17.09.2026
Phuket
Patongs Hochwasserproblem wartet noch auf seine Lösung
Oh Schreck, der Monsun ist da - Entwässerung wird noch geplant & geprüft
Es gibt Naturereignisse, die kommen völlig unerwartet. Erdbeben zum Beispiel. Oder Vulkanausbrüche. Und dann gibt es den Monsun auf Phuket. Der besitzt die geradezu unverschämte Angewohnheit, jedes Jahr ungefähr zur gleichen Jahreszeit wiederzukommen. Trotzdem scheint sein erneutes Auftauchen in Patong gelegentlich etwas von einer Überraschungsparty zu haben.
Während für Phuket wieder kräftige Regenfälle angekündigt sind, suchen die Behörden in Patong nämlich weiterhin nach einer dauerhaften Lösung für einen bekannten Engpass im Entwässerungssystem. Phuket-Gouverneur Chotinarin Kerdsom inspizierte am 15. September die problematische Verbindung unter der Phra Metta Road vor dem Marina Hotel. Dort treffen zwei unterschiedliche Entwässerungssysteme aufeinander – offenbar nicht gerade in hydraulischer Harmonie.
Großes Rohr trifft kleines Loch
Und hier wird es interessant. Unter der Straße verlaufen zwei Betonkanäle mit jeweils 1,8 × 2,4 Metern. Diese treffen auf kleinere Kanäle von 1,8 × 2,1 Metern. Verbunden wurden die Systeme irgendwann dadurch, dass man eine Öffnung in den Beton schnitt.Dummerweise ist diese Öffnung kleiner als die eigentlichen Kanäle. Eine Zwischenkammer, über die man den Bereich vernünftig inspizieren könnte, gibt es ebenfalls nicht. Bei Starkregen kann genau diese Konstruktion den Wasserabfluss behindern und Verstopfungen begünstigen.
Oder einfacher gesagt: Viel Wasser kommt an – aber das Loch, durch das es weiter soll, ist kleiner. Das klingt jetzt nicht unbedingt nach einem Problem, für dessen grundsätzliche Entdeckung man einen Doktortitel in Strömungsmechanik benötigt.
Bekannt ist das Problem nicht erst seit gestern
Besonders charmant: Ganz neu ist die Angelegenheit keineswegs. Bereits nach den heftigen Regenfällen vom 20. Oktober 2025, als mehrere Bereiche Patongs überflutet wurden und besonders die Gegend um den Bang-Wat-Kanal betroffen war, hatte die Stadt genau diese Entwässerungsverbindung untersucht.Nun, fast ein Jahr später, werden erneut das Innere der Kanäle, mögliche Hindernisse sowie Ein- und Ausläufe überprüft. Außerdem sollen technische Zeichnungen und Fotos erstellt werden, damit mögliche Umbauten geplant und deren Kosten berechnet werden können. Der Monsun seinerseits hat offenbar beschlossen, nicht auf die Fertigstellung der technischen Zeichnungen zu warten.
Denn während Behörden noch messen, fotografieren, zeichnen, kalkulieren und Zuständigkeiten koordinieren, besitzt Regen eine ausgesprochen lästige Eigenschaft: Er fällt einfach.
Noch ein Entwässerungs-Schmankerl
Als wäre das alles nicht genug, gibt es noch ein zweites Problem. Arbeiten an Gehwegen haben offenbar den Zugang zu Kontrollschächten des Abwassersystems erschwert. Bei einem Straßenbauprojekt an der Phra Metta Road wurde laut Bericht sogar Beton über einen Abwasserschacht der Stadt Patong gegossen. Der Gouverneur ordnete nun eine dringende Überprüfung an.Man könnte also sagen: Während man an einer Stelle herauszufinden versucht, warum das Wasser nicht ordentlich abfließt, hat man an anderer Stelle vorsichtshalber einen Wartungszugang einbetoniert. Auch eine Form von konsequenter Infrastrukturplanung.
Noch gibt es für den Engpass keine endgültige bauliche Lösung. Die beteiligten Behörden sollen nun Konstruktion und Wasserführung untersuchen, Entwürfe erstellen, Kosten berechnen und entscheiden, welche Arbeiten durchgeführt werden können. Dann dürfte die Planung im Dezember, pünktlich zur Trockenzeit die Planung fertig sein, allerdings eilt der Bau dann nicht, denn erstens ist Hauptsaison und zweitens hat man ja kein Problem. Das wird dann wieder im Sept. 2027 angegangen...
Jedoch, für Patong ist das Thema durchaus ernst. Starkregen kann hier innerhalb kurzer Zeit Straßen überfluten, den Verkehr lahmlegen und Geschäfte sowie Häuser treffen.
Dass man die bekannten Schwachstellen deshalb beseitigen möchte, ist absolut sinnvoll. Nur das Timing besitzt einen gewissen Unterhaltungswert.
Denn Mitte September auf Phuket festzustellen, dass die Entwässerung dringend fit für Starkregen werden sollte, ist ungefähr so, als würde man am 23. Dezember feststellen, dass Weihnachten dieses Jahr überraschenderweise wieder am 24. stattfindet. 😁
Der Monsun jedenfalls dürfte von den noch ausstehenden Planungen tief beeindruckt sein.
Vermutlich regnet er künftig nur noch nach vorheriger Genehmigung durch die zuständigen Behörden.
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