GLC EV aus Thailand - Hinter den Kulissen der Mercedes-Produktion - Reisenews Thailand
Unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende
aktivJetzt registrieren
25.07.2026

Verkehr  

GLC EV aus Thailand - Hinter den Kulissen der Mercedes-Produktion

Hightech aus Samut Prakan: Wie Mercedes seit Jahrzehnten Autos in Thailand baut

GLC EV aus Thailand - Hinter den Kulissen der Mercedes-Produktion - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Mercedes und Thailand – eine Verbindung seit 1904
Mercedes-Benz besitzt in Thailand eine außergewöhnlich lange Geschichte. Bereits am 19. Dezember 1904 wurde das erste Fahrzeug der Marke an den damaligen König von Siam ausgeliefert. Damit reicht die Präsenz von Mercedes in Thailand weiter zurück als die Automobilproduktion in vielen heutigen Herstellerländern.

Die industrielle Geschichte begann Jahrzehnte später. Die thailändische Thonburi-Gruppe ist seit mehr als 80 Jahren mit der Einfuhr, dem Vertrieb und später auch mit der Montage von Mercedes-Benz-Fahrzeugen verbunden. Das Unternehmen gibt an, über die Jahrzehnte mehr als 200.000 importierte und lokal montierte Mercedes-Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert zu haben.

1979 ernannte Mercedes-Benz die Thonburi Automotive Assembly Plant offiziell zum lokalen Montagepartner. Seitdem werden Mercedes-Fahrzeuge aus zugelieferten Teilesätzen in Thailand zusammengebaut. Dabei handelt es sich überwiegend um eine sogenannte CKD-Produktion: Die Fahrzeuge kommen als „Completely Knocked Down“-Teilesätze ins Land und werden im thailändischen Werk montiert, lackiert, geprüft und fertiggestellt.

Diese Form der lokalen Produktion senkt Einfuhrbelastungen, verbessert die Wettbewerbsfähigkeit und ermöglicht es Mercedes, Fahrzeuge stärker an die Bedürfnisse des thailändischen Marktes anzupassen.

Vom klassischen Mercedes zur Hightech-Montage

GLC EV aus Thailand - Hinter den Kulissen der Mercedes-Produktion - Hightech aus Samut Prakan: Wie Mercedes seit Jahrzehnten Autos in Thailand baut Symbolfoto 5
Die Produktion in Samut Prakan südöstlich von Bangkok umfasst weit mehr als das bloße Anschrauben importierter Räder. Je nach Modell durchlaufen die Fahrzeuge verschiedene Montage-, Prüf- und Qualitätsstationen. Dazu gehören unter anderem Karosserie- und Anbauteilmontage, Innenausbau, Fahrwerk, Bremsanlage, Elektrik, Antriebskomponenten, Softwareinstallation, Funktionsprüfung und abschließende Qualitätskontrolle.

Mercedes betont, dass neue Modelle gemeinsam mit spezialisierten Anlaufteams vorbereitet werden. Die thailändischen Beschäftigten erhalten technische Schulungen und Unterstützung aus dem internationalen Mercedes-Produktionsnetzwerk, damit Fahrzeuge unabhängig vom Produktionsland nach vergleichbaren Qualitätsvorgaben gefertigt werden.

2015 investierten Mercedes-Benz und seine Partner mehr als 650 Millionen Baht in die Erweiterung der CKD-Produktion. Damals wurde unter anderem eine neue Montagelinie für den C 300 BlueTEC Hybrid eingerichtet. 2016 erreichte die thailändische Mercedes-Montage die Marke von 100.000 produzierten Fahrzeugen. Allein 2015 entstanden rund 8.000 Fahrzeuge. Das damalige Programm umfasste unter anderem C-Klasse, E-Klasse, S-Klasse, CLA, GLA, GLC, GLE und das C-Klasse Coupé. 2017 stieg die Jahresproduktion auf mehr als 12.000 Fahrzeuge. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte das Montagewerk bereits mehr als 1.000 Menschen.

GLC EV aus Thailand - Hinter den Kulissen der Mercedes-Produktion - Hightech aus Samut Prakan: Wie Mercedes seit Jahrzehnten Autos in Thailand baut Symbolfoto 1
Im Zuge der weiteren Expansion wurden rund 300 zusätzliche Stellen angekündigt, darunter nahezu 100 Arbeitsplätze in der Batterieproduktion. Aktuell nennt die zentrale Mercedes-Karriereseite für die eigene Gesellschaft Mercedes-Benz Manufacturing Thailand 74 Beschäftigte. Diese Zahl darf jedoch nicht mit der gesamten Belegschaft des Montagekomplexes verwechselt werden: Ein großer Teil der eigentlichen Fahrzeug- und Batterieproduktion wird vom thailändischen Partner Thonburi Automotive Assembly Plant beziehungsweise verbundenen Unternehmen durchgeführt.

