06.02.2026
Deutscher Sprayer auf Koh Phangan festgenommen
Kein Verständnis für Parolen statt Postkartenidylle
Bewohner und Geschäftsinhaber auf Koh Phangan schlugen Alarm, nachdem sich immer mehr Graffiti an Strommasten, Verkehrsschildern, Kilometersteinen, Mülltonnen und sogar an Hauswänden von Privatpersonen fanden. Die meist politischen Parolen – darunter Begriffe wie „Gaza“, „Save Gaza“ und „Libre“ – tauchten flächendeckend auf, ohne Kontext, Erklärung oder Zustimmung der Betroffenen.
Da sich die Vorfälle wiederholten und CCTV-Aufnahmen den Täter bei seiner nächtlichen Arbeit zeigten, gaben ihm die Einheimischen schnell einen Namen: „Mr Spray“. Über soziale Medien wurde öffentlich nach Hinweisen zu seiner Identität gesucht – mit Erfolg.
Mehr als Vandalismus
Was für Außenstehende wie politischer Aktivismus wirken mag, wurde von der lokalen Bevölkerung deutlich anders wahrgenommen. Für viele ging es nicht nur um Sachbeschädigung, sondern um das bewusste Eindringen externer Konflikte in eine Gemeinschaft, die von Harmonie und gegenseitigem Respekt lebt.Ein betroffener Unternehmer erklärte gegenüber thailändischen Medien, die Schmierereien seien problematisch, weil sie Spannungen erzeugen und geeignet seien, Konflikte zu importieren, die mit dem Leben auf der Insel nichts zu tun hätten. Koh Phangan wolle weder Bühne noch Sprachrohr für internationale politische Auseinandersetzungen sein.
Die Ermittlungen führten schließlich zur Identifizierung des mutmaßlichen Täters: ein 57-jähriger deutscher Staatsbürger, der sich zuletzt auf der Insel aufgehalten hatte, diese jedoch kurz vor Abschluss der Ermittlungen verlassen hatte. Die Spur führte nach Bangkok, wo Beamte der Immigration ihn in einem Hotel nahe der Giant Swing Area festnahmen. Die Festnahme verlief ohne Widerstand. Anschließend wurde der Mann zurück nach Koh Phangan gebracht, wo er sich nun den weiteren strafrechtlichen Schritten stellen muss.
Strafrechtliche Konsequenzen
Die thailändischen Behörden erhoben mehrere Anklagen. Zum einen wegen Sachbeschädigung öffentlichen Eigentums, ein Vergehen, das mit bis zu fünf Jahren Haft, einer Geldstrafe von bis zu 100.000 Baht oder beidem geahndet werden kann. Zusätzlich wurde er nach dem Gesetz zur öffentlichen Sauberkeit belangt, das das unerlaubte Besprühen von Gebäuden, Masten und Infrastruktur verbietet und weitere Geldstrafen vorsieht.Darüber hinaus prüft die Immigration die Aufhebung seines Visums – ein Schritt, der bei Straftaten von Ausländern in Thailand keineswegs ungewöhnlich ist und häufig zur Ausweisung führt

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