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18.07.2022

Bangkok  

Gesundheitsministerium setzt Bangkoks Gouverneur unter Druck

Bangkoks Gouverneur soll wegen Infektionsanstieg verschärfte Covid Massnahmen einführen

Bangkoks Gouverneur Chaddart

Die Gespräche zwischen dem thailändischen Gesundheitsministerium und dem neuen Gouverneur von Bangkok über die steigende Zahl von Covid-Fällen, die vor allem durch die jüngsten BA.4- und BA.4-Untervarianten von Omicron verursacht werden, spitzen sich zu. Nun setzt das Gesundheitsministerium den Gouverneur und die Stadtverwaltung von Bangkok unter Druck, neue Schritte zu unternehmen, um den Kontakt zu begrenzen und ein mögliches Wiederaufflammen des Virus zu minimieren.

Das Gesundheitsministerium will die Stadtverwaltung nun zunächst dazu auffordern, große Menschenansammlungen und Gruppenaktivitäten zu begrenzen und die Wiederkehr der Maskenpflicht, die zurzeit nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt, könnte auch auf den Tisch kommen. Das Ministerium für öffentliche Gesundheit wird am Montag eine Sondersitzung mit der Bangkok Metropolitan Administration (BMA) abhalten,

Da es keine allgemeinen Massentests gibt, gehen die Gesundheitsbehörden davon aus, dass wahrscheinlich Hunderttausende von Neuinfektionen nicht gemeldet werden und die tatsächliche Situation viel weiter verbreitet ist, als sie derzeit genau einschätzen können. Nun sollte das Gesundheitsministerium vielleicht besser nicht den schwarzen Peter bei anderen suchen, denn es war der Gesundheitsminister, der die Tests abgeschafft hatte. So veröffentlicht das Ministerium täglich im Schnitt rund 2.000 Neuinfektionen, während die Covid-Behörde CCSA von knapp unter 30.000 ausgeht.


Gesundheitsminister Anutin
Ähnlich wie bei den jüngsten Ausbrüchen der BA.4- und BA.5-Untervarianten im Vereinigten Königreich und in Europa meldet das Gesundheitsministerium, dass 42 % der stationären Covid-Patienten in Bangkoker Krankenhäusern "schwer krank" sind oder "lebensbedrohliche Symptome" aufweisen, die meist auf die Atemwege zurückzuführen sind.

Mehr als 2.000 neuinfizierte Menschen pro Tag werden jetzt in thailändischen Krankenhäusern behandelt, mehr als die Hälfte davon in der Hauptstadt. Die Gesundheitsbehörden stellen jedoch fest, dass die Zahl der Todesfälle trotz der steigenden Zahl der Krankenhauseinweisungen, auch der schwereren Fälle, derzeit nicht in gleichem Maße ansteigt.

Die Zahl der Patienten in "ernstem Zustand" ist in der vergangenen Woche von 677 auf 785 gestiegen. Die Zahl der Patienten, die an ein Beatmungsgerät angeschlossen sind und sich in einem "kritischen Zustand" befinden, stieg von 299 auf 352 (Stand: Samstag). Die Belegungsrate der Betten in thailändischen Krankenhäuser durch Covid-Infizierte liegt derzeit bei durchschnittlich 13 %, in Bangkok ist sie allein im letzten Monat auf 42 % gestiegen, wie die Bangkok Post berichtet.

Dass das Gesundheitsministerium nun Druck auf den neuen Gouverneur Bangkoks macht, könnte allerdings auch noch andere Gründe haben. Viele sehen die Einmischung des Gesundheitsministeriums in die Angelegenheiten Bangkoks als politisch motiviert an, da der Gouverneur von Bangkok einen erdrutschartigen Sieg über die von der Regierung bevorzugten Kandidaten errungen hat.
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