18.09.2026
Phuket
Phuket Hotels: Aus Splash Beach wird Rixos Water World
Die Ferieninsel bekommt ein gigantisches Luxus-All-inclusive-Resort
Phuket bekommt ein neues Hotel-Schwergewicht – wobei „neu“ nicht ganz stimmt. Das bekannte Splash Beach Resort am Mai Khao Beach im Norden der Insel soll umfassend umgebaut und Anfang 2028 als Rixos Water World Phuket neu eröffnet werden.
Hinter dem Projekt stehen Ennismore und Central Group Capital. Für Rixos ist es eine Premiere: Das Water World Phuket wird das erste Resort der auf Luxus-All-inclusive spezialisierten Marke in Thailand.
Und klein denkt man dabei offensichtlich nicht, denn geplant sind mehr als 600 Zimmer und Villen, fünf Gastronomiebereiche, umfangreiche Sport- und Wellnessangebote, Kids- und Teens-Clubs, Entertainment und ein großer integrierter Wasserpark. Das bestehende Splash Beach Resort wird dafür umfangreich renoviert und neu positioniert. Ein exakter Eröffnungstag steht bislang noch nicht fest. Offiziell wird Anfang 2028 als Ziel genannt.
Vom Splash Beach zum Luxus-Ferienkosmos
Der Standort ist vielen Phuket-Urlaubern bereits bekannt. Das heutige Splash Beach Resort liegt am langen Mai Khao Beach ganz im Norden Phukets, nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt. Zum Komplex gehört auch der bei Familien beliebte Splash Jungle Water Park.Rixos will daraus nun einen weitgehend eigenständigen Ferienkosmos machen. Neben dem Wasserpark sind ein großer Indoor-Fitnessbereich, Gruppenprogramme, ein sogenanntes Outdoor Jungle Gym, verschiedene Sportplätze sowie umfangreiche Unterhaltungsangebote geplant. Auch für Veranstaltungen soll eine der größten entsprechenden Anlagen Phukets entstehen.
Vor allem Familien dürften damit ziemlich genau die Zielgruppe sein: ankommen, Koffer auspacken – und theoretisch eine Woche später wieder abreisen, ohne das Resort zwischendurch überhaupt verlassen zu müssen. Und genau da wird die Sache für Thailand nachdenkenswert.
All-inclusive in Thailand – wozu eigentlich?
In der Türkei, Ägypten, der Dominikanischen Republik oder auf manchen Karibikinseln gehört All-inclusive seit Jahrzehnten zum touristischen Standard. Thailand funktionierte traditionell anders.Hier besteht ein erheblicher Teil des Urlaubserlebnisses gerade darin, das Hotel zu verlassen. Abends zum kleinen Restaurant an der Straße, mittags eine Nudelsuppe für ein paar Baht, zwischendurch zur Massage nebenan, mit dem Songthaew zum Markt oder spontan in die kleine Strandbar. Man könnte auch sagen: Thailand ist von Natur aus bereits irgendwie „all inclusive“ – nur eben ohne Plastikarmband und Hotelbuffet.
Essen ist vergleichsweise günstig, die Auswahl außerhalb der Hotels riesig und gerade die vielen kleinen Restaurants, Bars, Massageläden, Taxifahrer, Touranbieter und Händler machen einen erheblichen Teil dessen aus, was Thailand für viele Besucher überhaupt interessant macht. Warum sollte man also für sieben Tage Essen, Getränke und Unterhaltung im Voraus bezahlen, wenn vor der Tür eines der spannendsten Urlaubsländer Asiens wartet?
Für Familien kann das Konzept trotzdem attraktiv sein
Gerade Familien mit Kindern schätzen kalkulierbare Urlaubskosten. Wenn Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Getränke, Kinderbetreuung, Wasserpark, Sport und Unterhaltung bereits bezahlt sind, lässt sich das Reisebudget deutlich leichter planen.Rixos verkauft zudem nicht einfach nur drei Buffets und ein paar lokale Getränke als All-inclusive. Die Marke setzt auf ein umfangreiches Resortprogramm mit Gastronomie, Shows, Sport, Wellness sowie Kinder- und Jugendangeboten. Und Mai Khao ist für ein solches Konzept durchaus geschickt gewählt.
Der lange Strand im Norden Phukets ist wunderschön und vergleichsweise ruhig, besitzt aber nicht annähernd die touristische Infrastruktur von Patong, Kata, Karon oder Bang Tao. Wer dort in einem großen Resort wohnt, verbringt ohnehin erheblich mehr Zeit in seiner Hotelanlage.
