Naturkatastrophen - die Konsequenzen des Klimawandels - Reisenews Thailand
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18.09.2024

Umwelt  

Naturkatastrophen - die Konsequenzen des Klimawandels

Opferzahl der Überschwemmungen in SO-Asien überschreitet 500

Naturkatastrophen - die Konsequenzen des Klimawandels - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Naturkatastrophen, wie die durch Taifun Yagi ausgelösten verheerenden Überschwemmungen, sind direkte Konsequenzen des Klimawandels. Die Veränderungen des Klimas wirken sich auf zahlreiche Bereiche Thailands aus, insbesondere auf die Wirtschaft, das Ökosystem und die Lebensbedingungen der Menschen. Besonders die Wasserbewirtschaftung stellt eine große Herausforderung dar, da die Intensität und Häufigkeit von Überschwemmungen, als auch etremen Trocken- und Hitzeperioden zunehmen – ein zentrales Klimarisiko in Thailand.

Laut dem vierten nationalen Kommunikationsbericht Thailands, der im April dieses Jahres veröffentlicht wurde, zeigte sich ein deutlicher Anstieg der Durchschnittstemperaturen in Thailand über die Jahrzehnte hinweg. Von 1981 bis 1990 stiegen die Temperaturen um 0,33 Grad Celsius, von 1991 bis 2000 um 0,16 Grad und von 2001 bis 2010 um 0,145 Grad. In den Jahren 2011 bis 2021 betrug der Anstieg 0,09 Grad Celsius.

Diese Erhöhung der Temperaturen hat direkte Auswirkungen auf das Überschwemmungsrisiko. Höhere Temperaturen führen zu einer verstärkten Verdunstung von Wasser aus Land und Ozeanen, was die Menge und Häufigkeit heftiger Niederschläge beeinflusst. Laut dem US-amerikanischen Natural Resources Defense Council resultieren diese veränderten Bedingungen in intensiveren und häufigeren Regenfällen.

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Nach Angaben des National Hydroinformatics Data Centre schwankte die Niederschlagsmenge in Thailand in den letzten 20 Jahren erheblich. Die Jahre 2004 bis 2005 waren von schweren Dürreperioden geprägt, während 2009 bis 2010 unterdurchschnittliche Niederschläge verzeichnet wurden. Im Jahr 2011 erlebte das Land hingegen großflächige Überschwemmungen, insbesondere in den nördlichen und zentralen Regionen.

Im Jahr 2015 verzeichnete Thailand einen Niederschlagsrückgang um 17 % im Vergleich zum Durchschnitt, gefolgt von einem Anstieg im folgenden Jahr. Diese Schwankungen in den Niederschlagsmengen – sowohl Rückgänge als auch Zunahmen – treten zunehmend in Wechselwirkung miteinander auf. Ein wesentlicher Einflussfaktor ist das jährlich wechselnde Phänomen von La Niña und El Niño.

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Nachdem im Jahr 2023 in Thailand die bisher höchsten Temperaturen gemessen wurden und im April eine 13-tägige Hitzewellen mit durchgehen über 40 Grad im Nordosten vermeldet wurde, wurde das Jahr 2024 noch schlimmer.

Im eigentlich kühleren Nordosten gab es eine 33 Tage anhaltende Mörderhitze mit täglich über 40 Grad. Rund 70 Menschen verloren durch die Hitze ihr Leben und die Bauern betrauerten ihre vertrockneten Felder. Auch im Süden wurde das Wasser in den Touristengebieten von Krabi, PhiPhi, Koh Samui und Koh Phangan, sowie in Hua Hin bedenklich knapp und musste mit Tanklastwagen über weite Distanzen herbeigeschafft werden.

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Dafür erlebte der Norden im Sommer die stärksten Regenfälle seit über 80 Jahren, mit unglaublichen Überflutungen, tödlichen Erdrutschen und abermals hunderten Quadratkilometern zerstörtem Ernteland, fast 40.000 überschwemmten Haushalten und Schäden, sie weit in die Milliarden gehen..

Prognosen des Thailand Science Research and Innovation (TSRI) sowie des Ramkhamhaeng University Center of Regional Climate Change and Renewable Energy deuten darauf hin, dass die durchschnittliche tägliche Niederschlagsmenge in der nahen und fernen Zukunft zunehmen wird. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen.

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Neben den Überschwemmungen gibt es jedoch auch Anzeichen für zunehmende Dürreperioden, insbesondere in den Nordost- und Südregionen Thailands. Die höheren Temperaturen beeinflussen die Wetterbedingungen, und die verstärkte Verdunstung kann zu einer schnelleren Erschöpfung von Oberflächen- und Grundwasser führen. Diese Entwicklung verschärft die Dürrebedingungen weiter.

Insgesamt verdeutlichen diese Entwicklungen, wie stark der Klimawandel das Wetter- und Niederschlagsmuster beeinflusst und die Notwendigkeit unterstreicht, sich auf diese Herausforderungen durch angemessene Wasserbewirtschaftung und Anpassungsstrategien einzustellen.
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