28.02.2026
Umwelt
Öl aus gesunkenem Frachtschiff erreicht Phukets Traumstrände
20 Tage nach der Havarie der Sealloyd Arc kämpfen die Menschen gegen die Ölpest
Das Wrack in 60 Metern Tiefe – und ein kaum erreichbares Leck
Am 7. Februar sank der unter panamaischer Flagge fahrende Frachter „Sealloyd Arc“ auf dem Weg nach Bangladesch vor Phuket. Das Schiff liegt nun in etwa 60 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund – eine Tiefe, die Bergungs- und Reparaturarbeiten erheblich erschwert.
Nach Angaben der Behörden traten rund 1.700 Liter Öl aus. Das Problem: Taucher können das Leck nur schwer erreichen, und ein dauerhaftes Abdichten gilt als nahezu unmöglich. Während technische Lösungen geprüft werden, strömt weiterhin Öl ins Meer – mit sichtbaren Folgen an der Oberfläche.
Erste Strände betroffen – Ausbreitung nicht ausgeschlossen
Inzwischen haben Ölrückstände mehrere Küstenabschnitte erreicht. Besonders alarmierend ist die Situation auf Banana Beach auf Koh Hey, einem bei Touristen für sein türkisfarbenes Wasser bekannten Strand, der bereits Ende Februar von ersten Ölklumpen verschmutzt wurde.
Auch Racha Yai sowie der Ya Nui Beach auf Phuket sind betroffen. Laut dem örtlichen Abgeordneten Chalermpong Saengdee wird sich die Verschmutzung weiter ausbreiten. Als gefährdete Gebiete gelten unter anderem die Strände m Süden Phukets wie der Ao Rawai, Nai Harn, Kata Beach sowie kleinere Inseln wie Koh Kaeo Noi und Koh Kaeo Yai.
Viele dieser Orte beherbergen empfindliche Korallenriffe und Seegraswiesen – Ökosysteme, die besonders anfällig auf Ölverschmutzungen reagieren.
Gefahr für Meereslebewesen und Tourismus
Die Sorge wächst, dass die Auswirkungen weit über verschmutzte Strandabschnitte hinausgehen. Öl kann Korallen schädigen, Seegrasflächen zerstören und Fische sowie andere Meerestiere langfristig beeinträchtigen. Neben direkten Schäden drohen auch indirekte Folgen durch kontaminierte Nahrungsketten und toxische Rückstände.
Zugleich steht die wirtschaftliche Bedeutung der Region im Raum. Phuket und die umliegenden Inseln zählen zu den wichtigsten touristischen Zentren Thailands. Eine anhaltende Umweltbelastung könnte das Vertrauen von Reisenden erschüttern und lokale Unternehmen – von Hotels über Tauchschulen bis hin zu Restaurants – empfindlich treffen.
Anwohner greifen zu Harken und Eimern
Während Behörden technische Lösungen prüfen, sind es meist Einheimische, die unmittelbar reagieren. In Fernsehaufnahmen waren Bewohner zu sehen, die mit einfachen Mitteln Ölklumpen von den Stränden sammeln. Parallel setzt die thailändische Marine Dispersionsmittel ein, um das Öl auf dem Wasser zu binden und die Ausbreitung einzudämmen.
Gleichzeitig fordern lokale Politiker zusätzliche Mittel für eine Bergung des Wracks. Ob und wann eine solche Maßnahme umgesetzt werden kann, ist jedoch offen – insbesondere angesichts der Tiefe und der komplexen technischen Anforderungen.
Kein Einzelfall – wiederkehrendes Umweltproblem
Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein. Zwischen 2017 und 2021 registrierte die thailändische Meeres- und Küstenschutzbehörde 130 Ölverschmutzungen in mehr als 23 Provinzen. Umweltorganisationen warnen regelmäßig vor den langfristigen Folgen solcher Zwischenfälle: geschädigte Ökosysteme, bedrohte Tierarten und wirtschaftliche Verluste in Küstenregionen.
Zwischen Hoffnung und Unsicherheit
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Ob es gelingt, das austretende Öl einzudämmen und empfindliche Naturbereiche zu schützen, hängt von technischen Lösungen, günstigen Strömungsverhältnissen und koordiniertem Krisenmanagement ab.
Für die Menschen auf Phuket ist die Situation bereits jetzt spürbar: zwischen Sorge um ihre Umwelt, ihren Lebensunterhalt – und die Zukunft einer Region, die vom Meer lebt. Und vor allem jetzt, in der Hauptsaison muss auch mit herben Verlusten der Tourismusindistrie gerechnet werden.
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