11.06.2026
Verkehr
Emirates will Stuttgart und Berlin anbinden
Neue Hoffnung für Thailandreisende aus Südwestdeutschland und Berlin
Emirates fliegt in Deutschland aktuell bereits ab Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. Von dort geht es über das Drehkreuz Dubai weiter nach Bangkok, Phuket und zu vielen anderen Zielen in Asien. Gerade für Thailandurlauber ist Emirates seit Jahren eine beliebte Verbindung, weil Dubai als Umsteigepunkt gut funktioniert und die Airline viele Anschlussmöglichkeiten bietet.
Nun will Emirates aber mehr. Airline-Präsident Tim Clark erklärte, man sei bereit, Berlin und Stuttgart täglich mit Großraumflugzeugen anzubinden. Damit würden beide Städte direkt an das Emirates-Netz angeschlossen – und für Reisende aus Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und angrenzenden Regionen könnten Flüge nach Thailand deutlich bequemer werden.
Besonders für den Flughafen Stuttgart wäre das ein echter Lichtblick. Der Airport hat in den letzten Jahren im internationalen Langstreckenverkehr nicht gerade mit Überangebot geglänzt. Dabei ist die Region wirtschaftlich stark, international vernetzt und voller Menschen, die entweder geschäftlich oder privat regelmäßig nach Asien reisen.
Thailand gehört für viele Südwestdeutsche ohnehin zu den beliebtesten Fernreisezielen. Eine tägliche Emirates-Verbindung nach Dubai würde also nicht bedeuten: „Hurra, endlich nur Dubai.“ Sondern vor allem: bessere Anschlüsse nach Bangkok, Phuket, Krabi über Weiterflüge, Koh Samui über Bangkok oder andere Ziele in Südostasien.
Auch Berlin wäre ein spannender Kandidat. Die deutsche Hauptstadt ist touristisch und wirtschaftlich wichtig, hat aber im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen weiterhin relativ wenige direkte Langstreckenverbindungen. Für eine Hauptstadt ist das etwas peinlich – ungefähr so, als hätte man ein Opernhaus, aber keinen Eingang. Emirates sieht hier offenbar großes Potenzial.
Doch ganz so einfach ist es nicht. Emirates braucht für zusätzliche Ziele in Deutschland weitere Verkehrsrechte. Darüber wird auf Bundesebene entschieden. Genau hier beginnt das bekannte deutsche Lieblingsspiel: alle wollen bessere Verbindungen, aber bitte erst nach Prüfung, Abwägung, Zuständigkeit, Gremienlauf und vermutlich drei Excel-Tabellen mit Fußnoten.
Emirates betont, dass man bereit sei, erheblich zu investieren. Im Raum stehen jährlich mehr als 100 Millionen Euro für Betrieb, Personal, Flughafengebühren, Treibstoff und weitere Kosten. Die Airline argumentiert außerdem, dass Stuttgart und Berlin wichtige Wirtschaftszentren seien, die bei Langstreckenflügen unterversorgt sind. Unterstützung kommt unter anderem aus Baden-Württemberg, wo Vertreter aus Wirtschaft und Politik schon länger fordern, Stuttgart für Emirates-Flüge freizugeben.
Kritik gibt es allerdings auch. Bestehende Emirates-Standorte in Deutschland und große Wettbewerber sehen eine Ausweitung naturgemäß weniger begeistert. Denn neue Flüge nach Stuttgart und Berlin würden Passagiere verteilen, Umsteigerströme verändern und den Wettbewerb verschärfen. Übersetzt aus der Sprache der Luftfahrt: Alle reden von Markt, aber keiner freut sich, wenn tatsächlich jemand mitspielt.
Für Thailandreisende wäre mehr Wettbewerb allerdings meist eine gute Nachricht. Mehr Abflughäfen bedeuten mehr Auswahl, oft bessere Umsteigezeiten und mit etwas Glück auch attraktivere Preise. Gerade wer aus dem Südwesten kommt, müsste nicht mehr zwangsläufig nach Frankfurt, München oder Zürich ausweichen. Und wer in Berlin oder Brandenburg lebt, hätte mit einer täglichen Dubai-Verbindung ebenfalls einen bequemeren Zugang Richtung Thailand.
Noch ist aber nichts entschieden. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr unbedingt, ob Stuttgart oder Berlin zuerst kommt, sondern ob Emirates überhaupt zusätzliche Verkehrsrechte für Deutschland erhält. Sollte das passieren, könnten beide Städte profitieren.
Für den Thailandtourismus wäre eine Erweiterung des Emirates-Angebots jedenfalls positiv. Bangkok und Phuket sind über Dubai hervorragend erreichbar, und viele Urlauber schätzen genau diese Verbindung: ein Langstreckenabschnitt nach Dubai, kurzer Umstieg, weiter nach Thailand. Kein exotisches Routing, kein Flughafenzirkus über drei Länder, sondern ein gut eingespielter Weg in Richtung Sonne, Strand und Som Tam.
Kurz gesagt: Emirates steht bereit, Stuttgart und Berlin würden sich freuen, Thailandreisende auch – aber jetzt muss erst einmal die deutsche Luftverkehrspolitik aus dem Gate rollen. Und wie jeder Vielflieger weiß: Boarding angekündigt heißt noch lange nicht, dass der Flieger auch pünktlich abhebt.
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