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24.01.2026

Phuket  

Deutscher macht langsamsten Griff in die Kasse

Tränen im Verhör & Bonus-Beichte: Die Sache mit den Hausschuhen

Deutscher macht langsamsten Griff in die Kasse - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Man kennt das ja: Man gönnt sich im Urlaub eine Massage, will entspannen, runterkommen, die Chakren sortieren lassen – und endet dann doch wieder in einem klassischen Touristenprogramm. Nur halt nicht „Longtailboat und Inselhopping“, sondern „Diebstahl, Viral-Video, Polizei und Tränen im Verhör“. Willkommen in Phuket.

In einem Spa in der Altstadt von Phuket, dem THAN Spa & Massage an der Ranong Road (Talat Nuea), hat ein deutscher Tourist gezeigt, wie man sich innerhalb weniger Minuten vom Massagekunden zum Hauptdarsteller einer sehr unangenehmen CCTV-Serie entwickelt. Der Vorfall ereignete sich am Dienstag gegen 17 Uhr. Der Mann war nicht allein unterwegs, sondern kam mit zwei Begleitern – vermutlich dachte er, das verleiht der Aktion etwas Gruppendynamik. Oder moralische Rückendeckung. Oder einfach nur Zeugen. Man weiß es nicht.

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Die Überwachungskamera hielt jedenfalls sehr sauber fest, wie der Mann wartete, bis die Mitarbeiterin am Empfang kurz weg war. Dann öffnete er langsam die Kassenschublade – in dem Tempo, in dem sonst Leute versuchen, heimlich nachts am Kühlschrank eine Chipstüte aufzumachen – und nahm sich zwei 1.000-Baht-Scheine heraus. Kurz und effizient: 2.000 Baht, also etwa 50–55 Euro. Kein Jackpot, aber offenbar genug, um dafür eine internationale Blamage einzusammeln.

Als die Empfangskraft zurückkam, startete der Mann noch eine kleine Ablenkungsnummer und fragte demonstrativ nach Produkten, die im Spa ausgestellt waren. Währenddessen blieb die Kassenschublade halb offen – eine Art „Tatort-Deko“, die vermutlich sogar einem müden Goldfisch aufgefallen wäre. Der Diebstahl wurde jedoch erst später bemerkt, als die fehlenden Scheine auffielen.

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Doch damit begann erst der wirklich unangenehme Teil der Geschichte: Das Spa reagierte nicht mit Schulterzucken oder „Ach, passiert halt“, sondern mit einer ziemlich effektiven modernen Fahndungsmethode namens Internet. Die Betreiber teilten das CCTV-Material mit Medien und in sozialen Netzwerken – in der Hoffnung, den Mann zu identifizieren. Das Video ging schnell viral. Und wie das Internet nun mal ist, verwandelte sich das Ganze in eine öffentliche Vorführung inklusive Spott, Wut und dem digitalen Spürsinn tausender Menschen, die aus einem verschwommenen Standbild vermutlich sogar noch die Schuhgröße herauslesen können.

Der Druck stieg, die Sache wurde peinlich – und plötzlich hatte der Tourist eine glänzende Idee: Zurückgehen und das Geld zurückgeben, als wäre das Ganze ein Missverständnis oder eine Art spontaner „Test der Ehrlichkeit“. Der Mann, später identifiziert als der 25-jährige Deutsche Laszlo Ruben Eschenlohr, tauchte tatsächlich wieder im Spa auf, entschuldigte sich und versuchte, die 2.000 Baht zurückzugeben. Sein offenkundiges Ziel: Das Problem möge sich bitte in Luft auflösen, ohne Polizei, ohne Anzeige, ohne Konsequenzen.

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Das Spa hatte jedoch andere Pläne. Der Besitzer blieb standhaft und machte das, was man in Thailand bei Diebstahl eben macht, wenn man keine Lust auf Theater hat: Er rief die Polizei. Beamte kamen zum Spa und nahmen den Mann zur Befragung mit.

Im Verhör soll der Deutsche dann emotional zusammengebrochen sein, geweint und die Tat gestanden haben. Er habe aus einem Impuls heraus gehandelt, es zutiefst bereut und sich bei Inhaber und Mitarbeitern entschuldigt. Soweit das klassische „Reue nach Kamera“-Programm.

Besonders kurios wurde es aber noch durch einen Zusatz, den man so auch nicht jeden Tag hört: Der Mann übergab den Beamten außerdem zwei Paar Hausschuhe und erklärte, seine Freunde hätten diese nach der Behandlung angeblich mitgenommen. Man könnte sagen: ein Geständnis mit Bonusmaterial. Oder: „Wenn wir schon dabei sind, hier ist noch etwas Beifang aus der Kategorie Souvenirs, die nicht gekauft wurden.“

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Die Polizei erhob Anklage wegen Diebstahls. In Thailand kann das – je nach Fall – bis zu drei Jahre Haft, eine Geldstrafe bis 60.000 Baht (rund 1.500–1.600 Euro) oder beides bedeuten. Außerdem laufen die Ermittlungen weiter, um die beiden Begleiter zu identifizieren und zu befragen.

Unterm Strich ist die Story eine dieser Urlaubsgeschichten, die man garantiert niemandem zuhause erzählen wollte, die aber leider trotzdem überall steht: Ein Mann klaut in einem Spa, wird gefilmt, viral gestellt, kommt reumütig zurück – und wird dann trotzdem abgeführt. Und die Moral von der Geschichte ist ziemlich simpel:

In Thailand ist eine Massage zwar dazu da, Spannung abzubauen.
Aber nicht, indem man sie sich aus der Kasse nimmt.


Quellen: PhuketNews, TheNation
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