01.08.2025
Wirtschaft
Grenzkonflikt drückt Tourismus: Stornierungswelle in Thailand
5.000+ Hotelbuchungen weg • Chiang Mai und Bangkok besonders betroffen
Die Thai Hotels Association (THA) veröffentlichte am Donnerstag eine erste Auswertung ihrer Umfrage unter Mitgliedshotels. Seit dem 24. Juli 2025 wurden demnach 5.266 Zimmerstornierungen in 24 Hotels aus neun Provinzen gemeldet. Besonders stark betroffen sind thailändische Touristen, die den Großteil der Stornierungen ausmachen, dicht gefolgt von asiatischen Gästen.
Präsident Thienprasit Chaiyapatranun erklärte, dass vor allem Reiseversicherungen eine zentrale Rolle spielen. Sobald Länder Reisewarnungen aussprechen, verweigern viele Versicherer ihre Leistungen – ein erheblicher Grund für die Absagen.
Regionen mit den meisten Stornierungen
Die Zahlen verdeutlichen, wie unterschiedlich die Auswirkungen sind:- Chiang Mai liegt mit 2.089 stornierten Zimmern an der Spitze,
- gefolgt von Bangkok mit 1.863 Absagen,
- Chonburi (668), Phuket (566) und Nakhon Ratchasima (408).
Besonders dramatisch ist die Lage in den Grenzprovinzen: Ubon Ratchathani, Sa Kaeo und Si Sa Ket melden laut TAT-Gouverneurin Thapanee Kiatphaibool einen kompletten Buchungsstopp (100 % Stornierungen). In Surin wurden rund 80 % der Gruppenreisen abgesagt, in Buri Ram rund 70 %.
Ebenso blieben die beliebten Inseln nicht verschont: Auf Koh Chang gingen die Besucherzahlen um 30 % zurück, auf Koh Kood sogar um mehr als die Hälfte. Zwar wurden seit dem 24. Juli insgesamt 6.835 neue Übernachtungen gebucht – ein Wert, der die Stornierungen übersteigt –, doch THA-Präsident Chaiyapatranun betont, dass das Tempo der Neubuchungen deutlich nachlässt.
Reisehinweise und Sicherheitslage drücken Stimmung
Ein zentraler Auslöser für die Stornierungswelle sind Reisewarnungen mehrerer Länder. Diese haben nicht nur eine psychologische Wirkung, sondern beeinflussen auch Reiseversicherungen, die für viele Touristen eine Grundvoraussetzung darstellen. Ohne Versicherungsschutz verzichten viele auf ihre Reise.Hinzu kommen weitere Sicherheitsbedenken, die die Reiselust besonders bei asiatischen Gästen dämpfen. So wird etwa über Entführungsfälle chinesischer Touristen durch Betrugsnetzwerke in Teilen der ASEAN-Region berichtet, was das Sicherheitsgefühl zusätzlich schwächt. Gerade chinesische Reisende reagieren derzeit besonders sensibel auf entsprechende Meldungen.
Die Hotelbranche hofft auf eine baldige Entspannung des Grenzkonflikts. Die THA betont, dass die Lage in vielen Regionen Thailands stabil und sicher sei. Dennoch bleibt die Unsicherheit groß, und jede weitere Verschärfung könnte die Buchungszahlen weiter einbrechen lassen.
Für Menschen, die ein wenig Vertrauen haben, wäre es allerdings gerade jetzt, da viele Zimmer frei sind und die Hotels mit Angeboten locken, der ideale Zeitpunkt ganz schnell zu buchen. Vor allem für die Trauminsel Koh Kood, wo es immer sehr schwer ist überhaupt ein Zimmer zu bekommen, dürfte die Gelegenheit bestens sein.
Quellen: The Nation, Bangkok Post, CNBC
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