03.07.2026
Verkehr
Elfjähriger rast mit Pick-up in Mönchsprozession - Neun Tote
Pilgerreise endet 30 Minuten nach dem Start in einer blutigen Katastrophe
Eine der schwersten Tragödien der letzten Jahre erschüttert derzeit Thailand. In der nordöstlichen Provinz Mukdahan sind neun buddhistische Mönche ums Leben gekommen, nachdem ein Pick-up in eine Pilgergruppe raste. Mindestens 13 weitere Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schweben in Lebensgefahr.
Besonders erschütternd: Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei saß ein erst elfjähriger Junge am Steuer des Fahrzeugs.
Die Gruppe bestand aus 35 buddhistischen Mönchen und fünf Laien, die sich am Donnerstagmorgen auf eine rund 260 Kilometer lange Pilgerwanderung von Mukdahan nach Ubon Ratchathani begeben hatte. Kaum eine halbe Stunde nach dem Start nahm die Reise jedoch ein dramatisches Ende.
Videoaufnahmen einer Überwachungskamera zeigen die Mönche in einer Reihe am Straßenrand laufen, als plötzlich ein Pick-up von der Fahrbahn abkommt und mit hoher Geschwindigkeit in die Prozession fährt. Fünf Mönche starben noch an der Unfallstelle, vier weitere erlagen später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.
Nach Angaben der Polizei hatte der elfjährige Junge den Pick-up seiner Eltern ohne deren Erlaubnis genommen. Er soll bereits mehrere Kilometer unterwegs gewesen sein, bevor er die Kontrolle über das Fahrzeug verlor und in die Pilgergruppe raste. Wie es genau zu dem Unfall kam, wird derzeit von den Ermittlungsbehörden untersucht.
Der Junge steht unter Betreuung von Kinderschutzbehörden und konnte aufgrund seines Schockzustands zunächst nicht umfassend befragt werden. Gleichzeitig wird geprüft, welche Verantwortung die Eltern für den Vorfall tragen.
Buddhistische Mönche genießen in Thailand ein außerordentlich hohes Ansehen. Pilgerwanderungen gehören seit Jahrhunderten zur buddhistischen Tradition und führen häufig über Landstraßen, auf denen die Mönche betend von Tempel zu Tempel ziehen und unterwegs von Gläubigen versorgt werden.
Der Gouverneur der Provinz Mukdahan sprach von einer nationalen Tragödie und rief Eltern dazu auf, Fahrzeuge niemals unbeaufsichtigt zugänglich zu lassen. Gleichzeitig erinnerte er an die weiterhin hohe Zahl schwerer Verkehrsunfälle in Thailand, das seit Jahren zu den Ländern mit den höchsten Verkehrstoten weltweit zählt.
Für die buddhistische Gemeinschaft des Landes ist das Unglück ein schwerer Schicksalsschlag. Aus einer friedlichen Pilgerreise wurde innerhalb weniger Sekunden eine Katastrophe, die weit über die Grenzen der Provinz Mukdahan hinaus Trauer ausgelöst hat.
Quellen: TheGuardian, APNews, BBC
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