Passagiere weg, Koffer noch da - THAI Air-Chef muss gehen - Reisenews Thailand
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03.10.2026

Verkehr  

Passagiere weg, Koffer noch da - THAI Air-Chef muss gehen

Großreinemachen in Bangkok: Koffer verteilen, Fracht räumen, Chef austauschen

Passagiere weg, Koffer noch da - THAI Air-Chef muss gehen - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Langsam kehrt am Bangkoker Suvarnabhumi Airport wieder so etwas wie Normalität ein. Nach den heftigen Überschwemmungen, Personalausfällen, Flugstreichungen und dem daraus entstandenen Gepäckchaos sind inzwischen zumindest die gestrandeten Passagiere verschwunden. Die Koffer sind allerdings noch nicht alle dort, wo sie hingehören – und inzwischen musste auch der Chef von Thai Airways seinen Platz räumen.

Thailands Verkehrsminister und Vizepremier Phiphat Ratchakitprakarn machte sich am 1. Oktober gemeinsam mit seinem Stellvertreter Siripong Angkasakulkiat persönlich ein Bild von der Lage am Flughafen. Nach Angaben des Ministers war das größte Problem zu diesem Zeitpunkt bereits gelöst: Gegen 1 Uhr morgens am 1. Oktober seien keine Passagiere mehr im Flughafensystem gestrandet gewesen. Damit konnte man sich dem nächsten Problem widmen - einem ziemlich beeindruckenden Berg aus Koffern.

Jetzt müssen die Koffer nach Hause

Nach mehreren Tagen mit erheblichen Problemen bei Bodenabfertigung und Gepäcktransport hatten sich Tausende Gepäckstücke angesammelt. Je nach Zeitpunkt und Quelle wurden unterschiedliche Größenordnungen genannt; Reuters berichtete bereits am 29. September allein bei Thai Airways von rund 5.000 gestrandeten Gepäckstücken.

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Die Behörden und Thai Airways arbeiten nun daran, die verbliebenen Koffer ihren Besitzern zuzustellen. Der Großteil sollte bis zum Abend des 3. Oktober ausgeliefert werden, als endgültiges Ziel für die Räumung wurde der 4. Oktober genannt.

Für Passagiere, die nicht länger auf eine Zustellung warten möchten, gibt es inzwischen außerdem eine praktische Lösung: Thai Airways richtet am Suvarnabhumi Airport ein 24 Stunden geöffnetes Self-Collection Centre ein. Betroffene sollten allerdings vorher online überprüfen, ob ihr Gepäck tatsächlich bereits zur Abholung bereitsteht.

Wenn selbst die Luftwaffe Koffer schleppt

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Wie außergewöhnlich die Situation war, zeigt auch, wer inzwischen beim Aufräumen mithilft. Nicht weniger als 123 Angehörige der Royal Thai Air Force wurden zur Unterstützung eingesetzt. Dazu kamen Personal der Royal Thai Army sowie Hebe- und Transportgeräte. Thai Airways mietete zusätzliche Maschinen und Gabelstapler an, um die Gepäckberge schneller abarbeiten zu können.

Mit anderen Worten: Wenn am größten Flughafen des Landes irgendwann Soldaten und Luftwaffe anrücken müssen, damit Herr Müller seine Badehose und Frau Schmidt ihren Koffer wiederbekommt, war die vorherige Situation vermutlich nicht ganz optimal. 😏 Auch Airports of Thailand (AOT) stellte zusätzliche Lagerflächen bereit, auf denen Gepäck und Fracht sortiert werden können.

Auch die Fracht stapelte sich

Denn nicht nur Passagierkoffer waren liegen geblieben. Während neue Importe und Exporte inzwischen wieder weitgehend normal abgefertigt werden, wartet noch immer ein Rückstau aus den Tagen vom 26. bis 30. September auf seine vollständige Bearbeitung.

Die Verantwortlichen rechnen damit, diesen alten Frachtberg innerhalb weniger Tage abzubauen. Neue Waren können wieder angenommen, verladen und ausgeliefert werden. Damit arbeitet sich Suvarnabhumi langsam aus einem Chaos heraus, das durch die schweren Überschwemmungen rund um Bangkok und die daraus resultierenden Personalprobleme erheblich verschärft worden war.

Thai Airways will wieder vollständig fliegen

Auch beim Flugplan soll möglichst schnell wieder Normalität einkehren. Thai Airways hatte während der Krise Verbindungen reduzieren oder streichen müssen und plante, den regulären Flugbetrieb ab dem 3. Oktober wieder vollständig hochzufahren.

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Ob tatsächlich sofort wieder alles wie gewohnt läuft, sollten Reisende dennoch überprüfen. Nach mehreren Tagen mit Flugänderungen, verspätetem Gepäck und Problemen bei der Bodenabfertigung lässt sich ein derartiger Rückstau schließlich nicht einfach per Lichtschalter ausschalten.

Und während am Flughafen noch aufgeräumt wird, wurde inzwischen auch in der Chefetage aufgeräumt.

THAI-Chef verliert seinen Posten

Der Verwaltungsrat von Thai Airways International hat CEO Chai Eamsiri am 2. Oktober von seinen Aufgaben an der Spitze des Unternehmens entbunden. Seine reguläre Amtszeit wäre eigentlich noch bis Ende Januar 2027 gelaufen.

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Offiziell formuliert Thai Airways die Angelegenheit etwas vorsichtiger: Chai soll während einer Untersuchung der Vorgänge seine CEO-Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. Seinen Sitz als Director des Unternehmens behält er zunächst. Chai selbst beschrieb die Angelegenheit wesentlich deutlicher und erklärte, er sei vom Board abgesetzt worden. Einen konkreten Grund habe man ihm nicht genannt.

Deshalb wäre es zu einfach, seine Ablösung ausschließlich als direkte Folge des Flughafenchaos darzustellen. Chai erklärte zudem, bereits vor der aktuellen Krise Hinweise erhalten zu haben, dass seine Position gefährdet sei.

Das Thai-Airways-Board beschäftigte sich bei seiner Sitzung ausdrücklich mit der Bewältigung der massiven Betriebsstörungen, den Problemen bei Passagierbetreuung, Bodenabfertigung und Gepäck sowie mit Maßnahmen, die eine Wiederholung eines solchen Chaos verhindern sollen.


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Die gute Nachricht für Reisende ist, dass sich die Situation deutlich entspannt hat und keine Tausenden Passagiere mehr am Airport festsitzen. Die weniger schöne Nachricht für alle, deren Koffer noch irgendwo in Bangkok Ferien ohne Besitzer machen: Ganz vorbei ist das Chaos noch nicht.

Und nach einer Woche, in der zeitweise selbst das thailändische Militär beim Gepäck helfen musste, dürfte bei Thai Airways anschließend noch etwas ausführlicher darüber gesprochen werden, wie es überhaupt so weit kommen konnte.

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