Chiang Ma - 72 Tiger in thailändischem Park durch Virus verendet  - Reisenews Thailand
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23.02.2026

Chiang Ma - 72 Tiger in thailändischem Park durch Virus verendet

Debatte über Tiger-Tierparks flammt erneut auf - Berechtigt!

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In einem privaten Tigerpark in der Provinz Chiang Mai sind 72 Tiger infolge einer Virusinfektion verendet. Nach Angaben lokaler Behörden breitete sich die Erkrankung innerhalb weniger Wochen in mehreren Gehegen aus. Tierärzte sprechen von einem hoch ansteckenden Virus, das insbesondere bei Jungtieren schwere Verläufe verursacht haben soll. Die genaue virologische Analyse läuft noch, erste Berichte deuten jedoch auf eine aggressive Infektionsdynamik in dichter Tierhaltung hin.

Der betroffene Park hielt eine größere Anzahl von Tigern in umzäunten Anlagen, darunter auch Jungtiere, die regelmäßig Besuchern präsentiert wurden. Nach Bekanntwerden der Todesfälle wurden Teile der Anlage geschlossen. Veterinärbehörden ordneten Quarantänemaßnahmen, Desinfektion und die Überprüfung der Haltungsbedingungen an. Weitere Todesfälle sollen bislang verhindert worden sein, die Situation bleibt jedoch angespannt.


Hohe Bestandsdichte als Risikofaktor

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Fachleute weisen darauf hin, dass Virusausbrüche in Einrichtungen mit hoher Tierdichte besonders schnell eskalieren können. Enge Gehege, häufiger Tierkontakt und Stress begünstigen die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Anders als in freier Wildbahn fehlt in solchen Anlagen die natürliche Distanz zwischen Individuen, die die Übertragung verlangsamen würde.

Die Ereignisse werfen erneut Fragen zur Praxis sogenannter „Tiger-Erlebnisparks“ auf, in denen Besucher gegen Gebühr mit Großkatzen posieren oder sie streicheln können. Thailand ist seit Jahren ein Hotspot für solche Angebote, insbesondere im Norden des Landes.


Kritischer Blick auf Tiger-Streichelzoos

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Tierschutzorganisationen kritisieren seit Langem, dass Tiger-Streichelzoos primär touristischen Interessen dienen und nicht dem Artenschutz. Jungtiere werden häufig gezielt nachgezüchtet, um möglichst lange „fototauglich“ zu bleiben. Sobald sie ausgewachsen sind, verlieren sie für das Geschäftsmodell an Attraktivität – ihre Unterbringung wird kostspieliger und komplizierter.

Hinzu kommt die Frage nach Tierwohl und Biosicherheit. Der enge Kontakt zwischen Menschen und Wildtieren erhöht nicht nur den Stress für die Tiere, sondern kann auch Krankheitsübertragungen begünstigen – in beide Richtungen. Der aktuelle Virusausbruch verstärkt die Kritik, dass wirtschaftlicher Druck und hohe Besucherzahlen nicht mit den biologischen Bedürfnissen von Großkatzen vereinbar sind.


Unfälle in Tigerparks – das kalkulierte Restrisiko

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Neben Krankheitsausbrüchen geraten Tigerparks immer wieder durch Unfälle in die Schlagzeilen. Auch wenn Betreiber gern von „zahmen“ oder „an Menschen gewöhnten“ Tieren sprechen, bleibt ein Tiger ein mehrere hundert Kilogramm schweres Raubtier mit Instinkten, die sich nicht wegtrainieren lassen. Immer wieder kommt es zu Bissverletzungen, Kratzattacken oder plötzlichen Zwischenfällen bei Fotosessions.

In den meisten Fällen werden solche Vorfälle als „Missverständnisse“ oder „unvorhersehbare Reaktionen“ dargestellt – doch sie sind letztlich Teil eines Systems, das auf unmittelbare Nähe zwischen Mensch und Wildtier setzt. Selbst wenn schwere Verletzungen selten sind, zeigt jeder einzelne Zwischenfall, wie schmal der Grat zwischen touristischer Inszenierung und realer Gefahr ist. Die Kombination aus Stress, Hitze, Lärm und ständig wechselnden Besuchern erhöht das Risiko zusätzlich – für Tiere ebenso wie für Menschen.


Zwischen Tourismus und Verantwortung

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Tiger gelten als nationales Symbol und sind zugleich eine stark bedrohte Art. Während offizielle Programme in Thailand den Schutz wilder Populationen unterstützen, existiert parallel ein kommerzielles System privater Parks, das mit dem Bild des „zahmen Tigers“ wirbt.

Der Tod von 72 Tieren dürfte die Diskussion über Regulierung, Kontrollen und langfristige Konzepte neu entfachen. Experten fordern strengere Standards, unabhängige veterinärmedizinische Aufsicht und ein Ende direkter Interaktionen zwischen Besuchern und Großkatzen.

Ob die Tragödie in Chiang Mai zu strukturellen Veränderungen führt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Wenn ein Virus innerhalb kurzer Zeit Dutzende Tiere dahinrafft, ist das nicht nur ein medizinisches Problem – sondern auch ein Hinweis auf ein System, das seine Grenzen weit überschritten hat.


Bitte an unsere Leser & Freunde

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Wenn euch Tiere und Thailand wirklich am Herzen liegen, dann besucht bitte keine Tiger-Streichelzoos, keine fragwürdigen Elefantencamps und keine Shows, in denen Wildtiere Kunststücke vorführen müssen.

So lange es Nachfrage gibt, wird das Geschäftsmodell weiterbestehen – egal wie problematisch die Haltungsbedingungen sind. Jeder gekaufte Eintritt, jedes Selfie mit einem sedierten Jungtier ist am Ende eine Stimme für dieses System.

Thailand bietet großartige Möglichkeiten, Tiere verantwortungsvoll zu erleben: in Nationalparks, in seriösen Schutzprojekten oder bei Beobachtungen in freier Natur mit respektvollem Abstand. Euer Reisebudget entscheidet mit, welche Art von Tourismus Zukunft hat.


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