26.09.2026
Amüsantes
Drama im Badezimmer: Geckos nehmen Urlauberin als Geisel
Koh Larn Horror Resort: Gecko sitzt an Wand und weigert sich zu verschwinden 😎
Der eigentliche Vorfall ereignete sich bereits im März 2024, wird aber gerade erst zum Internet-Hit, nachdem die damalige Urlauberin Darin Pookung ihre Erlebnisse samt Bildern und Video auf Facebook veröffentlichte. Und was sich damals in ihrem Resortzimmer abspielte, war tatsächlich ungewöhnlich – wobei der dramatische Teil der Geschichte zunächst mit etwas beginnt, das in Thailand ungefähr so exotisch ist wie ein Motorroller: Geckos.
Am frühen Morgen ging Darin ins Badezimmer, schaltete das Licht ein und entdeckte über der Tür gleich drei Exemplare. Für erfahrene Thailandurlauber wäre das möglicherweise der Moment gewesen, den kleinen kostenlosen Moskito-Vernichtern freundlich „Sawadee khaa“ zu sagen und anschließend die Zähne zu putzen. Darin entschied sich für Variante zwei: PAAAANIK! .
Sie traute sich nicht mehr aus dem Badezimmer und schrie um Rettung nach ihrer Freundin. Die stand draußen, begutachtete die Lage – und traute sich nun ebenfalls nicht hinein. Damit hatten drei wenige Zentimeter große Geckos innerhalb kürzester Zeit erfolgreich zwei ausgewachsene Menschen in verschiedenen Teilen eines Hotelzimmers festgesetzt. Vermutlich saßen die Geckos währenddessen an der Wand und fragten sich, warum die großen Säugetiere morgens derart schlechte Nerven haben.
Dann kam allerdings Verstärkung
Bis hierhin wäre die Geschichte kaum mehr als eine hübsche Anekdote aus der Kategorie „Erster Thailandurlaub“. Doch die Natur auf Koh Larn hatte offenbar beschlossen, dass für einen viralen Facebook-Post noch etwas dramaturgische Würze fehlte. Also erschien eine Schlange. Und im Gegensatz zu den beiden Urlauberinnen hatte die mit den etwa 8 cm langen Monster-Geckos überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Sie betrachtete einen davon offenbar weniger als bedrohliches Wildtier und mehr als Frühstück.Nun verwandelte sich das Badezimmer tatsächlich in eine kleine Live-Ausgabe des Discovery Channel. Die Schlange ging auf einen Gecko los, während Darin laut eigener Schilderung schrie und weinte. Spätestens an diesem Punkt ist ein gewisses Maß an Aufregung durchaus nachvollziehbar – eine Schlange im Badezimmer gehört schließlich auch in Thailand nicht zur üblichen Zimmerausstattung. Dass sie dort einen Gecko verspeist, dürfte außerdem selbst bei besonders naturnahen Resorts eher selten unter „Inklusivleistungen“ aufgeführt sein.
Darin gelang schließlich die Flucht aus dem Badezimmer, anschließend rückten Mitarbeiter und Resortbesitzer an und beendeten die morgendliche Tierdokumentation. Mit Werkzeug wurden die unerwünschten Gäste entfernt und die menschlichen Bewohner konnten ihr Zimmer wieder übernehmen.
Damit hätte die Geschichte eigentlich erledigt sein können. Wäre da nicht die Reaktion des Resorts gewesen.
Willkommen in der Natur
Sie ist manchmal tatsächlich natürlich. Nach Darstellung der Urlauberin verwies der Betreiber zunächst darauf, dass sich das Resort nun einmal in Waldnähe befinde. Nachdem die Geschichte zwei Jahre später öffentlich für Wirbel sorgte, erklärte er ausführlicher, dass Geckos und Schlangen Teil der Natur seien und letztlich auch der Mensch zur Natur gehöre. Vollständig voneinander trennen könne man beides nicht.Das Internet fand diese Erklärung erwartungsgemäß weniger erhellend. Dabei ist sie biologisch betrachtet zunächst einmal erstaunlich korrekt: In den Tropen gibt es Tiere. Manche davon können sogar laufen, kriechen, klettern und – besonders perfide – Hotelbewertungen weder lesen noch respektieren.
