12.03.2026
Verkehr
Koh Chang Bridge - Route steht, Zeitplan verschiebt sich
Viele Studien, viel Planung und vielleicht irgendwann eine Brücke
Schon vor Jahren wurde darüber spekuliert, ob eine Brücke zur zweitgrößten Insel Thailands überhaupt gebaut werden würde. Inzwischen gilt eher die Frage: Wann wird sie gebaut? Spätestens seit 2024 gewann das Projekt deutlich an Dynamik, als mehrere Varianten offiziell untersucht wurden und technische Studien begannen.
Verbindung von Ban Thammachat Lang nach Ban Dan Mai
Nach aktuellen Berichten hat sich in der laufenden Planung eine Route als Favorit herauskristallisiert. Vorgesehen ist eine 5,9 Kilometer lange Brücke, die das Festland bei Ban Thammachat Lang mit Ban Dan Mai auf Koh Chang verbinden soll.Die geplante Strecke beginnt auf dem Festland südlich des Fährhafens in landwirtschaftlich geprägten Gebieten. Von dort führt sie über das Meer in Richtung Koh Chang. Die Konstruktion soll so gestaltet werden, dass Boote und Fähren weiterhin unter der Brücke passieren können, da die Route wichtige Schifffahrtswege kreuzt.
Auf der Inselseite würde die Brücke in der Nähe von Ban Dan Mai enden. Der geplante Verlauf betrifft laut Planungen nur wenige Wohngebiete mit geringer Bebauungsdichte. Ein Abschnitt der Strecke würde allerdings über ein Korallenriffgebiet verlaufen, weshalb Umweltaspekte weiterhin intensiv geprüft werden.
Deutlich höhere Kosten & Zeitplan verschoben
Die aktuellen Planungen gehen von Baukosten in Höhe von rund 15 Milliarden Baht aus. Das entspricht etwa 380 Millionen Euro. Diese Summe liegt deutlich über früheren Schätzungen, die noch von etwa 10 Milliarden Baht ausgegangen waren.Der Kostenanstieg hängt vermutlich damit zusammen, dass die technischen Untersuchungen inzwischen detaillierter geworden sind. Je weiter ein Infrastrukturprojekt in der Planung voranschreitet, desto genauer werden Bauweise, Fundamentierung und Umweltschutzmaßnahmen kalkuliert.
Auch beim Zeitplan gibt es Änderungen. Ursprünglich war ein früherer Start vorgesehen, doch umfangreiche Untersuchungen – unter anderem geologische, ozeanografische und ökologische Studien – haben sich verzögert. Besonders während der Monsunzeit waren viele Messungen schwieriger durchzuführen.
Der aktuelle Projektfahrplan sieht nun folgende Schritte vor:
Im Frühjahr 2026 sollen weitere öffentliche Anhörungen stattfinden, bei denen die Ergebnisse der technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Studien vorgestellt werden. Gegen Ende 2026 oder Anfang 2027 folgt die Abstimmung mit Versorgungsunternehmen und Infrastrukturbehörden.
Wenn alles planmäßig verläuft, könnte das Projekt 2028 dem thailändischen Kabinett zur endgültigen Genehmigung vorgelegt werden. Anschließend würde die Landbeschaffung ab 2029 beginnen. Der eigentliche Baubeginn wäre frühestens 2030 realistisch. Die Fertigstellung und Eröffnung der Brücke wird derzeit für 2034 erwartet.
Alternative zur Fähre
Heute ist Koh Chang ausschließlich per Fähre erreichbar. Besonders an Feiertagen oder während der Hochsaison kommt es regelmäßig zu langen Wartezeiten. In Spitzenzeiten können Reisende bis zu drei oder vier Stunden an den Fährterminals warten.Die geplante Brücke könnte diese Situation deutlich verändern. Sie würde eine direkte Straßenverbindung schaffen und damit sowohl den Tourismus als auch die Versorgung der Insel erleichtern. Gleichzeitig könnte sie die Abhängigkeit vom Fährverkehr verringern.
Umweltfragen bleiben ein zentrales Thema
Ein wichtiger Punkt in der weiteren Planung ist der Umgang mit den sensiblen Meeresökosystemen rund um Koh Chang. Teile der geplanten Strecke verlaufen über Bereiche mit Korallenriffen. Deshalb müssen Umweltverträglichkeitsprüfungen sicherstellen, dass mögliche Schäden minimiert werden.Die Behörden prüfen derzeit verschiedene technische Lösungen, um Auswirkungen auf Meeresleben und Küstenökologie möglichst gering zu halten.
Mit der klarer werdenden Planung wächst auch das Interesse an Grundstücken in der Region. Besonders Gebiete in der Nähe der möglichen Brückenanschlüsse könnten langfristig an Bedeutung gewinnen.
Auf dem Festland betrifft das vor allem die Gegend um Ban Thammachat Lang und Ao Thammachat. Auf Koh Chang selbst könnte insbesondere Ban Dan Mai stärker in den Fokus rücken. Eine bessere Erreichbarkeit der Insel könnte langfristig Auswirkungen auf Tourismus, Infrastruktur und Immobilienpreise haben.
Das Brückenprojekt nach Koh Chang wird seit vielen Jahren diskutiert und ist eines der größten geplanten Infrastrukturvorhaben in der Provinz Trat. Mit der Auswahl einer konkreten Route und einem detaillierteren Zeitplan scheint das Vorhaben nun einen wichtigen Schritt weiter zu sein.
Bis zur endgültigen Entscheidung und dem tatsächlichen Baubeginn wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Erst nach weiteren Studien, Genehmigungen und öffentlichen Konsultationen wird sich zeigen, ob die Brücke tatsächlich gebaut wird – und wann Reisende eines Tages ohne Fähre nach Koh Chang fahren können.
Kommentar der Red.:
Das Brückenprojekt nach Koh Chang gehört inzwischen zu den zuverlässigsten Dauerbrennern der thailändischen Infrastrukturplanung. Seit vielen Jahren wird darüber gesprochen, gerechnet, diskutiert und natürlich auch fleißig studiert. Nun scheint man wieder einen Schritt weiter zu sein – zumindest auf dem Papier. Eine Route ist gefunden, ein Zeitplan formuliert, und die Hoffnung lebt. Vielleicht.Für Freunde der Insel gibt es allerdings keinen Grund zur Nervosität. Selbst wenn tatsächlich irgendwann eine endgültige Genehmigung erteilt werden sollte, stehen vorher noch einige klassische Etappen an: weitere Studien, noch mehr Gutachten, ein paar zusätzliche öffentliche Anhörungen – und natürlich die kleine Frage der Finanzierung. Schließlich muss irgendwo jemand gefunden werden, der die rund 15 Milliarden Baht (rund 420 Mio. EUR) nicht nur interessant findet, sondern sie auch tatsächlich auf den Tisch legt.
Bis also wirklich ein Bagger am Festland anrollt, dürften noch einige Monsunzeiten ins Land ziehen. Und selbst dann wäre der Bau der Brücke vermutlich eher ein Langstreckenprojekt als ein Sprint.Mit anderen Worten: Wer Koh Chang liebt, kann sich vorerst entspannt zurücklehnen. Die Fähre wird uns wohl noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Und vielleicht ist genau das für die Insel auch gar nicht die schlechteste Nachricht.
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