Ihr habt entschieden: War Thailand früher wirklich besser? - Reisenews Thailand
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18.08.2026

Ihr habt entschieden: War Thailand früher wirklich besser?

Die gute alte Thailand-Zeit - echte Erinnerung oder jede Menge Nostalgie?

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Eure Antworten auf unseren Artikel vom Sonntag

„Von Bambushütten zu Luxusresorts – 40 Jahre Thailand: War früher wirklich alles besser?“ – diese Frage hat bei euch offensichtlich jede Menge Erinnerungen geweckt. Und zwar nicht irgendwelche: Viele von euch kennen Thailand tatsächlich noch aus den 70er-, 80er- und frühen 90er-Jahren, als Koh Samui mit Nachtzug, Bus und Boot erreicht wurde, auf Koh Phangan am Wochenende vielleicht ein paar Dutzend Rucksackreisende auftauchten und an den Stränden von Phuket einfache Bungalows und kleine Garküchen statt großer Resorts und Shoppingcenter standen.

Thailand in den 80ern und heute 40 Jahre Thailand - war früher alles besser?

Die Antworten waren entsprechend emotional – und erstaunlich eindeutig. Eine deutliche Mehrheit findet das Thailand von damals schöner, vor allem wegen der leeren Strände, der intakteren Natur, des fehlenden Massentourismus und dieses ganz besonderen Gefühls, noch wirklich etwas selbst entdecken zu können. Andere sehen es entspannter: Thailand habe sich verändert, aber eben auch wir selbst. Wer mit 20 glücklich in einer Bambushütte für ein paar Mark schlief, weiß mit 60 plötzlich eine Klimaanlage, eine vernünftige Dusche und ein bequemes Bett durchaus zu schätzen.

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Ein Leser brachte es wunderbar auf den Punkt: Die Bambushütte am Maenam Beach war damals großartig – heute ist es eben die klimatisierte „Edel-Hütte“ auf Koh Chang.

Und dann ist da noch eine unbequeme Wahrheit: Wir Thailand-Reisenden selbst haben unseren Anteil daran, dass aus vielen einstigen Geheimtipps touristische Hotspots geworden sind. Einer unserer Leser, Anfang der 80er Reiseleiter im damals fast unbebauten Patong, bezeichnet sich deshalb augenzwinkernd selbst als einen der „Verbrecher“, die Phuket zu dem gemacht hätten, was es heute ist: Paradise lost.


Wir haben eure Antworten ausgewertet

Daraus ergibt sich ein spannendes, nostalgisches, manchmal nachdenkliches und durchaus widersprüchliches Bild von 40 Jahren Thailand-Tourismus. Denn vielleicht lautet die eigentliche Frage am Ende gar nicht: War Thailand früher besser? Sondern: War Thailand früher besser – oder waren wir einfach jünger, abenteuerlustiger und leichter zu begeistern?

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Grob eingeordnet ergibt sich aus den verwertbaren, anonymisierten Kommentaren:

Das ist natürlich keine repräsentative Umfrage, sondern das Stimmungsbild genau dieser Facebook-Kommentare. Und die Kommentierenden sind überdurchschnittlich häufig langjährige Thailand-Reisende, die das Land schon in den 1970er-, 80er- oder 90er-Jahren kennengelernt haben.

Was die „Früher-war-es-besser“-Fraktion vermisst

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Bemerkenswert ist, dass es den meisten gar nicht in erster Linie um niedrigere Preise geht. Immer wieder genannt werden leere Strände, weniger Bebauung, intaktere Natur, einfache Bungalows, weniger Verkehr und vor allem weniger Massentourismus.

Besonders Koh Samui, Phuket und Phi Phi werden geradezu als Sinnbilder für den Wandel genannt. Ein Kommentator erinnert sich an Samui mit einfachen Palmwedelhütten, intakten Korallenriffen und Koh Phangan als Geheimtipp, auf den sich vielleicht zwei Dutzend Rucksackreisende verirrten.

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Andere beschreiben das frühere Phuket und Phi Phi als leer und ursprünglich und reagieren auf deren heutiges Erscheinungsbild regelrecht erschrocken. Sehr schön fasst es ein ehemaliger Reiseleiter zusammen, der 1980/81 in Patong arbeitete: Damals gab es dort ein einziges gemauertes Hotel, kleine Bungalowanlagen und nummerierte Food-Hütten am Strand. Gleichzeitig bezeichnet er sich selbstironisch als einen derjenigen, die letztlich mit dazu beigetragen hätten, dass aus dem damaligen Paradies das heutige Phuket wurde: „paradise lost“.

