08.09.2026
Cannabis
Phuket geht gegen Cannabis-Shops vor: 35 weitere zu, 112 auf Pause
Immer mehr Cannabis-Shops werden geschlossen- droht jetzt eine Versorgungskrise?
Eine dramatische Versorgungskrise dürfte auf Phuket dadurch allerdings eher nicht unmittelbar bevorstehen.
Denn zum 28. August 2026 waren auf der Insel noch sage und schreibe 1.065 Cannabis-Shops registriert. Zuvor waren es 1.089. Anders ausgedrückt: Selbst nach dem jüngsten behördlichen Großreinemachen besteht wohl noch keine akute Gefahr, auf Phuket kilometerweit laufen zu müssen, bevor einem das nächste grüne Hanfblatt von einer Leuchtreklame entgegenstrahlt.
Von 1.089 auf 1.065 – Phuket dürfte es verkraften
Die neuen Zahlen wurden bei einer Sitzung des gemeinsamen öffentlich-privaten Wirtschaftsausschusses der Provinz vorgestellt, die unter Vorsitz von Phukets Gouverneur Chotinrin Kerdsum stattfand.Dabei wurde deutlich, dass es nicht bei gelegentlichen Ermahnungen geblieben ist. Zusätzlich zu den 35 endgültig entzogenen und 112 ausgesetzten Lizenzen befanden sich zum Zeitpunkt der Erhebung weitere elf Geschäfte in einem Suspendierungsverfahren; 13 weitere hatten entsprechende Bescheide erhalten. Gegen Betreiber, die trotz fehlender oder ausgesetzter Lizenz weiterverkauften, wurden außerdem rechtliche Schritte eingeleitet.
Phukets Cannabis-Landschaft wird also tatsächlich kleiner.
Wobei „kleiner“ bei mehr als tausend Geschäften auf einer einzigen Ferieninsel ein Begriff mit bemerkenswert viel Interpretationsspielraum bleibt.Aus dem Cannabis-Wilden-Westen wird langsam ein geregelter Markt. Hinter den Kontrollen steckt eine grundsätzliche Kehrtwende in Thailands Cannabispolitik. Nach der Entkriminalisierung 2022 schossen die Shops in den touristischen Hochburgen regelrecht aus dem Boden. Gerade Phuket entwickelte sich zu einem der Zentren dieses Booms.
Seit Juni 2025 gelten jedoch erheblich strengere Vorschriften. Cannabisblüten werden als kontrolliertes Kraut behandelt und sollen grundsätzlich medizinischen Zwecken dienen. Für den legalen Erwerb ist eine Verschreibung durch entsprechend zugelassene medizinische Fachkräfte erforderlich; die Abgabe ist auf einen medizinisch notwendigen Vorrat von höchstens 30 Tagen begrenzt. Werbung sowie Online- und Automatenverkauf sind untersagt.
Auch die Geschäfte selbst müssen zahlreiche Bedingungen erfüllen. In Phuket dürfen Cannabisblüten beispielsweise nur aus entsprechend GACP-zertifiziertem Anbau stammen. Rezepte müssen dokumentiert und für Kontrollen aufbewahrt werden. Aus dem früheren Prinzip „Tür auf, Gras rein, Kunde rein“ ist damit ein etwas komplizierteres Geschäftsmodell geworden.
Dass manche Betreiber mit der neuen Ordnung noch ein wenig fremdeln, zeigen die Kontrollen ziemlich eindrucksvoll. Bei 17 Geschäften stellten die Behörden Verstöße fest, weil Cannabis ohne erforderliche Lizenz verkauft wurde oder der Verkauf weiterlief, obwohl die Lizenz bereits ausgesetzt worden war. Weitere 23 Geschäfte sollen gegen Bestimmungen des thailändischen Lebensmittelgesetzes verstoßen haben.
Auch frühere Kontrollen zeigen, wonach die Beamten suchen. In Patong wurden Ende Juli zehn Shops überprüft: Bei acht wurde die Lizenz ausgesetzt, zwei verloren sie komplett. In Rawai traf es Ende August bei nur 13 kontrollierten Betrieben gleich drei mit Lizenzentzug und acht mit einer 90-tägigen Suspendierung.
Beanstandet wurden unter anderem unerlaubtes Rauchen in den Geschäften und wiederholte Werbeverstöße. Bei anderen Kontrollen wurden falsche Berichte oder fehlende vorgeschriebene Unterlagen festgestellt.
Die Botschaft der Behörden ist inzwischen ziemlich eindeutig: Die Zeiten, in denen Regeln rund um Cannabis auf Phuket eher als freundliche Gestaltungsvorschläge verstanden werden konnten, sollen vorbei sein.
🌿 Jetzt gibt es sogar eine offizielle Cannabis-Landkarte
Damit niemand behaupten kann, bei mehr als tausend Geschäften den Überblick verloren zu haben, setzt die Gesundheitsbehörde inzwischen auf digitale Hilfe. Das Department of Thai Traditional and Alternative Medicine betreibt ein GIS-System, über das registrierte Cannabisgeschäfte angezeigt werden können. Die Bevölkerung wird ausdrücklich aufgefordert, Geschäfte zu melden, die dort nicht auftauchen und möglicherweise außerhalb des legalen Systems arbeiten.Das dürfte den Konkurrenzkampf unter den Händlern zusätzlich beleben. Wo früher vielleicht Google Maps bemüht wurde, kann künftig auch ein kurzer Blick auf die Behördenkarte darüber entscheiden, ob der Nachbar tatsächlich eine Lizenz besitzt. Cannabis-Shop trifft Blockwart-App – Digitalisierung kann so vielseitig sein.
Aber reichen 1.065 Cannabis-Shops wirklich für Phuket? 😁
Damit kommen wir zur vielleicht drängendsten Frage dieser ganzen Geschichte. Kann eine Insel mit rund 540.000 registrierten Einwohnern und Millionen Touristen pro Jahr tatsächlich mit nur noch 1.065 Cannabisgeschäften vernünftig funktionieren?Werden Urlauber künftig womöglich 200 oder sogar 300 Meter zurücklegen müssen, bevor der nächste Shop auftaucht?
Müssen in Patong irgendwann Notversorgungsstellen eingerichtet werden? Und sollte Thailand vorsorglich über eine Cannabis-Luftbrücke nach Phuket nachdenken?
Wir wagen eine vorsichtige Prognose:
Phuket wird es schaffen. 😁 Bei mehr als tausend registrierten Shops dürfte die Insel diesen botanischen Engpass aber vermutlich ohne internationale Hilfslieferungen überstehen. 🌿😂
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