01.10.2026
Verkehr
Kofferchaos ebbt nicht ab - THAI streicht mehr Flüge
Warum sind manche Passagiere sind betroffen, andere nicht. Tipps für Passagiere!
Inzwischen unterstützen mehr als 100 Soldaten die überlastete Bodenabfertigung. Gemeinsam mit zusätzlichen Mitarbeitern werden Koffer sortiert und weitertransportiert. Für die Zustellung an Hotels und Privatadressen innerhalb Thailands kommt weiterhin auch Thailand Post zum Einsatz. Das Chaos konzentriert sich ziemlich klar auf Thai Airways und die Fluggesellschaften, deren Bodenabfertigung THAI übernimmt. Suvarnabhumi selbst hat drei Ground-Handling-Anbieter; laut AOT arbeiteten die beiden anderen während der Krise weitgehend normal.
Konkret betrifft es drei Gruppen:
- THAI-Passagiere
am stärksten: Ankunftsgepäck, Abfluggepäck, Verspätungen und inzwischen zahlreiche Flugstreichungen. - Transit-/Umsteigepassagiere
von THAI besonders heftig. Durch die Flugkürzungen saßen am 30. September laut AOT mehr als 1.000 Transitpassagiere in Suvarnabhumi fest, weil ihre Anschlussflüge ausfielen. - Passagiere anderer Airlines
können ebenfalls betroffen sein, wenn deren Flug von Thai Airways Ground Handling abgefertigt wird. THAI bestätigt ausdrücklich, dass sie neben den eigenen Maschinen auch Kunden-Airlines abfertigt und bei diesen ebenfalls Gepäckrückstände entstanden sind – allerdings deutlich weniger als bei THAI selbst.
Wer dagegen beispielsweise mit einer anderen Airline fliegt, die einen der beiden anderen Ground Handler benutzt, ist vom eigentlichen Kofferchaos nicht automatisch betroffen. Deshalb sieht man derzeit diese merkwürdige Situation: Am selben Flughafen wartet ein Passagier fünf Stunden auf seinen Koffer, während beim nächsten Flug die Gepäckausgabe weitgehend normal funktioniert.
Im Zentrum der Probleme steht die Bodenabfertigung von Thai Airways. Neben THAI-Flügen können deshalb auch andere Fluggesellschaften betroffen sein, die ihre Maschinen und ihr Gepäck von THAI abfertigen lassen. Besonders schwierig ist die Situation für Umsteigepassagiere: Durch die zahlreichen Flugstreichungen saßen zeitweise mehr als 1.000 Transitgäste am Suvarnabhumi fest. Andere Airlines, die einen der beiden weiteren Ground-Handling-Anbieter nutzen, laufen dagegen weitgehend normal.
37 weitere Flüge gestrichen
Deutlich spürbarer werden die Probleme inzwischen beim Flugplan. Thai Airways hat 37 weitere nationale und internationale Flüge zwischen dem 29. September und 1. Oktober gestrichen. Betroffen waren beziehungsweise sind unter anderem Verbindungen nach Frankfurt, München, Amsterdam, London, Brüssel, Zürich, Kopenhagen, Paris, Mailand und Stockholm sowie mehrere Inlandsstrecken.THAI reduziert die Zahl ihrer Abflüge ab Bangkok vorübergehend erheblich, um die Bodenabfertigung zu entlasten und nicht ständig neue Gepäckberge zu produzieren. Bis wieder vollständig normaler Betrieb herrscht, könnte es noch mehrere Tage dauern.
Neu ist außerdem, dass betroffene Passagiere den Verbleib verspäteter Gepäckstücke inzwischen online über das Gepäcksystem von Airports of Thailand verfolgen können. Wichtig vor allem für die rund 1.000 Passagiere, die in Bangkok gestrandet sind.
Wichtig bleibt: Der Suvarnabhumi Airport selbst ist geöffnet und nicht überflutet. Auslöser des Chaos waren vor allem die massiven Personalausfälle infolge der Überschwemmungen rund um Bangkok. Zeitweise konnte etwa die Hälfte der Ground-Handling-Mitarbeiter nicht zur Arbeit kommen.Für Reisende gilt deshalb weiterhin: Flugstatus vor der Fahrt zum Flughafen kontrollieren – und wichtige Medikamente, Dokumente sowie ein Satz frische Kleidung besser ins Handgepäck. Der Passagier könnte derzeit durchaus vor seinem Koffer am Urlaubsort eintreffen. 😏
Tipps für Passagiere
- Flugstatus unbedingt vor der Fahrt zum Flughafen prüfen
Besonders THAI-Passagiere sollten nicht allein auf den ursprünglichen Reiseplan vertrauen. CAAT empfiehlt ausdrücklich die Kontrolle über die offiziellen Airline-Kanäle. - Mehr Zeit für die Anreise einplanen
Überschwemmungen können Straßen und Verkehr weiterhin beeinträchtigen. Wenn sinnvoll, Bahnverbindungen zum Flughafen nutzen. - Medikamente, Dokumente, Ladegeräte
und mindestens einen Satz Kleidung ins Handgepäck. Bei Tausenden noch auszuliefernden Koffern sollte momentan nichts Lebenswichtiges ausschließlich im Aufgabegepäck reisen. Das Verkehrsministerium meldete zuletzt noch rund 8.000 ausstehende Gepäckstücke. - Bei Umsteigeverbindungen
besonders aufmerksam sein. Am 30. September waren zeitweise mehr als 1.000 Transitpassagiere gestrandet, nachdem THAI Flüge gestrichen hatte. Bei knappen Anschlüssen deshalb regelmäßig kontrollieren, ob der Weiterflug tatsächlich stattfindet. - Wer mit Lufthansa, Emirates, Qatar, EVA, Singapore Airlines
fliegt, muss nicht automatisch mit demselben Kofferchaos rechnen. Entscheidend ist unter anderem, welcher Ground Handler den jeweiligen Flug betreut. Die Krise betrifft vor allem THAIs Bodenabfertigung und deren Kunden-Airlines. - Gepäckanhänger fotografieren
Das kleine Klebeetikett mit der Gepäcknummer sollte man momentan besser nicht achtlos wegwerfen. Auch Boardingpass und Buchungsunterlagen aufbewahren. - Fehlt der Koffer,
sofort bei der Airline registrieren lassen und eine Referenznummer/PIR verlangen. Nicht einfach das Terminal verlassen und hoffen, dass sich das Problem von selbst löst. - Für THAI-Passagiere,
die zwischen 26. und 29. September angekommen sind, gibt es inzwischen eine spezielle Online-Abfrage. Gepäck kann außerdem am Suvarnabhumi abgeholt oder über THAI mit Unterstützung von Thailand Post zugestellt werden. - Notwendige Ersatzkäufe dokumentieren:
Belege für Kleidung, Hygieneartikel usw. aufheben. Das ist wichtig für mögliche Erstattungsansprüche gegenüber Airline oder Reiseversicherung.
Für Urlauber bedeutet das also nicht: BKK meiden. Wer mit einer anderen Airline ohne THAI-Ground-Handling fliegt, kann weitgehend normalen Betrieb erleben. Wer dagegen mit THAI fliegt oder in Bangkok auf einen THAI-Anschluss umsteigt, sollte momentan mehr Zeit, etwas Reservekleidung im Handgepäck und vor allem ein wenig Flexibilität mitbringen. Der Urlauber darf schließlich gern vor seinem Koffer in Phuket ankommen – nur sollte die Badehose dann besser im Handgepäck liegen. 😏
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