Cannabis verursacht hektisches Chaos - in der Regierung - Reisenews Thailand
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21.06.2022

Wirtschaft  

Cannabis verursacht hektisches Chaos - in der Regierung

In 10 Tagen vom Antidrogen-Staat zum Kifferparadies?

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Die thailändischen Behörden haben weiterhin gezeigt, dass sie die Folgen der Änderung der Marihuana-Gesetze, die zum 09.Juni in Kraft getreten sind, nicht vollständig durchdacht haben. Zu sagen, dass sie auf dem falschen Fuß erwischt wurden - und von der Reaktion der Öffentlichkeit überrascht wurden - wäre eine kolossale Untertreibung.

Nun warnte der Premierminister Phrayut neue Konsumenten davor, Gras zu rauchen, während sein Ausschuss, der sich mit den Details der Gesetzesänderungen befasst, vorschlug, den Thais den Anbau von mehr Pflanzen zu erlauben, als bisher zugelassen.

Die Streichung von Marihuana und Hanf von der Liste der Betäubungsmittel der Klasse 5 trat am 9. Juni in Kraft, nach einer dreimonatigen Wartezeit, in der nur wenige wussten, was tatsächlich passieren würde. Dann öffneten sich die Schleusen.

Innerhalb weniger Tage hatten sich bereits fast eine Million Thais für den Anbau als Freizeit-Pot-Farmer registriert und holten ihre bereits gedeihenden Pflanzen aus dem Schatten. Überall tauchten sogenannte „Cannabis-Apotheken“ auf, denn die ursprüngliche Idee war ja, Cannabisprodukte für medizinische Anwendungen zuzulassen. Man hat, nachdem Cannabis von der Liste der verbotenen Substanzen gestrichen wurde, schnell neue Verordnungen erlassen, die den THC Gehalt auf 0,2% limitiert, allerdings nur für Produkte, in denen Cannabis enthalten ist, nicht aber für das Cannabis selbst.

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Viele Touristen und Konsumenten grinsten sich einen, ob der kleinen Unbedachtheiten in der Gesetzgebung, denn de facto hat man damit eine vollständige Freigabe zum Konsum beliebiger Mengen Gras legitimiert. Die kleinen Einschränkungen, dass Weed nicht an Schwangere, stillende Mütter, nicht an unter 20-Jährige und nicht in Schulen verkauft werden darf, oder dass das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten ist, ändert nichts an der Tatsache, dass Thailand nun ein Paradies für Kiffer ist.

Die thailändische sensationslüsterne und staatsfreundliche Presse hat dann einige Märchen bezüglich der schrecklichen Gefahr, die von Marijuana ausgeht, lanciert. Es wurde von Todesopfern berichtet, von Männern die sich, beeinflusst von Cannabis, ihren Penis abschneiden, von fürchterlichen Gefahren durch Überdosierungen, natürlich ohne jeglichen Beleg oder wissenschaftliche Grundlage. Eine kurze Recherche hätte genügt, um festzustellen, dass es weltweit noch nie ein Todesopfer durch den Konsum von überhöhten Mengen an Cannabis gab. Ausser vielleicht durch übermütige Handlungen nach dem Konsum.




Video at Thai weed festival
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Nun spriessen die Ganja-Shops oder wie sie offiziell heissen „Cannabis-Apotheken“ wie Pilze aus dem Boden und die ersten Lieferdienste spezialisieren sich auf die Haustürlieferung, damit die Konsumenten gut versorgt sind und die Kassen klingeln. Und dieses Klingeln der Kassen war ja der Grund der Legalisierung. Die Touristenzahlen steigen und wir vermuten, dass einigen der nun ankommenden Gäste, der freie Umgang mit dem Spasskraut ihre Entscheidung, Thailand als Reiseziel zu wählen, erleichterte.

Die Leute sprechen alle darüber, was in Thailand vor sich geht und fragen nach Reisen in das Land und das trotz der irrsinnigen Preise - sowohl für Thailandreisen, als auch das Marihuana, dass zurzeit für rund 700 Baht pro Gramm verkauft wird. Und es wird erwartet, dass die Preise steigen werden, da die Vorräte schwinden, bevor die Millionen Pflanzen erntefähig sind und dann die Preise sinken werden. Das momentan verkaufte Ganja kann ja kaum legal angebaut worden sein…


Video Hanfpflanzen in der Gärtnerei
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In der vergangenen Woche hatte der Premierminister dem Gesundheitsminster alles in die Schuhe geschoben und gesagt, es sei sein Baby; es war ein zentraler Punkt im Wahlprogramm seiner Bhumjaithai-Partei bei den letzten Wahlen 2019. Es noch viel getan werden, um ein klares Regelwerk und Gesetze zu erlassen, aber seine wichtigste Botschaft lautete: "Wenn Sie noch nie geraucht haben, versuchen Sie es jetzt nicht".

Dies stand in krassem Gegensatz zu Panthep Phuaphongphan, dem Sprecher des Parlamentsausschusses zur Änderung des Cannabisgesetzes. Er sagte, man werde vorschlagen, dass jeder Haushalt bis zu zehn Pflanzen anbauen dürfe, anstelle der 6 Stauden, die bisher angebaut werden dürfen. Der Grund dafür sei, dass die Menschen dann mehr Geld verdienen könnten und die Wirtschaft besser laufen würde. Wie sagte schon der Schauspieler Morgan Freeman? "„Never give up the ganja“
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