09.10.2024
Politik
EU-ASEAN Partnerschaft - Global Gateway-Initiative
Gemeinsamer Vorstoß zur Förderung der grünen Transformation
Die Teilnehmer des Dialogs, darunter Vertreter von EU-ASEAN-Institutionen, Mitgliedstaaten, Unternehmen und Kooperationsagenturen, tauschten ihre Erfahrungen und Perspektiven aus, um die zukünftige grüne Entwicklung in der ASEAN-Region zu fördern. Ein zentrales Thema der Diskussionen war die ehrgeizige Global Gateway-Initiative, die 2021 von der EU ins Leben gerufen wurde.
Die Global Gateway-Strategie ist die Antwort der EU auf die globalen Herausforderungen im Bereich Infrastrukturinvestitionen. Sie konzentriert sich auf fünf Schlüsselsektoren: grüne und digitale Übergänge, Klimaschutz, Gesundheitssicherheit, nachhaltige Entwicklung und robuste Lieferketten. Diese Strategie soll globale Herausforderungen wie den Klimawandel und die Förderung einer nachhaltigeren wirtschaftlichen Entwicklung angehen.
Mit einem Finanzierungsvolumen von 300 Milliarden Euro (ca. 10,8 Billionen Baht) zielt die Strategie darauf ab, Investitionen weltweit zu mobilisieren. Diese Summe setzt sich aus Beiträgen aller Mitglieder des Team Europe, bestehend aus der EU, ihren Mitgliedstaaten, Finanzinstitutionen und privaten Akteuren, zusammen. Ein wesentlicher Teil der Investitionen ist für die ASEAN-Region vorgesehen, um dort Projekte im Bereich Infrastruktur, Digitalisierung und Energie zu unterstützen.
Botschafter Seam hob in seiner Ansprache die bisherigen Fortschritte der Global Gateway-Initiative hervor. Insbesondere unterstrich er die Bemühungen, die Investitionsbedingungen in der ASEAN-Region zu verbessern. Ein im Jahr 2023 gestartetes Projekt umfasst ein Investitionspaket in Höhe von 60 Millionen Euro (ca. 2,2 Milliarden thailändische Baht), das auf die Verbesserung der Konnektivität und nachhaltigen Investitionen abzielt.
„Unter dem Dach dieses Pakets, das zur Global Gateway-Strategie in ASEAN beiträgt, haben wir neue Projekte in den Bereichen Investitionen, Handel, Bildung, Energie, Transport und Digitalisierung initiiert“, so Seam. Zudem betonte er die Bedeutung der Partnerschaft mit der Privatwirtschaft, denn die EU ist nach wie vor der drittgrößte Handelspartner und ausländische Direktinvestor in der ASEAN-Region.
Neben Botschafter Seam sprach auch Sunita Lukkhoo, Leiterin der regionalen Vertretung der Europäischen Investitionsbank (EIB) für Südostasien und den Pazifik, über die Schlüsselrolle, die die EIB in der Förderung einer grünen und nachhaltigen Infrastruktur in der ASEAN-Region spielt.
„Die Europäische Investitionsbank unterstützt ASEANs grüne Transformation im Rahmen der Global Gateway-Strategie aktiv. Unsere Investitionen konzentrieren sich auf den Aufbau nachhaltiger Infrastrukturprojekte, die sowohl die Digitalisierung als auch die Energieeffizienz und widerstandsfähige Transportsysteme vorantreiben“, erklärte Lukkhoo.
Lukkhoo betonte, dass die von der EIB finanzierten Projekte nicht nur auf den Klimaschutz abzielen, sondern auch das wirtschaftliche Wachstum und die Innovationskraft in der Region stärken sollen. Mit ihrer finanziellen Expertise trägt die EIB dazu bei, eine vernetzte und wohlhabende Zukunft für die ASEAN-Staaten zu schaffen.
Die enge Zusammenarbeit zwischen der EU und der ASEAN im Rahmen der Global Gateway-Strategie zeigt eindrucksvoll, wie internationale Partnerschaften zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen können. Mit gezielten Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung wird die grüne Transformation in der ASEAN-Region gefördert, während gleichzeitig wirtschaftliche Impulse gesetzt werden. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen und eine nachhaltige und vernetzte Zukunft für beide Regionen zu schaffen.
Was ist die Global-Gateway-Initiative?
Die Global-Gateway-Initiative der EU, gestartet im Dezember 2021, ist eine strategische Antwort auf Chinas "Neue Seidenstraße" (One Belt One Road). Ziel der Initiative ist es, zwischen 2021 und 2027 Investitionen von bis zu 300 Milliarden Euro in Bereichen wie Digitalisierung, Energie, Verkehr sowie in Gesundheits-, Bildungs- und Forschungssysteme in Schwellen- und Entwicklungsländern zu lenken.Im Gegensatz zu Chinas Ansatz, der oft als Instrument für geostrategischen Einfluss gesehen wird, möchte die EU mit Global Gateway eine nachhaltige und transparente Infrastrukturentwicklung fördern. Zu den geplanten Projekten gehören unter anderem grüner Wasserstoff, neue Unterwasserkabel für den Datentransfer zwischen der EU und Lateinamerika sowie Bahnverbindungen. Sie soll durch eine Kombination aus privaten Anlegern sowie der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung finanziert werden. Ziel ist es, Chinas wachsenden geostrategischen Einfluss zu kontern und gleichzeitig nachhaltige Entwicklungsprojekte zu fördern.
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