Mehr als 13 Modelle aus thailändischer Montage

Beim Abschluss des neuen Zehnjahresvertrags im Juni 2024 wurden mehr als 13 lokal produzierte Mercedes-Modellreihen genannt. Dazu gehörten A-Klasse, C-Klasse, E-Klasse, S-Klasse, GLA, GLC, GLE, GLS, C-Klasse Coupé, GLC Coupé, CLS, Mercedes-Maybach S-Klasse und der vollelektrische EQS. Zu Beginn des Jahres 2024 war zudem das 200.000ste in Thailand montierte Mercedes-Fahrzeug gefeiert worden.

Hoteltipps und Empfehlungen für Bangkok
Die Modellpalette ändert sich regelmäßig. Manche Baureihen laufen aus, andere werden neu aufgenommen. Die große Bandbreite zeigt jedoch, dass das Werk nicht nur einfache Volumenmodelle montiert. Auch Oberklassefahrzeuge, SUVs, Plug-in-Hybride und reine Elektroautos gehören zum Programm.

2022 begann in Thailand die Montage des EQS 500 4MATIC AMG Premium. Damit wurde Thailand zum ersten Land außerhalb Deutschlands, in dem der elektrische Luxuswagen EQS lokal produziert wurde. Im selben Jahr begann die Montage einer links gelenkten S-Klasse für den Export nach Vietnam. Das Werk dient somit nicht ausschließlich dem thailändischen Binnenmarkt, sondern zumindest teilweise auch als regionale Produktionsbasis.

Eigene Batteriemontage seit 2019

Ein besonders wichtiger Schritt erfolgte 2019 mit der Eröffnung einer eigenen Batteriefabrik. Mercedes-Benz und die Thonburi Automotive Assembly Plant errichteten gemeinsam eine Anlage, in der Hochvoltbatteriesysteme für Plug-in-Hybride und vollelektrische Fahrzeuge montiert werden. Die fertigen Batteriesysteme werden direkt an das nahegelegene Fahrzeugwerk geliefert.

Ayutthaya Hoteltipps und Empfehlungen - die ganz besonderen Hotels und Resorts
Die Batteriezellen selbst werden dabei nicht in Thailand chemisch hergestellt. Sie werden zugeliefert und vor Ort zu Modulen beziehungsweise kompletten Batteriesystemen zusammengefügt. Dazu gehören Gehäuse, Kühlung, elektrische Verbindungen, Steuergeräte, Sicherheitssysteme, Prüfungen und Qualitätskontrollen.

Für Mercedes ist diese lokale Batteriemontage strategisch bedeutsam. Hochvoltbatterien sind schwer, teuer und sicherheitskritisch. Eine Produktion in der Nähe der Fahrzeugmontage verkürzt Lieferwege und erleichtert die Integration in unterschiedliche Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

2017 wurde dafür das Unternehmen Thonburi Energy Storage Manufacturing gegründet. Es produziert Lithium-Ionen-Batteriesysteme exklusiv für lokal gefertigte Mercedes-Benz Plug-in-Hybride und Elektroautos.


Wie viele Mercedes entstehen pro Jahr in Thailand?

Aktuelle jährliche Produktionszahlen werden von Mercedes und Thonburi nicht regelmäßig veröffentlicht. Sicher dokumentiert sind rund 8.000 montierte Fahrzeuge im Jahr 2015 und mehr als 12.000 Fahrzeuge im Jahr 2017. Bis Anfang 2024 waren insgesamt 200.000 Mercedes-Benz-Fahrzeuge in Thailand montiert worden.

Aus diesen Zahlen lässt sich keine verlässliche heutige Jahreskapazität ableiten. Das Produktionsvolumen schwankt je nach Nachfrage, Modellwechseln, Teileversorgung und staatlicher Förderpolitik erheblich. Öffentlich verfügbare Belege für manche kursierenden Angaben zur heutigen Maximalkapazität fehlen bislang.

Fest steht jedoch: Thailand ist für Mercedes kein kleines Schraubwerk mehr, sondern ein etablierter Montage-, Batterie- und Technologiestandort mit jahrzehntelanger Erfahrung.


