08.08.2025
Amüsantes
Livestream aus der Poolvilla: Erotik-Crew fliegt in Pattaya auf
Warum es keine gute Idee ist, Erwachsenenfilme in Thailand zu drehen
In der tropischen Urlaubsmetropole Pattaya hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass manche Touristen nicht nur wegen der Strände und Garküchen nach Thailand reisen – sondern offenbar auch wegen der breitbandigen Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung. Diesmal ging es allerdings nicht um Backpacker-Spiritualität oder vegane Detox-Kuren, sondern um einen pikanten DIY-Dreh mit internationaler Besetzung, Livestream inklusive. Tatort: eine scheinbar harmlose Poolvilla. Drehbuch: nicht jugendfrei.
Wenn die Villa zum Studio wird
Die thailändische Einwanderungsbehörde staunte nicht schlecht, als ein Hinweis einging, dass in einer gemieteten Villa in Pattaya nicht nur der Pool regelmäßig feucht wurde. Offenbar nutzten mehrere chinesische Touristen und zwei Laotinnen das Anwesen nicht zum Grillen und Baden – sondern zur Produktion schamloser Livestreams, die direkt auf eine chinesische Social-Media-Plattform übertragen wurden.Unzensiert, versteht sich – und offenbar mit mehreren Kameraperspektiven, denn die Beamten fanden beim Zugriff sage und schreibe zehn (!) Smartphones in Daueraufnahme. Ob man hier die Realität aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten wollte oder ob einfach jeder Körperteil seine eigene Kamera hatte, bleibt der Fantasie überlassen.
Verhaftet wurden:
- Hong (48) - vermutlich der Produzent mit dem längsten - Lebenslauf
- Zhi (43) - vermutlich zuständig für Special Effects und Beleuchtung
- Peng (53) - möglicherweise Chefdramaturg und Regieassistent
- Wan (26) - Darstellerin mit laotischem Pass
- Win (24) - ebenfalls Darstellerin, ebenfalls aus Laos
Die männlichen Rollen wurden offensichtlich vom Produktionsteam gleich mit übernommen. Für Regieanweisungen und spontane Dramaturgie sind diese kurzen Namen sehr praktisch, denn ein kurzer Aufruf wie "Wir machen jetzt ´PengWan´, ´ZhiWanPeng´ oder ´WanWin´ genügt, um eine völlig neue Szene zu drehen.
Ob es sich bei der Besetzung um eine zufällig zusammengewürfelte Truppe oder um ein fest eingespieltes Ensemble handelt, ist unklar. Klar ist jedoch: Die Laotinnen gaben an, pro Livestream 3.000 Baht zu erhalten – was in etwa einem mittelguten Pad-Thai-Kurs für deutsche Rentner auf Koh Samui entspricht.
Mit Gummi und Gigabyte: Die sichergestellten Requisiten
Bei der Razzia wurden neben der Armada an Mobiltelefonen auch diverse Requisiten beschlagnahmt: Erwachsenenspielzeug, Gummis und professionelle Videoausrüstung. Offenbar legte man Wert auf technische Qualität – immerhin wollten die zahlenden Zuschauer in China keine verpixelten „Kunstwerke“, sondern glasklare Echtzeit-Unterhaltung mit exotischem Flair. Wie viel Geld mit diesen Auftritten verdient wurde, verrieten die Behörden nicht. Man darf aber annehmen: Bei genug Klicks und Likes hätte das nächste „Set“ vermutlich schon auf Phuket oder in Chiang Mai gestanden.Erotik - ein Fall fürs Strafgesetzbuch
So amüsant oder absurd das Ganze auch klingen mag – rechtlich versteht Thailand bei solchen Aktionen keinen Spaß. Den fünf Akteuren drohen nun satte Strafen:- §287(1) Strafgesetzbuch: Herstellung und Verbreitung unzüchtiger Inhalte - bis zu 3 Jahre Haft oder 60.000 Baht Strafe, oder beides.
- §287(2) Strafgesetzbuch: Handel mit pornografischem Material - gleiche Strafe wie oben (obendrauf).
- §14(4) Computerkriminalitätsgesetz: Hochladen obszöner Inhalte in ein IT-System - bis zu 5 Jahre Haft oder 100.000 Baht Strafe, oder ebenfalls beides (auch obendrauf).
Auch ohne viel Pech gibt’s also statt Likes und Geschenken aus dem Livechat demnächst Gitterstäbe und Reis mit Fischsoße. Was als tropisches Abenteuer mit Kamera begann, endete mit Blaulicht, Strafanzeige und der bitteren Erkenntnis, dass selbst der erotischste Content seine Grenzen hat – zumindest, wenn er aus einer thailändischen Poolvilla gesendet wird.
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