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29.09.2026

Wetter  

Fast 1,8 Millionen Menschen betroffen - Thailands Hochwasserlage

Bangkok bekommt ein wenig Luft, am Chao Phraya steigt die Sorge

Fast 1,8 Millionen Menschen betroffen - Thailands Hochwasserlage - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Thailand erlebt Ende September eine der heftigsten Hochwasserlagen dieses Jahres. Nach tagelangem Starkregen stehen ganze Wohnviertel unter Wasser, Straßen sind zu Kanälen geworden, Hunderttausende Haushalte sind betroffen – und zwischen Autos, Marktständen und Hauseingängen schwimmt inzwischen so ziemlich alles herum, was normalerweise dort nicht hingehört.

Videos aus Bangkok zeigen große Fischschwärme in überfluteten Straßen und immer wieder Schlangen, die sich durchs braune Hochwasser bewegen oder auf vermeintlich trockene Plätze retten. Internationale Medien berichten inzwischen ausdrücklich von den ungewöhnlichen tierischen Begegnungen in der Hauptstadt.

Das ist allerdings weniger ein Zeichen einer spontanen Rückeroberung Bangkoks durch die Natur als eine ziemlich logische Folge der Wassermassen. Steigen Kanäle, Teiche, Abwassergräben und kleinere Wasserläufe über ihre Ufer, verschwinden deren Grenzen. Für Fische entsteht plötzlich ein gigantisches neues Gewässer – inklusive Straßenkreuzungen, Vorgärten und Parkplätzen.

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Und Schlangen haben dasselbe Problem wie Menschen: Sie möchten nicht ertrinken und suchen trockenen Boden. Dadurch können die Tiere gerade dort auftauchen, wo man sie normalerweise eher nicht erwartet – an Häusern, Mauern, Bäumen oder zwischen abgestellten Gegenständen. Wer durchs trübe Hochwasser watet, sollte deshalb nicht nur wegen Löchern, offenen Gullys und Stromleitungen ausgesprochen vorsichtig sein.

Fast 1,8 Millionen Menschen betroffen

Das eigentliche Ausmaß der Flut ist inzwischen gewaltig. Nach Angaben des thailändischen Katastrophenschutzes DDPM waren am Morgen des 28. September Bangkok und 27 Provinzen betroffen. Gemeldet wurden 151 Distrikte, 792 Subdistrikte und 4.087 Ortschaften mit insgesamt 576.449 betroffenen Haushalten und 1.793.887 Menschen.

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Allein in Bangkok sind nach Angaben der Stadtverwaltung rund 329.000 Haushalte beziehungsweise etwa 700.000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Besonders hart traf es unter anderem Lat Krabang, Bang Kapi, Khan Na Yao, Sai Mai, Suan Luang, Saphan Sung und Lak Si. Rund 1.500 bettlägerige Menschen mussten vorsorglich in Krankenhäuser gebracht werden. In einigen Teilen der Hauptstadt waren innerhalb weniger Tage mehr als 300 Millimeter Regen gefallen. AFP berichtete von örtlich über 330 Millimetern zwischen Donnerstag und Sonntag. Menschen bewegten sich teilweise mit kleinen Booten durch ihre Viertel oder ließen Einkäufe und Habseligkeiten in Kunststoffbehältern neben sich herschwimmen.

Thailand kann Monsun. Aber das war selbst für Bangkok eine ziemlich ordentliche Dusche.

Bangkok trocknet langsam – anderswo steigt das Wasser

Immerhin gibt es aus der Hauptstadt vorsichtig positive Nachrichten. Der extreme Dauerregen hat nachgelassen und die Stadt versucht nun, zunächst die großen Kanäle abzusenken, damit anschließend Wasser aus Straßen und Wohngebieten abgepumpt werden kann. Das bedeutet allerdings noch lange keine Entwarnung.

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Während die Pegel in einigen Provinzen bereits sinken, meldete der Katastrophenschutz zuletzt in elf Provinzen weiterhin steigendes Wasser: Nakhon Sawan, Chai Nat, Sing Buri, Suphan Buri, Kanchanaburi, Ayutthaya, Pathum Thani, Nakhon Nayok, Prachin Buri, Sa Kaeo und Chon Buri.

Besonders aufmerksam beobachtet wird jetzt der Chao Phraya. Die Behörden haben Bewohner entlang des Flusses aufgefordert, Wertgegenstände und Hausrat vorsorglich in höhere Etagen beziehungsweise auf höher gelegene Flächen zu bringen. Die Sorge ist weniger ein neuer Wolkenbruch über Bangkok als die enorme Wassermenge, die aus dem Norden Richtung Zentralebene unterwegs ist.

Damit rücken insbesondere Chai Nat, Sing Buri, Ang Thong, Ayutthaya, Pathum Thani und Nonthaburi in den Fokus.


Keine Neuauflage der Katastrophe von 2011 erwartet

Bei den dramatischen Bildern liegt der Vergleich mit der großen Flutkatastrophe von 2011 nahe. Fachleute halten eine Wiederholung dieses Szenarios derzeit jedoch für unwahrscheinlich. Die damalige Katastrophe entstand durch eine andere Kombination aus über Monate aufgebauten Wassermassen, überfüllten Stauseen und gewaltigen Abflüssen aus dem Norden.

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Das bedeutet aber keineswegs, dass die aktuelle Situation harmlos wäre. Experten warnen weiterhin vor lokal extremen Niederschlägen und plötzlichen Sturzfluten. Der thailändische Wetterdienst hatte für zahlreiche Regionen vor starkem bis sehr starkem Regen, Sturzfluten, überlaufenden Gewässern und Erdrutschen gewarnt. Besonders gefährdet bleiben tiefliegende Gebiete, Flussufer und Regionen an Berghängen.

Für Reisende bedeutet das momentan vor allem: nicht Thailand ist überschwemmt, sondern einzelne Regionen und Stadtteile sind teilweise massiv betroffen. Die Situation kann sich schon wenige Kilometer weiter völlig anders darstellen.
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