17.02.2026
Phuket
Keramikshop auf Phuket: 40 Baht Eintritt und rassistische Geste
Zwischen legal und respektlos: Phuket kämpft um seinen guten Ruf
Ein Vorfall in einem Souvenirgeschäft auf Phuket hat in Thailand und China für heftige Reaktionen gesorgt und erneut eine sensible Frage aufgeworfen: Was ist rechtlich erlaubt – und was schadet dem Ruf eines internationalen Tourismusziels?
Auslöser der Kontroverse war ein Video, das sich rasend schnell in sozialen Netzwerken verbreitete. Darin ist die Betreiberin eines Keramik- und Souvenirladens mit dem Namen „Positive Thinking“ zu sehen, wie sie vor einem chinesischen Kunden eine rassistische Geste macht: Sie zieht die Augenwinkel nach außen und streckt die Zunge heraus, um asiatische Gesichtszüge zu karikieren. Die Szene wurde auf der chinesischen Plattform Douyin veröffentlicht und verbreitete sich anschließend auch unter thailändischen Internetnutzern.
Internationale Kritik
Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich der Clip zu einem viralen Aufreger. Nutzer aus China und Thailand reagierten empört und verurteilten das Verhalten der Ladenbesitzerin als respektlos und diskriminierend. Viele Kommentatoren äußerten die Sorge, dass solche Vorfälle dem internationalen Ruf Thailands als gastfreundliches Reiseziel erheblich schaden könnten – insbesondere gegenüber chinesischen Touristen, die eine der wichtigsten Besuchergruppen des Landes darstellen.Doch die rassistische Geste war nicht der einzige Kritikpunkt. Parallel dazu berichteten mehrere Nutzer, dass das Geschäft regelmäßig eine Eintrittsgebühr von 40 Baht (etwa 1 Euro) von Besuchern verlangt. Diese Gebühr werde insbesondere dann erhoben, wenn Kunden den Laden betreten, ohne etwas zu kaufen. Viele empfanden diese Praxis als unfair oder ungewöhnlich.
Angesichts der wachsenden Kritik schalteten sich die Behörden ein. Vertreter des Handelsbüros der Provinz Phuket besuchten das Geschäft persönlich, um die Vorwürfe zu prüfen und den Sachverhalt zu klären.
Nach ihrer Untersuchung stellten die Beamten fest, dass die Erhebung einer Eintrittsgebühr grundsätzlich rechtlich zulässig ist – allerdings unter klaren Voraussetzungen. Entscheidend ist, dass Kunden transparent und eindeutig über die Gebühr informiert werden. Im vorliegenden Fall hatte der Laden entsprechende Hinweisschilder gut sichtbar in thailändischer, englischer und chinesischer Sprache angebracht.
Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass die 40-Baht-Gebühr beim Kauf von Waren vollständig angerechnet wird. Sie dient somit faktisch als Mindestkonsum oder als Ausgleich für Besucher, die den Laden lediglich besichtigen, ohne etwas zu erwerben.
Klare Kritik am Verhalten der Betreiberin
Trotz der rechtlichen Zulässigkeit der Eintrittsgebühr äußerten die Behörden deutliche Kritik am Verhalten der Ladeninhaberin. Sie betonten, dass diskriminierende oder respektlose Gesten gegenüber Touristen inakzeptabel seien und dem internationalen Ansehen Thailands schaden könnten.Die Betreiberin zeigte sich nach Angaben der Behörden einsichtig und sagte zu, künftig professioneller aufzutreten und ähnliche Vorfälle zu vermeiden.
Als Konsequenz kündigte das Handelsbüro verstärkte Kontrollen von touristischen Betrieben an. Künftig sollen Geschäfte und Anbieter in der Region regelmäßig überprüft werden – bis zu drei Mal pro Woche.
Darüber hinaus planen die Behörden Schulungen für Geschäftsinhaber und Mitarbeiter. Ziel ist es, den professionellen Umgang mit internationalen Gästen zu verbessern und das Bewusstsein für respektvolles Verhalten zu stärken. Dabei geht es nicht nur um rechtliche Vorschriften, sondern auch um interkulturelle Sensibilität und den Schutz des Images der Tourismusbranche.
Der Fall zeigt, wie schnell einzelne Vorfälle im digitalen Zeitalter internationale Aufmerksamkeit erlangen können – und wie sensibel das Thema Umgang mit Touristen geworden ist. Während bestimmte Geschäftspraktiken rechtlich erlaubt sein mögen, entscheidet letztlich das Verhalten gegenüber Gästen darüber, wie ein Land wahrgenommen wird.
Gerade in einer stark vom Tourismus abhängigen Region wie Phuket ist der respektvolle Umgang mit internationalen Besuchern nicht nur eine Frage des Anstands, sondern auch ein entscheidender wirtschaftlicher Faktor.
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