25.06.2026
Wirtschaft
Grüne Transformation statt Stillstand - Thailand sucht den Anschluss
Grüne Transformation statt Stillstand: Regierung sucht den Anschluss
Auf einer Präsentation zur Wirtschaftsentwicklung der Jahre 2026 und 2027 erklärte Dr. Yunyong Thaicharoen vom SCB Economic Intelligence Centre (EIC), dass die Energieversorgung inzwischen zu den größten strukturellen Herausforderungen des Landes gehört. Besonders die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten hätten gezeigt, wie schnell steigende Ölpreise die thailändische Wirtschaft unter Druck setzen können.
Hohe Abhängigkeit von Energieimporten
Thailand gibt jedes Jahr enorme Summen für den Import von Energie aus. Da Öl, Gas und andere Energieträger größtenteils aus dem Ausland kommen, wirken sich Preissprünge auf den Weltmärkten unmittelbar auf Unternehmen und private Haushalte aus. Höhere Transportkosten, steigende Strompreise und teurere Produkte sind oft die Folge.Deshalb versucht Thailand zunehmend, seine Energiequellen breiter aufzustellen und unabhängiger von einzelnen Lieferländern zu werden. Erneuerbare Energien gelten dabei nicht nur als Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch als wirtschaftliche Absicherung für die Zukunft.
Solarenergie wird immer attraktiver
Besonders große Hoffnungen ruhen auf der Solarenergie. Die Kosten für Solaranlagen auf Hausdächern sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Viele Anlagen können sich inzwischen bereits nach drei bis fünf Jahren amortisieren.Allerdings gibt es noch einen Haken: Viele Solarmodule, Batteriespeicher und technische Komponenten werden weiterhin importiert. Ein Teil der Investitionen fließt dadurch ins Ausland statt in die heimische Wirtschaft.
Experten fordern deshalb vor allem klarere gesetzliche Rahmenbedingungen. Wer selbst Strom erzeugt, sollte überschüssige Energie unkompliziert ins Netz einspeisen und verkaufen können. Genau hier sehen viele Investoren noch Nachholbedarf.
Milliarden für den grünen Umbau
Die thailändische Regierung hat bereits angekündigt, einen Teil ihres 400 Milliarden Baht schweren Wirtschaftspakets für den Ausbau grüner Technologien einzusetzen. Größere Investitionen werden vor allem ab Ende dieses Jahres und bis 2027 erwartet.Besonders die Industrie und der Verkehrssektor treiben den Wandel voran. Elektrofahrzeuge, intelligente Produktionsprozesse und nachhaltige Technologien gewinnen zunehmend an Bedeutung. Auch Banken und Investoren zeigen großes Interesse. Allein die SCB konnte ihre ursprünglich geplanten Finanzierungen für nachhaltige Projekte deutlich übertreffen.
Gleichzeitig sehen Ökonomen weiterhin erhebliche Probleme. Das Wirtschaftswachstum wurde für dieses Jahr auf lediglich rund zwei Prozent gesenkt. Während einige moderne Hightech-Branchen zulegen, kämpfen viele traditionelle Wirtschaftszweige weiterhin mit Schwierigkeiten.
Dr. Yunyong sprach sogar von einem Risiko, dass Thailand zum „kranken Mann Asiens“ werden könnte, wenn notwendige Reformen weiter verschleppt werden. Korruption, Bürokratie, geringe Produktivität und fehlende Reformbereitschaft würden die internationale Wettbewerbsfähigkeit belasten.
Grüne Jobs als Schlüssel zur Zukunft
Neben neuer Technik braucht Thailand nach Ansicht der Experten vor allem gut ausgebildete Fachkräfte. Neue Industrien benötigen Mitarbeiter mit Kenntnissen in Bereichen wie erneuerbare Energien, Batterietechnik, Elektromobilität und nachhaltige Produktion.Nur wenn diese Kompetenzen im eigenen Land aufgebaut werden, kann Thailand dauerhaft von der grünen Transformation profitieren und verhindern, dass Know-how und Wertschöpfung ins Ausland abwandern.
Am Ende fehlt es Thailand nach Ansicht vieler Experten nicht an Plänen oder Visionen. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Projekte unabhängig von Regierungswechseln konsequent umzusetzen und langfristig durchzuhalten. Genau daran wird sich entscheiden, ob das Land in den kommenden Jahren wirtschaftlich aufholt oder weiter hinter seinen Nachbarn zurückfällt.
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