Der eigentliche Bösewicht heißt Massentourismus

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Wenn es einen gemeinsamen Nenner der kritischen Kommentare gibt, dann ist es eindeutig Massentourismus. Beton, große Resorts, Shopping-Malls, Verkehr, Jet-Skis, Müll und die Bebauung der Natur werden immer wieder genannt. Eine Kommentatorin bringt die Kritik auf den Punkt: Früher habe es zwar keinen Luxus gegeben, den habe man aber auch nicht gebraucht; der heutige Massentourismus mache ihrer Meinung nach das Land kaputt.

Auch das Publikum wird teilweise kritisch gesehen. Statt Rucksackreisenden und einer kleinen „Travellergemeinde“ ist von Instagrammern und Influencern die Rede. Ein Kommentator vergleicht das heutige Chaweng sogar mit dem Ballermann.

Aber: Früher war eben auch der Reisende 30 oder 40 Jahre jünger

Und genau hier werden die Kommentare besonders interessant. Einige der differenziertesten Beiträge stellen nämlich fest: Nicht nur Thailand hat sich verändert – wir selbst haben es auch.

Einer schreibt sinngemäß: Mit 20 und ohne Geld war die Bambushütte am Maenam Beach großartig; heute, Mitte 60, sei die klimatisierte „Edel-Hütte“ auf Koh Chang genauso großartig. Und jeder, der jahrzehntelang nach Thailand gereist sei, habe schließlich selbst seinen Anteil an der touristischen Entwicklung.

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Ähnlich argumentiert ein anderer Kommentator: Die Vergangenheit werde teilweise verklärt. Ruhige Orte gebe es weiterhin, aber im höheren Alter seien Infrastruktur und gewisse Annehmlichkeiten eben durchaus willkommen. Auch der Verfasser des ursprünglichen Beitrags bringt einen wichtigen Punkt hinein: Vor 50 Jahren sei Thailand anders gewesen – aber er selbst eben auch 50 Jahre jünger. Heute seien eine richtige Toilette, eine funktionierende Dusche und etwas Komfort durchaus angenehm.

Und das alte Thailand gibt es durchaus noch

Interessanterweise widersprechen selbst einige Thailand-Veteranen der Vorstellung, das ursprüngliche Thailand sei komplett verschwunden.
Mehrfach heißt es sinngemäß: Raus aus Phuket, Samui, Pattaya und den anderen Hotspots – und plötzlich sieht die Welt wieder ganz anders aus.

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Ein Reisender, der seit 1989 mindestens einmal jährlich nach Thailand fährt, schreibt, trotz aller Veränderungen gebe es abseits der touristischen Zentren weiterhin wunderschöne Orte und freundliche Menschen; auch das individuelle Reisen sei nach wie vor problemlos möglich.

Ein anderer verbringt inzwischen ein halbes Jahr in Thailand und kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Außerhalb der Hotspots sei das Land weiterhin wunderschön. Und manche suchen sich ganz bewusst Orte ohne Klimaanlage, warmes Wasser oder ganztägige Stromversorgung – und sind gerade deshalb glücklich.

Das eigentlich spannende Fazit

Ja, nach diesem Kommentarbild gewinnt „früher war Thailand besser“ ziemlich deutlich. Aber beim genaueren Lesen gewinnt eigentlich „früher war Thailand anders“.

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Die Sehnsucht richtet sich weniger nach schlechten Straßen, Plumpsklos, fehlender Klimaanlage und einer zwölfstündigen Anreise auf eine Insel. Vermisst werden vielmehr Leere, Ursprünglichkeit, Abenteuer, intakte Natur und das Gefühl, etwas selbst entdeckt zu haben.

Und darin steckt eine hübsche Ironie: Viele derjenigen, die heute den Massentourismus beklagen, waren vor 30 oder 40 Jahren selbst Teil jener ersten Touristenwelle, die aus Geheimtipps bekannte Reiseziele machte. Einer der Kommentatoren erkennt genau das selbstironisch an.

Vielleicht lautet die eigentliche Antwort deshalb:

Thailand war früher nicht grundsätzlich besser. Es war weniger erschlossen, weniger komfortabel, billiger, abenteuerlicher und an den heutigen Hotspots zweifellos ursprünglicher. Und wir waren jünger.
Letzteres dürfte bei der Erinnerung an die „gute alte Zeit“ gelegentlich einen mindestens ebenso großen Anteil haben wie die verschwundenen Bambushütten. 😉

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