Der GLC könnte das wichtigste Elektroprojekt des Werks werden

Bislang bildet der EQS den prestigeträchtigen Höhepunkt der thailändischen Elektroproduktion. Der elektrische GLC könnte wirtschaftlich jedoch deutlich wichtiger werden. Der GLC ist seit Jahren das weltweit meistverkaufte Mercedes-Modell. Nach seiner Weltpremiere im September 2025 verzeichnete die elektrische Version laut Mercedes in den ersten drei Monaten mehr Bestellungen als jedes zuvor eingeführte Elektrofahrzeug der Marke.

Thailand Flüge ab Frankfurt, Berlin, Hamburg, München, Wien und Zürich
Die europäische Serienproduktion läuft seit 2026 im Werk Bremen. Dort wird der elektrische GLC flexibel neben Verbrennern, Plug-in-Hybriden und dem EQE montiert. Für Thailand wäre die lokale Montage deshalb weit mehr als eine weitere Modellergänzung. Sie würde zeigen, dass das Werk technisch in der Lage ist, eine neue Generation von Elektrofahrzeugen mit 800-Volt-Technik, hochintegrierter Elektronik und modernen Batteriesystemen zu fertigen.

Gleichzeitig könnte die lokale Produktion den Preis gegenüber einem vollständigen Import reduzieren. Wie hoch der thailändische Verkaufspreis ausfallen wird, ist noch nicht bekannt. Auch Ausstattungsvarianten, Ladeleistung, Reichweitenangaben und die Verfügbarkeit des großen Hyperscreens können beim thailändischen Serienmodell von den europäischen Spezifikationen abweichen.

Der neue Elektro-GLC wäre damit nicht nur ein Fahrzeugstart. Er wäre das nächste Kapitel einer Verbindung, die 1904 mit einem Automobil für den König von Siam begann und sich inzwischen zu einer der traditionsreichsten deutsch-thailändischen Industriepartnerschaften entwickelt hat.


Das Fahrzeug, der neue GLC EV

Mercedes baut den neuen Elektro-GLC in Thailand – ein weiterer Meilenstein in einer über 120-jährigen Geschichte

Mit bis zu 715 Kilometern Reichweite, 800-Volt-Technik und einer Ladeleistung von bis zu 330 kW soll der neue vollelektrische Mercedes-Benz GLC zu einem der wichtigsten Premiummodelle auf dem thailändischen Elektroautomarkt werden. Nach bislang veröffentlichten Informationen ist die Markteinführung in Thailand für September 2026 vorgesehen – und offenbar soll der SUV nicht nur importiert, sondern vor Ort montiert werden.

GLC EV aus Thailand - Hinter den Kulissen der Mercedes-Produktion - Hightech aus Samut Prakan: Wie Mercedes seit Jahrzehnten Autos in Thailand baut Symbolfoto 2
Eine endgültige offizielle Bestätigung des konkreten thailändischen Produktionsstarts und des Termins September 2026 war auf den derzeit zugänglichen Mercedes-Benz-Seiten allerdings noch nicht zu finden. Die thailändische Mercedes-Webseite bewirbt den neuen elektrischen GLC bereits ausführlich, weist jedoch weiterhin darauf hin, dass das Fahrzeug in Thailand noch nicht erhältlich sei. Angesichts der bestehenden Elektrofahrzeug- und Batterieproduktion sowie des 2024 verlängerten Zehnjahresvertrags mit dem thailändischen Montagepartner wäre eine lokale Produktion jedoch ein konsequenter nächster Schritt.

Ein Elektro-SUV, das den Verbrenner-GLC deutlich überragt

Der neue GLC mit EQ-Technologie wurde von Anfang an als Elektrofahrzeug entwickelt. Mit 4.845 Millimetern Länge, 1.913 Millimetern Breite, 1.644 Millimetern Höhe und einem Radstand von 2.972 Millimetern ist er erheblich größer und geräumiger als der bisherige GLC mit Verbrennungsmotor.

GLC EV aus Thailand - Hinter den Kulissen der Mercedes-Produktion - Hightech aus Samut Prakan: Wie Mercedes seit Jahrzehnten Autos in Thailand baut Symbolfoto 4
Das zusätzliche Format kommt nicht nur dem Hochvolt-Akku zugute. Hinter den Rücksitzen stehen 570 Liter Gepäckraum zur Verfügung. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.740 Liter. Hinzu kommt ein überraschend großer vorderer Kofferraum, der sogenannte Frunk, mit 128 Litern Volumen. Dort lassen sich beispielsweise Ladekabel, Taschen oder kleinere Gepäckstücke unterbringen.

