Österreicher in Thailand zu 1.673 Jahren Haft verurteilt - Reisenews Thailand
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27.05.2026

Österreicher in Thailand zu 1.673 Jahren Haft verurteilt

Hohes Strafmaß wegen schwerer Straftaten gegen die eigene Tochter

Österreicher in Thailand zu 1.673 Jahren Haft verurteilt - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Ein österreichischer Staatsbürger ist in Thailand wegen schwerer Straftaten gegen seine leibliche Tochter zu einer außergewöhnlich hohen Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht setzte das rechnerische Strafmaß auf 1.673 Jahre Haft fest. Der Mann wurde wegen schwerer Sexualdelikte, Menschenhandels sowie weiterer Verstöße gegen thailändische Schutzgesetze verurteilt. Im Mittelpunkt des Falls steht der langjährige Missbrauch eines Kindes, das dem Mann als Vater anvertraut war.

Gericht sieht jahrelange Ausnutzung eines Kindes als erwiesen an
Nach den Feststellungen im Verfahren zog der Österreicher seine Tochter nach der Trennung von seiner thailändischen Lebensgefährtin selbst auf. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass der Mann diese besondere Vertrauens- und Abhängigkeitsposition über Jahre hinweg schwer missbrauchte.

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Die Taten begannen laut Verfahren, als das Mädchen noch ein Kind war. Neben den eigenen Übergriffen wurde der Mann auch dafür verurteilt, seine Tochter weiteren Personen zugänglich gemacht zu haben. Dabei entstand auch belastendes Bildmaterial, das später verbreitet wurde. Aus Gründen des Opferschutzes werden Details der Taten hier bewusst nicht weiter ausgeführt. Entscheidend ist: Das Gericht bewertete den Fall als besonders schwerwiegend, wiederholt und systematisch.

Digitale Spuren führten zu Ermittlungen
Eine wichtige Rolle spielte nach Angaben der Behörden auch eine Chatgruppe, die der Mann verwaltet haben soll. Dort soll er unter falscher Identität aufgetreten sein und Material veröffentlicht haben, das im Zusammenhang mit dem Missbrauch des Kindes stand. Der Fall kam ins Rollen, nachdem eine internationale Nichtregierungsorganisation Hinweise an das thailändische Department of Special Investigation, kurz DSI, weitergab. Danach begannen Ermittlungen in Thailand, die eng mit österreichischen Behörden abgestimmt wurden.

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An der Aufklärung waren das thailändische DSI, das österreichische Bundeskriminalamt, das zuständige Referat für Sexualstraftaten und Kinderpornografie sowie das Büro der österreichischen Verbindungsbeamtin des Innenministeriums in Bangkok beteiligt. Der Direktor des österreichischen Bundeskriminalamts, Andreas Holzer, hob nach der Bestätigung des Urteils die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit hervor. Gerade bei schweren Straftaten gegen Kinder seien schnelle direkte Kontakte zwischen Behörden unverzichtbar. Unterschiedliche Zeitzonen, Sprachbarrieren und Rechtssysteme machten solche Fälle besonders anspruchsvoll.

In diesem Fall habe ein intensiver und vertrauensvoller Austausch zwischen thailändischen und österreichischen Stellen bestanden. Ziel war es, die Ermittlungen rasch voranzubringen und das betroffene Kind zu schützen. Festgenommen wurde der Österreicher bereits im Februar 2022 in Nakhon Ratchasima, einer Provinz im Nordosten Thailands, die vielen auch unter dem Namen Korat bekannt ist. Der Mann war den Behörden nicht unbekannt. In Österreich hatte er zuvor bereits zwei Haftstrafen wegen ähnlich gelagerter Delikte verbüßt. Umso schwerer wiegt der Fall, weil es später in Thailand erneut zu schweren Straftaten kam.

Warum das Urteil auf 1.673 Jahre lautet
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Das Strafmaß von 1.673 Jahren Haft wirkt aus europäischer Sicht zunächst ungewöhnlich hoch. Es erklärt sich durch die thailändische Strafzumessung. In Thailand können einzelne Straftaten separat bewertet und anschließend zusammengerechnet werden. Im konkreten Fall wurden dem Mann allein wegen Vergewaltigung 134 einzelne Straftaten angelastet. Dadurch entstand die sehr hohe rechnerische Gesamtstrafe. Die Zahl ist also keine symbolische Übertreibung, sondern das Ergebnis vieler einzeln abgeurteilter Taten. Sie zeigt, wie schwer das Gericht den Fall bewertete und wie deutlich das Urteil ausfiel.

Ein klares Signal der thailändischen Justiz
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Der Fall zeigt auf erschütternde Weise, wie wichtig konsequenter Kinderschutz, internationale Ermittlungsarbeit und schnelle Behördenkontakte sind. Ohne den Hinweis der NGO und die enge Zusammenarbeit zwischen Thailand und Österreich wäre es möglicherweise deutlich schwieriger gewesen, den Täter zu stoppen und das Kind aus der Situation zu befreien.

Trotz des aufsehenerregenden Strafmaßes sollte im Mittelpunkt nicht die Zahl von 1.673 Jahren stehen, sondern das Opfer. Das betroffene Mädchen braucht Schutz, professionelle Hilfe und die Chance, ein Leben jenseits dieses Verbrechens aufzubauen. Das Urteil setzt zugleich ein deutliches Zeichen: Schwere Straftaten gegen Kinder werden in Thailand hart verfolgt – auch dann, wenn der Täter aus dem Ausland stammt.
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