09.08.2025
Wirtschaft
Koh Chang trotz Waffenruhe: Gäste & Personal weg - Sorgen da
Zwischen Waffenruhe und Wirtschaftsflaute: Insel bangt um Saison
Für Saksit Mungkarn, ehemaligen Vorsitzenden des Tourismusrates von Trat und selbst Hotelbetreiber auf Koh Chang, ist klar: Die Waffenruhe hat die Sorgen der Privatwirtschaft bislang nicht zerstreut. Die politische Unsicherheit auf beiden Seiten der Grenze sei zu groß, um von einer stabilen Lage zu sprechen.
Der Konflikt hat bereits spürbare Spuren hinterlassen – vor allem auf dem Arbeitsmarkt. Viele kambodschanische Beschäftigte, die im Servicebereich und auf Baustellen eine tragende Rolle spielten, verließen die Insel in Richtung Heimat. Nur diejenigen, deren Familien dauerhaft auf Koh Chang leben, blieben.
Zur Sorge um fehlende Gäste kommt der Abgang bewährter Mitarbeiter. Manche kambodschanischen Angestellten baten um vorübergehende Beurlaubung, um in ihre Heimat zurückzukehren – aus Angst um ihre Sicherheit oder um ihr Eigentum. Arbeitgeber versuchten zwar, mit Zuspruch und Unterstützung gegenzusteuern, doch die Verunsicherung war zu groß.
In Hotels und Restaurants stopften Betreiber die Personallücken mit thailändischen Arbeitskräften und Praktikanten aus. Besonders dramatisch ist die Situation jedoch im Baugewerbe: Hier stehen die Projekte still oder laufen nur schleppend weiter, da lediglich wenige Arbeiter aus dem Nordosten Thailands einspringen.
Koh Chang Strände
📉 90 % Buchungsrückgang im Resort
Auch Pornthip Sunthornkit, Managerin des Chai Chet Resort, ringt um Gäste. Seit Beginn der Grenzspannungen sei die Insel „wie leergefegt“. Seminargruppen – sonst ein sicherer Umsatzbringer in dieser Jahreszeit – stornierten reihenweise, andere Gäste verschoben ihre Aufenthalte. Keine Inlandstouristen, die eigentlich für dieses lange Urlaubswochenende der Thais für ein volles Haus sorgen, aber auch keine Auslandstouristen.Das Problem: Viele Touristen - ob einheimisch oder aus dem Ausland - halten die Provinz Trat fälschlicherweise für unsicher, obwohl die Kämpfe Hunderte Kilometer entfernt toben. Trotz aller Kommunikationsbemühungen der Hotels sank die Auslastung im Chai Chet Resort um fast 90 %. Pornthip ist überzeugt, dass auch ihre Kollegen auf der Insel ähnlich drastische Rückgänge verkraften müssen.
Er fordert nun klare Unterstützungsmaßnahmen auch für jene, die nicht direkt an der Frontlinie des Konflikts stehen, aber dennoch wirtschaftlich leiden. Denkbar seien zinsvergünstigte Kredite, Tilgungspausen oder Laufzeitverlängerungen, wie sie in früheren Krisen gewährt wurden. „Wir haben Bankkredite, die bedient werden müssen. Wenn sich die Lage bis zur Hochsaison am Jahresende nicht bessert, werden die wirtschaftlichen Folgen verheerend sein“, warnt sie.
Der Fall Koh Chang zeigt, dass ein Waffenstillstand nicht automatisch zur wirtschaftlichen Normalität führt. Vertrauen, Sicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen sind entscheidend, damit Gäste zurückkehren – und damit Inseln wie Koh Chang nicht nur als Naturparadies, sondern auch als sichere Destination wahrgenommen werden. Bis dahin bleibt für viele Betreiber der Blick auf die Buchungszahlen eine tägliche Nervenprobe.
Quelle: Bangkok Post,
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