21.07.2026
Leben
Offenbar nur mittelbegabter Hellseher von Pattayas Polizei verhaftet
Das hätte er nun wirklich kommen sehen müssen
Aber als Wahrsager von der Polizei überrascht zu werden? Das ist ungefähr so überzeugend wie ein Rettungsschwimmer, der nicht schwimmen kann und nach 3 m absäuft. In Pattaya klickten jetzt die Handschellen für einen 36-jährigen indischen Wahrsager, der Touristen angeblich ihre düstere Zukunft erklärte – seine eigene hatte er dabei offenbar komplett übersehen.
Dabei begann alles ganz vielversprechend. Gemeinsam mit weiteren Landsleuten sprach er Touristen auf der Straße an und eröffnete ihnen mit ernster Miene, dass sie von Pech, schlechtem Karma oder dunklen Energien verfolgt würden. Eine erstaunliche Diagnose. Vor allem, weil sie zufällig jeden traf.
Die Lösung gab es selbstverständlich gleich dazu – gegen eine kleine "Lehrmeistergebühr" von nur 199 Baht. Dafür gab es rote Glücksbänder, heilige Tücher, geheimnisvolle Zahlen und vermutlich auch ein gutes Gefühl.
Wer anschließend immer noch glaubte, das Universum habe es nicht gut mit ihm gemeint, durfte für weitere 1.900 Baht gleich noch eine Premium-Karmawäsche buchen. Schlechte Schwingungen raus, Geld aus der Brieftasche ebenfalls.
Man muss seinen Geschäftssinn bewundern.
Nur mit einer Kleinigkeit hatte der spirituelle Unternehmer offenbar nicht gerechnet. Mit der Touristenpolizei. Nach mehreren Beschwerden beobachteten die Beamten das Treiben und fanden den Mann schließlich ganz bodenständig in einem Café – dort las er Touristen aus der Hand, deutete Gesichter und versprach einen besseren Blick in die Zukunft.
Dann wollten die Polizisten ebenfalls etwas sehen. Nicht seine Kristallkugel. Aber seine Arbeitserlaubnis. Und genau dort endete plötzlich jede spirituelle Eingebung.
Obwohl seine Zukunft in diesem Moment glasklar war. Keine gültige Arbeitserlaubnis. Dafür eine kostenlose Fahrt zur Polizeiwache. Der Mann gestand laut Polizei schließlich, tatsächlich als Wahrsager gearbeitet zu haben.
Immerhin hatten die Touristen im Nachhinein doch noch recht viel Glück. Sie verloren lediglich 200 Baht. Der Wahrsager dagegen verlor gleich seinen Arbeitsplatz. Und das ausgerechnet in einem Beruf, dessen wichtigste Kernkompetenz eigentlich darin bestehen sollte, genau solche Überraschungen vorherzusehen.
Man könnte sagen: Seine Zukunft war plötzlich deutlich klarer als die seiner Kunden.
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