01.07.2026
Ein Ticket statt Tarif-Chaos - Bangkok vereinfacht ÖPNV
Schluss mit doppelten Fahrpreisen - BTS, MRT & Co. wachsen endlich zusammen
Doch genau das soll sich schon bald ändern. Die thailändische Regierung hat jetzt den Weg für ein neues Ein-Ticket-System freigemacht, das den öffentlichen Nahverkehr in Bangkok deutlich einfacher und vor allem günstiger machen soll. Ein Ticket für alle Bahnlinien!
Das thailändische Kabinett hat beschlossen, ein gemeinsames Tarifsystem für sämtliche städtischen Bahnlinien einzuführen. Ziel ist, dass Fahrgäste künftig unabhängig davon, mit welcher Bahn sie unterwegs sind, nur noch ein einziges Ticket beziehungsweise ein gemeinsames Bezahlsystem benötigen.
Noch wichtiger für Pendler: Der bisher fällige Einstiegspreis soll beim Umsteigen zwischen verschiedenen Bahngesellschaften künftig nur noch einmal berechnet werden. Die Kosten für eine komplette Fahrt sollen dabei je nach Strecke zwischen 17 und maximal 45 Baht liegen.
Heute fühlt sich das Umsteigen in Bangkok oft so an, als würde man mitten auf der Strecke das Taxi wechseln – inklusive einer neuen Grundgebühr. Wer beispielsweise von einer BTS-Linie auf die MRT oder eine andere Bahn wechselt, muss häufig erneut den Mindestfahrpreis bezahlen. Das macht längere Fahrten unnötig teuer und sorgt seit Jahren für Frust bei den Millionen Pendlern der Hauptstadt.
Mit dem neuen System sollen die verschiedenen Bahnnetze künftig wie ein zusammenhängendes Verkehrsnetz funktionieren – ganz ähnlich wie man es aus vielen europäischen Großstädten kennt. Ein Versprechen, das Bangkok seit Jahren begleitet
Nicht der erste Versuch
Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. Seit über zehn Jahren wird in Thailand über ein gemeinsames Ticketsystem diskutiert. Viele erinnern sich noch an die sogenannte Mangmoom Card – auf Deutsch etwa "Spinnenkarte". Sie sollte sämtliche Verkehrsmittel der Stadt miteinander verknüpfen und als universelle Fahrkarte dienen.Zwar wurde die Karte auf einigen Linien eingeführt und später technisch weiterentwickelt, doch bis heute benötigen Fahrgäste je nach Strecke unterschiedliche Karten oder Zahlungsmethoden. Rabbit Card für die BTS, MRT-Karten, Einzelfahrchips oder kontaktlose Bankkarten – wirklich einheitlich wurde das System nie.
Der entscheidende Unterschied zur Vergangenheit: Diesmal geht es nicht nur darum, wie bezahlt wird, sondern vor allem darum, wie die Fahrpreise berechnet werden. Denn hinter den Kulissen betreiben verschiedene Unternehmen die einzelnen Bahnlinien. Jeder Betreiber erhält bisher seine eigenen Einnahmen.
Künftig soll deshalb eine zentrale Abrechnungsstelle – eine sogenannte Clearingstelle – eingerichtet werden. Sie verteilt anschließend die Einnahmen an die jeweiligen Betreiber. Dabei müssen Streckenlängen, Fahrgastzahlen, Konzessionsverträge und mögliche staatliche Zuschüsse berücksichtigt werden. Für die Fahrgäste soll das möglichst unsichtbar bleiben – technisch und organisatorisch ist es allerdings ein äußerst komplexes Projekt. Start ist für Anfang 2027 geplant
Die Regierung möchte das neue Tarifsystem zum 1. Januar 2027 einführen und bezeichnet es bereits als Neujahrsgeschenk für die Bevölkerung. Bis dahin müssen sich Verkehrsministerium, Bahnbetreiber und Behörden jedoch noch auf zahlreiche Details einigen. Unter anderem müssen sämtliche Betreiber dem neuen Modell zustimmen und die gemeinsame Abrechnung technisch umgesetzt werden.
Entlastung für Millionen Pendler
Vor allem Berufspendler dürften von der Reform profitieren. Wer täglich mehrere Bahnlinien nutzt, zahlt bislang oft deutlich mehr als eigentlich nötig. Gerade diese mehrfachen Einstiegspreise summieren sich über Monate zu einem spürbaren Kostenfaktor. Mit dem neuen System möchte die Regierung nicht nur den Nahverkehr attraktiver machen, sondern gleichzeitig die steigenden Lebenshaltungskosten etwas abfedern.Diese Seite verwendet
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