25.08.2025
Wetter
Höchste Alarmstufe in Thailand: Tropensturm Kajiki im Anmarsch
Tage mit Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutschen erwartet
Um die Bevölkerung rechtzeitig zu erreichen, setzte die DDPM erstmals großflächig auf Cell-Broadcast-Warnungen: In Kooperation mit den Mobilfunkanbietern AIS, True und NT wurden noch am 24. August gleich zwei Alarmmeldungen verschickt – um 16:12 Uhr und um 16:51 Uhr. Betroffen sind unter anderem die Provinzen Chiang Mai, Chiang Rai, Phitsanulok, Lampang, Sukhothai und Nakhon Sawan.
Die Warnungen richten sich vor allem an Bewohner von tiefer gelegenen Gebieten sowie Hängen und Flussufern. Sie wurden aufgefordert, Wertgegenstände ins Obergeschoss zu bringen, gefährdete Familienmitglieder in Sicherheit zu bringen und die Wetterberichte laufend zu verfolgen. Für Notfälle ist rund um die Uhr die Hotline 1784 erreichbar.
Höchste Alarmstufe in Bangkok
Auch in Bangkok, wo Starkregen bis zu vier Tage lang erwartet wird, hat die Stadtverwaltung die höchste Alarmstufe ausgerufen. Sprecher Aekvarunyoo Amrapala betonte, dass die BMA ihre Hochwasserschutzpläne vollständig aktiviert hat, um die Auswirkungen auf die Bevölkerung zu mindern.Die Maßnahmen umfassen fünf Schwerpunkte:
1. Drainage und Entwässerung:
- Vier große Wassertunnel, 200 Pumpstationen, 243 Schleusen und 349 Pumpbrunnen stehen mit Personal im 24-Stunden-Betrieb bereit.
- Rückhaltebecken wurden vorsorglich abgesenkt, um Platz für Regenwasser zu schaffen.
2. Schnelleinsatzteams:
- Mobile Einsatztrupps (BEST - Bangkok Emergency Service Teams) kontrollieren besonders gefährdete Stellen, Unterführungen und Engpässe.
- Abfälle und Pflanzenreste, die Abflüsse blockieren, werden sofort entfernt.
3. Notfalltechnik und Ressourcen:
- Mobile Pumpen, Generatoren, Kräne, Lichtballons und Reparaturgeräte stehen in Reserve, ebenso ausreichende Treibstoffvorräte.
4. Bürgerhilfe:
- Alle 50 Stadtbezirke haben Kommandozentralen eingerichtet.
- Hubfahrzeuge, Feuerwehren und Rettungskräfte sind bereit, Menschen und Fahrzeuge aus Fluten zu bergen.
- Polizei und Ordnungsamt kümmern sich um Verkehrslenkung und Hilfe bei havarierten Autos.
5. Zusammenarbeit mit Versorgern:
- In enger Abstimmung mit der Metropolitan Electricity Authority sollen Stromausfälle und ihre Folgen für Pumpwerke oder Tunnel schnell behoben werden.
Nationale Alarmbereitschaft
Auf nationaler Ebene wurde ebenfalls der Ernstfall ausgerufen. Innenminister Phumtham Wechayachai, zugleich Oberbefehlshaber für Katastrophenschutz, sowie sein Stellvertreter Thirarat Samrejvanich wiesen die Gouverneure aller 76 Provinzen und Bangkoks an, Evakuierungspläne vorzubereiten, Notunterkünfte bereitzuhalten und mit der DDPM eng zu koordinieren.Die Behörde selbst hat ein zentrales Lagezentrum („War Room“) eingerichtet und zusätzliche Teams samt schwerem Gerät in besonders gefährdete Regionen entsandt. Phitsanulok dient dabei als logistisches Drehkreuz. Laut Prognosen trifft Kajiki nicht nur den Norden und die Zentralregion, sondern bringt auch heftige Niederschläge im Nordosten, Osten und sogar im Westen Südthailands. Insgesamt gelten 45 Provinzen als direkt gefährdet – darunter auch die Metropolregion Bangkok.
Bis zum Abzug des Sturms will die DDPM tägliche Lageberichte veröffentlichen. Gleichzeitig wurde den Provinzen erlaubt, zusätzliche Hilfsgelder zu beantragen, falls ihre Rücklagen nicht ausreichen.
Sturm Kajiki zeigt einmal mehr, wie verwundbar Thailand durch den Klimawandel und extreme Wetterereignisse geworden ist. Ob hochmoderne Pumpentunnel in Bangkok oder Cell-Broadcast-Warnungen in ländlichen Gebieten – das Land versucht, Naturgewalten mit Technik, Organisation und Kooperation zu begegnen. Ob die Maßnahmen ausreichen, wird sich in den kommenden Tagen zeigen, wenn der Monsunregen über Thailand niedergeht.
Quellen: TMD, BMA, The Nation
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