17.06.2026
Umwelt
Klimarisikokarten sollen Thailand vor El Niño schützen
Wo drohen Dürre und Überschwemmungen? Thailand erstellt Risikokarten
Um besser vorbereitet zu sein, arbeitet das thailändische Umweltministerium derzeit an einem umfangreichen Klimaprojekt. Hochauflösende Klimadaten und neue Risikokarten sollen künftig zeigen, welche Regionen besonders von Dürren, Überschwemmungen oder anderen Klimafolgen betroffen sein könnten.
Nach Angaben des Department of Climate Change and Environment rechnen Experten damit, dass die Niederschläge in vielen Teilen Thailands zwischen Juni 2026 und Januar 2027 unter dem langjährigen Durchschnitt liegen werden. Sollte sich El Niño weiter verstärken, könnte selbst die Regenzeit deutlich trockener ausfallen als üblich.
Auch im Süden des Landes werden Auswirkungen erwartet. Dort könnten insbesondere die Monate Dezember und Januar weniger Niederschläge bringen. Gleichzeitig rechnen die Fachleute landesweit mit leicht erhöhten Durchschnittstemperaturen. Für Urlauber mag das zunächst angenehm klingen, tatsächlich könnte dies jedoch bedeuten, dass der Winter in Thailand noch milder und trockener ausfällt als sonst.
Um auf solche Entwicklungen vorbereitet zu sein, hat Thailand bereits Klimaprognosen bis zum Jahr 2100 erstellt. Diese enthalten Berechnungen zu Niederschlägen, Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Die Daten werden über das nationale Klimainformationszentrum an Behörden und Planungsstellen weitergegeben.
Besonders interessant ist die Entwicklung neuer Klimarisikokarten. Diese sollen künftig auf Ebene der Tambons, also der thailändischen Unterbezirke, anzeigen, wo besondere Gefahren bestehen. Berücksichtigt werden dabei unter anderem:
- Überschwemmungen
- Dürren
- Erdrutsche
- Meeresspiegelanstieg
- steigende Temperaturen
Zusätzlich entsteht derzeit ein hochauflösender Datensatz für Flussüberschwemmungen, der Risiken noch genauer darstellen soll.
Die neuen Karten sollen nicht nur Behörden helfen. Auch Landwirte könnten davon profitieren, indem sie ihre Aussaatzeiten anpassen oder besser geeignete Pflanzen auswählen. Städte und Gemeinden sollen die Daten nutzen können, um Neubauten, Straßen oder andere wichtige Infrastruktur nicht in besonders gefährdeten Gebieten zu errichten.
Noch sind die Karten nicht öffentlich verfügbar. Mittelfristig könnten sie jedoch zu einem wichtigen Instrument werden, um Thailand besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.
Für viele Regionen des Landes wird die Herausforderung dabei nicht nur darin bestehen, mit mehr Hitze umzugehen. Mindestens ebenso wichtig wird die Frage sein, wie Wasser gespeichert, verteilt und geschützt werden kann, wenn Regenfälle künftig unregelmäßiger auftreten.
Thailand setzt damit zunehmend auf moderne Datenanalyse und langfristige Planung. Denn während man das Wetter nicht beeinflussen kann, lassen sich viele seiner Folgen zumindest besser vorhersagen – und damit auch besser bewältigen.
Diese Seite verwendet
Stock images by Depositphotos
Stock images by Depositphotos
Mehr zum Thema Umwelt
⇒Thailand muss seinen Tourismus komplett neu denken 01.08.2026
Tourismusrekorde um jeden Preis? Wenn zu viele Touristen das Paradies gefährden
⇒Bangkok will knatternde Tuk-Tuks aus der Innenstadt verbannen 31.07.2026
Kultfahrzeuge vor dem Umbruch: Nur noch Elektro-Tuk-Tuks?
⇒Notfallplan greift: Dürre auf der beliebten Insel Koh Samui 30.07.2026
Ferieninsel rationiert Wasser: Ab 3. August kommt es zu Abschaltungen
⇒Thailändische Schülerin gewinnt internationale Umweltpreise 19.06.2026
Junge Naturschützerin macht Plastikmüll zu einem Zuhause für bedrohte Vögel
⇒Seltene Erden vergiften Flüsse an Thailands Grenze 18.06.2026
Der Schatten auf der Energiewende - Doku DW HD 26:00 min
⇒Expo 2026 - Die grüne Weltausstellung kommt nach Thailand 14.06.2026
Udon Thani: Bühne der Welt. Thailand richtet Expo 2026 aus
⇒Milliardenplan für Koh Chang Archipel - Große Chancen, große Fragen 11.06.2026
4,2 Milliarden Baht für Koh Chang: Nachhaltiger Aufbruch oder riskanter Ausbau?
⇒Mai Khao räumt auf: Wenn der Monsun den Müll an den Strand spült 08.06.2026
Phukets 11 km langer Strand ständig von vielen Helfern gereinigt
⇒Thailands Dugongs kämpfen ums Überleben 03.06.2026
Meeressäuger in der Krise: Seegras, Netze & Menschen
⇒Thailand und Deutschland: Klima-Deal mit Rückenwind 09.05.2026
Klima, Kohle, Know-how: Thailand sucht Schulterschluss mit Deutschland
⇒ Mehr Reisenews Thailand zum Thema Umwelt

Jetzt registrieren



