Krabi beschlagnahmt Grundstücke im Wert von 2,1 Milliarden Baht - Reisenews Thailand
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28.07.2026

Krabi beschlagnahmt Grundstücke im Wert von 2,1 Milliarden Baht

126 Rai Land eingefroren - Thailändischen Behörden gehen gegen Briten vor

Krabi beschlagnahmt Grundstücke im Wert von 2,1 Milliarden Baht - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Thailand verschärft seinen Kampf gegen illegale Nominee-Konstruktionen – und diesmal trifft es einen besonders spektakulären Fall. In der Provinz Krabi haben die Behörden 22 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 126 Rai (rund 20 Hektar) beschlagnahmt. Der geschätzte Wert: 2,146 Milliarden Baht, das entspricht etwa 56 Millionen Euro. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein britischer Staatsbürger, der das Land nach Ansicht der Behörden über ein ausgeklügeltes Firmengeflecht kontrolliert haben soll.

Drei Firmen, 22 Grundstücke und ein kompliziertes Beteiligungsnetz

Nach Angaben des Innenministeriums konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen Briten, der öffentlich nur als „Alain“ bezeichnet wird. Er soll drei thailändische Unternehmen gegründet beziehungsweise kontrolliert haben: Phuket Lanta House Co., Ltd., Sky Global Net Co., Ltd. und Gulval Properties Co., Ltd..

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Auf dem Papier hielten thailändische Anteilseigner die gesetzlich erforderlichen Mehrheiten, tatsächlich sollen die Firmen jedoch über gegenseitige Beteiligungen so miteinander verflochten gewesen sein, dass der Brite letztlich die Kontrolle über nahezu das gesamte Firmengeflecht ausübte. Ermittler sprechen von einer effektiven Kontrolle von 99,87 Prozent an Gulval Properties.

Über diese Firmen wurden nach Angaben der Behörden insgesamt 22 Grundstücke auf Koh Por im Bezirk Koh Lanta erworben. Die hochwertigen Küstengrundstücke wurden später sogar öffentlich zum Verkauf angeboten – ein Umstand, der die Aufmerksamkeit der Ermittler zusätzlich erhöhte.

Verdacht auf Umgehung des thailändischen Landrechts

Thailand erlaubt Ausländern grundsätzlich nicht, direkt Land zu besitzen. Deshalb greifen manche Investoren auf sogenannte Nominee-Konstruktionen zurück. Dabei treten thailändische Staatsbürger offiziell als Anteilseigner oder Eigentümer auf, während die tatsächliche Kontrolle im Hintergrund bei einem Ausländer liegen soll.

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Genau dieses Modell vermuten die Behörden nun in Krabi. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnten die Grundstücke zwangsweise veräußert werden. Zunächst wurden sämtliche 22 Parzellen eingefroren. Nun prüfen das Land Department und weitere Behörden Eigentumsurkunden, Firmenunterlagen und die gesamte Besitzstruktur. Anschließend soll der Fall an die Provinz Krabi übergeben werden, wo ein Verfahren zur zwangsweisen Veräußerung eingeleitet werden könnte. Dieser Prozess dürfte nach Einschätzung der Behörden sechs bis zwölf Monate dauern.

Ermittlungen gehen weit über den Grundstückskauf hinaus

Der Fall beschränkt sich längst nicht mehr nur auf den mutmaßlichen Landbesitz. Nach Angaben der Ermittler werden inzwischen auch neun Stiftungen, mögliche ausländische Finanzierungsquellen, verdächtige Landtitel, mutmaßlich illegal betriebene Hotels sowie mögliche Verbindungen zu Behörden überprüft. Die Ermittlungen weiten sich damit zu einem der größten Nominee-Verfahren der vergangenen Jahre aus.

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Der Fall in Krabi ist kein Einzelfall. Seit Monaten gehen mehrere Ministerien gemeinsam mit Polizei, Handelsministerium und Einwanderungsbehörden verstärkt gegen Unternehmen vor, die im Verdacht stehen, über thailändische Strohmänner ausländischen Investoren die Kontrolle über Grundstücke oder Firmen zu verschaffen.

Besonders in beliebten Tourismusregionen wie Phuket, Krabi, Koh Lanta oder Pattaya stehen dabei hochpreisige Immobilienprojekte und Hotelanlagen im Fokus. Ziel der Regierung ist es nach eigenen Angaben, illegale Umgehungskonstruktionen konsequent aufzudecken und den thailändischen Immobilienmarkt stärker vor unerlaubter ausländischer Kontrolle zu schützen.
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