Als erstes Modell startete der GLC 400 4MATIC mit EQ-Technologie. Seine beiden Elektromotoren liefern zusammen 360 kW, also rund 489 PS, sowie Allradantrieb. Die hintere Antriebseinheit besitzt ein Zweiganggetriebe, während sich der vordere Elektromotor bei geringer Leistungsanforderung abkoppeln lässt. Das reduziert Verluste und verbessert die Effizienz. Mercedes gibt für die Beschleunigung von null auf 100 km/h rund 4,3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h an.

Bis zu 715 Kilometer Reichweite

GLC EV aus Thailand - Hinter den Kulissen der Mercedes-Produktion - Hightech aus Samut Prakan: Wie Mercedes seit Jahrzehnten Autos in Thailand baut Symbolfoto 3
Der nutzbare Energieinhalt des Lithium-Ionen-Akkus beträgt rund 94 kWh. Das 800-Volt-System ermöglicht hohe Ladeleistungen und geringere elektrische Verluste. Ursprünglich nannte Mercedes eine vorläufige WLTP-Reichweite von bis zu 713 Kilometern. Beim Produktionshochlauf im Mai 2026 wurde der Wert auf bis zu 715 Kilometer beziffert. Die tatsächliche Reichweite hängt selbstverständlich von Geschwindigkeit, Außentemperatur, Klimaanlage, Verkehr und Fahrweise ab.

An geeigneten Gleichstrom-Schnellladesäulen kann der GLC mit bis zu 330 kW laden. Nach Angaben von Mercedes reichen zehn Minuten Ladezeit für bis zu 305 zusätzliche WLTP-Kilometer. Wechselstromladen soll je nach Ausstattung mit bis zu 22 kW möglich sein. Auch bidirektionales Laden ist technisch vorbereitet. Damit kann das Fahrzeug nicht nur Strom aufnehmen, sondern unter geeigneten technischen und rechtlichen Voraussetzungen auch Energie nach außen abgeben. Möglich sind Anwendungen wie Vehicle-to-Home zur Versorgung eines Hauses oder Vehicle-to-Grid zur Rückspeisung in das öffentliche Stromnetz.

Ob und in welchem Umfang diese Funktionen beim thailändischen Modell freigeschaltet werden, hängt allerdings von der lokalen Ausstattung, der Ladeinfrastruktur und den thailändischen Vorschriften ab. Im Innenraum bildet auf Wunsch der 39,1 Zoll breite MBUX Hyperscreen den optischen Mittelpunkt. Mercedes bezeichnet ihn als das bislang größte durchgehende Display in einem Fahrzeug der Marke. Das neue Betriebssystem MB.OS verknüpft Navigation, Infotainment, Laden, Fahrassistenz und Fahrzeugfunktionen deutlich enger als bisher.
Diese Seite verwendet
Stock images by Depositphotos

Mehr zum Thema Verkehr


Thailand beschleunigt Mega-High-Speed-Bahnprojekt nach China   21.07.2026
    Von Bangkok bis Kunming: Die neue Bahnverbindung nimmt Gestalt an

Smarter reisen - Thailand investiert massiv in seine Flughäfen   19.07.2026
    Weniger Warteschlangen, mehr Urlaub: Suvarnabhumi wird modernisiert

Thailand plant Direktflüge aus Europa nach Surat Thani   18.07.2026
    Koh Samui soll deutlich einfacher erreichbar werden

EASA verschärft Flugwarnungen   16.07.2026
    Was bedeutet das jetzt für Thailand-Reisende?

Bike on Board: Motorräder in Thailand per Zug verschicken   10.07.2026
    So easy transportierst du dein Bike mit der thailändischen SRT

Für Thailand-Urlauber: Mehr Flüge mit Emirates nach Phuket   08.07.2026
    Neuer A350 bringt dich mit Premium Economy auf die Insel

Luxus auf Schienen - Thailand entwickelt eigenen Reisezugwagen   04.07.2026
    Ein Zug als Symbol für Thailands Hightech-Ambitionen

Elfjähriger rast mit Pick-up in Mönchsprozession - Neun Tote   03.07.2026
    Pilgerreise endet 30 Minuten nach dem Start in einer blutigen Katastrophe

Austrian Airlines baut die Premium Economy aus   26.06.2026
    Mehr Komfort, mehr Privatsphäre und mehr Plätze im Dreamliner

Mehr Direktflüge und Auswahl: Thailand baut EU-Flugangebot aus   16.06.2026
    Krabi auf dem Weg zum neuen Flug-Hotspot Südthailands

⇒ Mehr Reisenews Thailand zum Thema Verkehr
Diese Seite Teilen: