zu erreichen. Nach thailändischen Medienberichten wurde es anschließend verbrannt. Anwohner berichteten, dass es in diesem Bereich bereits früher einen Bienenangriff gegeben habe, damals allerdings mit deutlich weniger dramatischen Folgen.

Riesen-Honigbiene • Apis dorsata

Dass ein Angriff dieser Größenordnung überhaupt möglich ist, hängt mit einer Besonderheit der Riesenhonigbiene Apis dorsata zusammen. Die Art ist in Süd- und Südostasien weit verbreitet und kommt auch in Thailand vor. Sie gehört zu den größten Honigbienen der Welt und bildet große Kolonien. Ihre frei zugänglichen Nester müssen die Tiere ohne den Schutz einer Baumhöhle verteidigen – und darin sind sie ausgesprochen gut.

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Die FAO beschreibt Apis dorsata als Art mit einer sehr ausgeprägten kollektiven Nestverteidigung. Ein großer Anteil der Arbeiterinnen bildet regelrecht einen lebenden Schutzvorhang über der Wabe. Wird die Kolonie stark gestört und geht zum Angriff über, können die Verteidiger einen vermeintlichen Angreifer auch über größere Entfernungen verfolgen.

Dabei verfügen die Tiere über eine faszinierende Vorwarnstufe. Tausende Bienen können auf der Oberfläche ihrer riesigen Wabe koordinierte Bewegungswellen erzeugen, das sogenannte „Shimmering“. Es sieht ein wenig wie eine La-Ola-Welle aus und dient unter anderem dazu, potenzielle Angreifer wie Wespen abzuschrecken.

Funktioniert die Abschreckung nicht oder wird das Nest unmittelbar bedroht, kann aus dieser beeindruckenden Naturshow allerdings sehr schnell ernsthafte Verteidigung werden. Nicht „böse“ – sondern kompromisslos bei der Nestverteidigung

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Die Bezeichnung der Riesenhonigbiene als grundsätzlich „bösartig“ oder als asiatische Killerbiene wäre dennoch irreführend. Sie fliegt nicht durch Pattaya auf der Suche nach Menschen, die sie stechen könnte. Problematisch wird es vor allem, wenn sich Menschen einem Nest nähern oder die Kolonie durch Rauch, Feuer, Erschütterungen oder andere Einwirkungen alarmiert wird. Bei einer großen Kolonie können dann nicht nur einzelne Tiere reagieren, sondern sehr viele gleichzeitig. Und genau darin liegt die Gefahr.

Ein einzelner Bienenstich ist für die meisten Menschen zwar unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich. Dutzende oder gar etwa hundert Stiche sind jedoch eine völlig andere Situation. Hinzu kommt das Risiko einer schweren allergischen Reaktion, die bereits nach einem einzigen Stich auftreten kann.

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Bei einem Massenangriff sollte man deshalb nicht versuchen, wild um sich zu schlagen oder sich gegen den Schwarm zu „verteidigen“. Entscheidend ist, möglichst schnell Abstand vom Nest zu gewinnen, Gesicht und Augen zu schützen und einen geschlossenen Raum oder ein Fahrzeug aufzusuchen. Bei zahlreichen Stichen, Atemproblemen, Schwindel, starken Schwellungen oder anderen deutlichen Beschwerden ist medizinische Hilfe erforderlich.

Für 17 Menschen endete der Donnerstagvormittag deshalb statt beim Essen, in der Schule oder im Büro mit Erstversorgung und Krankenhaus. Und für die 71-jährige Grillverkäuferin Onanong wurde aus einem ganz normalen Arbeitstag innerhalb von weniger als zwei Minuten ein lebensgefährlicher Kampf gegen Hunderte ziemlich entschlossene kleine Verteidiger.

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