Der Betreiber erklärte außerdem, man habe versucht, die Decken beziehungsweise mögliche Zugänge der Unterkünfte abzudichten, um Tiere fernzuhalten. In einer naturnahen Umgebung lasse sich ein Eindringen jedoch nicht hundertprozentig ausschließen. Solche Vorfälle seien selten und „nichts sei perfekt“.
Letzteres ist natürlich eine Formulierung, die bei einer Schlange im Badezimmer ein gewisses komisches Potenzial entwickelt. „Nicht perfekt“ ist normalerweise das WLAN, das nur drei Balken hat, das Frühstücksei, das zwei Minuten zu hart geraten ist, oder der Meerblick, bei dem eine Palme frecherweise 20 Prozent des Meeres verdeckt. Ein Reptil beim Gecko-Frühstück spielt in einer etwas höheren Reklamationsliga - oder?
Andererseits muss man dem Resort zugutehalten: Wer mitten in tropischer Vegetation Urlaub macht, kann trotz aller Abdichtungsversuche tatsächlich gelegentlich Bekanntschaft mit der örtlichen Fauna machen. Thailand verfügt leider noch über kein Gesetz, das Geckos verpflichtet, ausschließlich außerhalb touristischer Unterkünfte zu verkehren.
Drei Geckos, und das Nervenkostüm ist erledigt
Etwas herrlich ist deshalb auch die Empörung, die sich inzwischen um die Geschichte entwickelt hat. In den Kommentaren wird über Sicherheit, Hygiene und Verantwortung diskutiert, während der Ausgangspunkt des ganzen Dramas leicht in Vergessenheit gerät: Drei Geckos saßen über einer Badezimmertür.Wer deshalb bereits im Badezimmer eingeschlossen ist und Unterstützung benötigt, sollte seinen Thailandurlaub vielleicht nicht unbedingt mit einer Übernachtung im Baumhaus eines Nationalparks fortsetzen. Auch ein Bungalow mitten im Dschungel könnte emotional anspruchsvoll werden. Dort existieren nämlich Gerüchten zufolge noch weitere Tiere – teilweise sogar ohne vorherige Anmeldung bei Booking.
Bei der Schlange sieht die Sache selbstverständlich anders aus. Je nach Art kann eine solche Begegnung gefährlich sein, und kein Hotelgast sollte erst einen Schnellkurs in thailändischer Herpetologie absolvieren müssen, um entscheiden zu können, ob der neue Mitbewohner harmlos ist. Eine Schlange im Zimmer muss vom Personal entfernt und mögliche Zugänge sollten anschließend überprüft werden.
Darin selbst macht aus der Angelegenheit übrigens weniger Kapital als manche Kommentatoren. Sie erklärte, dass sie weder Geld noch nachträglich eine Entschädigung fordere. Sie habe die Geschichte lediglich erzählen wollen. Damals hätten sie und ihre Freunde außerdem nicht genügend Geld gehabt, um einfach eine andere Unterkunft zu nehmen.
Vielleicht war es einfach das falsche Resortkonzept
So bleibt eine wunderbare kleine Thailandgeschichte, bei der am Ende vermutlich alle Beteiligten ein bisschen recht haben. Eine Schlange gehört nicht ins Gästezimmer, ein Resort sollte alles Zumutbare tun, um solche Besuche zu verhindern – und tropische Natur lässt sich trotzdem nicht mit einer Silikonfuge vollständig aussperren.Vielleicht lag das eigentliche Missverständnis deshalb einfach in unterschiedlichen Vorstellungen von „naturnahem Urlaub“.
Die Dame dachte offenbar an Meeresrauschen, Palmen und morgens einen Schmetterling auf der Terrasse. Das Resort interpretierte den Begriff etwas konsequenter und lieferte drei Geckos und eine Live-Fütterung gleich mit. - Immerhin ohne Aufpreis.
Und wer beim nächsten Koh-Larn-Urlaub morgens einen Gecko an der Wand entdeckt, kann ganz beruhigt bleiben. Der will weder das Zimmer übernehmen noch den Gast auffressen.
Er hofft vermutlich nur, dass die Schlange heute woanders frühstückt. 😎🐍🦎
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