25.08.2025
Verkehr
Chiang Rai Milliardenprojekt für Flughafen und Luftfahrtindustrie
Chiang Rai in Thailands Norden auf dem Weg zur „Air Metropolis“?
Die staatliche Betreibergesellschaft Airports of Thailand (AoT) hat den Expansionsplänen offiziell zugestimmt. Kernstück des Vorhabens ist der Bau eines komplett neuen Passagierterminals. Damit soll die Abfertigungskapazität von derzeit 1,9 Millionen auf bis zu 6 Millionen Fluggäste pro Jahr erhöht werden. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2032 vorgesehen.
Laut Flughafenleiter Squadron Leader Somchanok Thiemthiabrat ist die Erweiterung ein entscheidender Baustein für die Entwicklung der gesamten Provinz: „Um das Ziel von sieben Millionen Passagieren in den nächsten sieben Jahren zu erreichen, braucht es die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.“
Neben dem Terminal entsteht auf dem 753 Rai (ca. 120 Hektar) großen Flughafengelände ein spezielles Areal für ein Maintenance, Repair and Overhaul (MRO)-Zentrum. Rund 50 Rai (ca. 8 Hektar) sind für diesen neuen Wartungs- und Reparaturkomplex reserviert. Dieses MRO-Projekt gilt als strategisch besonders bedeutsam. Thailand will sich damit international als Wettbewerber im Luftfahrtsektor positionieren – ein Feld, das bisher stark von Singapur dominiert wird.
Somchanok betont, dass die Einrichtung nicht nur einfache Wartungen abdecken, sondern komplette Serviceketten von Inspektionen über Reparaturen bis hin zu Montage und Demontage von Flugzeugen anbieten soll. Mit seiner geografischen Lage zwischen China und Südostasien sowie vergleichsweise niedrigen Kosten sieht sich Thailand hier klar im Vorteil.
Hintergrund dieser Investition ist auch der rapide wachsende Flugverkehr in China, das kurz davorsteht, größter Lufttransportmarkt der Welt zu werden. Chiang Rai könnte so zur Drehscheibe für internationale Airlines werden, die dort ihre Maschinen warten lassen und gleichzeitig die wachsende Zahl chinesischer Touristen und Geschäftsreisender bedienen. Das MRO-Vorhaben hat bereits die notwendige Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen. Der Baubeginn soll in Kürze erfolgen.
Die Doppelstrategie – Ausbau des Passagierterminals und Einrichtung des MRO-Komplexes – ist Teil einer umfassenderen Vision der AoT. Chiang Rai soll sich zu einer „Air Metropolis“ entwickeln: einem regionalen Luftfahrtknotenpunkt, der nicht nur Tourismus, sondern auch Logistik, Transportwesen und wirtschaftliche Entwicklung beflügelt.
Somchanok fasst die Dimension des Projekts zusammen: „Es geht hier um mehr als nur um Urlauber. Wir schaffen die Grundlagen dafür, dass Chiang Rai zu einem echten Zentrum der Luftfahrt und Wirtschaft in Nordthailand aufsteigen kann.“
Quellen: The Nation, AoT
Kommentar der Redaktion
Für 5,7 Milliarden Baht (ca. 145 Mio. EUR) will Thailand den Flughafen Mae Fah Luang in Chiang Rai zu einem internationalen Drehkreuz hochrüsten. Ein neues Terminal soll die Kapazität von heute 1,9 auf 6 Millionen Passagiere steigern, dazu kommt ein eigenes MRO-Zentrum für Wartung und Reparatur von Flugzeugen – Konkurrenz zu Singapur lässt grüßen. Fertig sein soll alles 2032.Die Vision klingt imposant: Chiang Rai als „Air Metropolis“, die Tourismus, Logistik und Luftfahrtindustrie gleichermaßen antreibt. Doch die Realität sieht weniger glamourös aus. Denn das Konzept setzt klar auf wachsende chinesische Passagierzahlen – nur sind diese seit über einem Jahr deutlich rückläufig. Gründe: Chinas Wirtschaftssorgen, Sicherheitsbedenken und Abwanderung der Reisenden in Richtung Japan oder Südkorea.
Damit droht das Milliardenprojekt zum Potemkinschen Terminal zu werden: glänzende Hallen ohne Fluggäste. Natürlich können Infrastrukturprojekte langfristig Wachstum fördern, doch Chiang Rai steht vor dem Risiko, viel Geld für Kapazitäten auszugeben, die am Ende leer bleiben.
Kurzum: Eine „Air Metropolis“ klingt nach großer Zukunft. Ohne die erhofften chinesischen Touristen könnte sie jedoch zur teuersten Geisterstadt mit Startbahn im Norden Thailands werden.
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