Dennoch hat der neue Trend eine Kehrseite
Je vollständiger ein Resort seine Gäste mit Essen, Getränken, Unterhaltung, Sport, Kinderbetreuung, Wellness und Ausflugsangeboten versorgt, desto weniger Anlass besteht, außerhalb Geld auszugeben.Das bedeutet nicht automatisch, dass mit jedem neuen All-inclusive-Hotel das Restaurant nebenan schließen muss. Wie stark sich solche Anlagen auf lokale Unternehmen auswirken, hängt von Standort, Gästeverhalten und dem konkreten Angebot ab. Aber das Prinzip ist ziemlich offensichtlich:
Jeder Baht, den ein Urlauber bereits im Hotelpaket bezahlt hat, muss draußen erst einmal ein zweites Mal ausgegeben werden. Warum abends noch in ein familiengeführtes Thai-Restaurant gehen, wenn das Abendessen bereits bezahlt ist? Warum die kleine Strandbar besuchen, wenn Cocktails im Hotelpreis stecken? Warum den lokalen Anbieter für eine Aktivität buchen, wenn das Resort selbst ein umfangreiches Programm anbietet?
Ausgerechnet Thailand hat über Jahrzehnte von einem Tourismusmodell profitiert, bei dem sich die Urlaubsausgaben auf unzählige kleine Betriebe verteilen. All-inclusive dreht dieses Prinzip zumindest teilweise um: Ein größerer Anteil des Urlaubsbudgets landet bereits vor Reisebeginn beim Hotel beziehungsweise beim Reiseveranstalter.
Und Rixos ist kein Einzelfall
Genau deshalb ist das Projekt interessanter als nur die Nachricht über ein weiteres großes Hotel. Branchenbeobachter sehen derzeit tatsächlich einen wachsenden All-inclusive-Trend auf Thailands Ferieninseln. Neben Rixos entstehen beziehungsweise planen internationale Hotelgruppen weitere Anlagen mit ähnlichen Konzepten.C9 Hotelworks spricht bereits von einer Veränderung des thailändischen Resortmarktes. Während Phuket und Koh Samui lange überwiegend auf Übernachtung beziehungsweise Frühstück setzten und Gäste Essen, Aktivitäten und Unterhaltung separat kauften, entstehen nun zunehmend Resorts, bei denen möglichst viel bereits in einem Gesamtpreis steckt. Das Rixos Water World ist damit Teil eines größeren Wandels.
Und gleichzeitig wächst Phukets Hotelangebot ohnehin weiter. Nach Angaben von Cushman & Wakefield befanden sich zuletzt rund 3.440 zusätzliche Zimmer im Luxus- und gehobenen Segment im Bau, die zwischen 2026 und 2028 auf den Markt kommen sollen. Das entspricht rund sieben Prozent zusätzlichem Angebot – obwohl Auslastung und Zimmererlöse im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr zurückgingen.
Es wird also nicht nur luxuriöser und größer gebaut. Der Wettbewerb darum, möglichst viel vom Urlaubsbudget direkt im eigenen Resort zu behalten, dürfte ebenfalls härter werden.
All inclusive Thailand – oder Urlaub im goldenen Käfig?
Das Rixos Water World Phuket dürfte zweifellos spektakulär werden. Mehr als 600 Zimmer und Villen, riesiger Wasserpark, Sport, Wellness, Kinderprogramme, Restaurants und Unterhaltung direkt am Mai Khao Beach – für Familien, die genau diese Art Urlaub suchen, klingt das ziemlich verlockend. Nur stellt sich bei Thailand eben eine etwas andere Frage als in vielen klassischen All-inclusive-Destinationen:Fliegt man wirklich 9.000 Kilometer nach Thailand, um anschließend möglichst wenig von Thailand zu sehen? Natürlich darf jeder seinen Urlaub verbringen, wie er möchte. Und mit Kindern kann ein großer Wasserpark durchaus überzeugender sein als der dritte Tempel des Tages.
Für Thailand wäre es allerdings schade, wenn aus dem bisherigen Miteinander von Resorts, kleinen Restaurants, Garküchen, Bars, Massageshops und lokalen Dienstleistern zunehmend abgeschlossene Urlaubswelten würden, in denen möglichst jeder Urlaubs-Baht innerhalb der Hotelmauern bleibt.
Vielleicht sollte das beste All-inclusive-Angebot auf Phuket deshalb auch 2028 noch so aussehen: Zimmer buchen, frühstücken – und danach rausgehen. Denn das vermutlich größte „Water World“ und ganz sicher das abwechslungsreichste Unterhaltungsprogramm befindet sich ohnehin außerhalb des Resorts. Es heißt Thailand.
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