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19.04.2025

Wirtschaft  

Phuket - Milliardenumsätze aber klamme Kassen

Thailands Tropenparadies ruft nach Hilfe

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Tropensonne, türkisblaues Meer, 14 Millionen Touristen und ein Umsatz von knapp 500 Milliarden Baht (ca. 14 Milliarden EUR) im Jahr 2024 – auf dem Papier ist Phuket Thailands glänzendes Tourismusjuwel. Doch hinter der glitzernden Fassade aus Fünf-Sterne-Stränden und Instagram-Hotspots brodelt es gewaltig: Verkehrsinfarkt, Wassermangel, Müllberge und verrottende Infrastruktur machen der Insel das Leben schwer. Während das Geld in Strömen hereinkommt, versiegt die staatliche Unterstützung. Der Gouverneur ruft: Bangkok, wir haben ein Problem.

Milliarden verdient, aber kein Geld für Lampen und Leitungen?
497,5 Milliarden Baht hat Phuket im letzten Jahr durch Tourismus eingenommen – ein wirtschaftlicher Volltreffer. Doch laut Gouverneur Sophon Suwannarat spiegelt sich dieser Geldregen in keiner Weise im staatlichen Budget wider. Im Gegenteil: Während Touristen aus aller Welt täglich einfallen, stöhnt die Insel unter altbekannten Problemen, die jedes Jahr schlimmer werden.

„Wir kämpfen mit Dauerstau, Wasserknappheit in der Trockenzeit, Überschwemmungen in der Regenzeit, dunklen Straßen in Touristengebieten und wachsender Müllproblematik. Aber vom Staat kommt kaum etwas,“ erklärt Sophon, der langsam die Geduld verliert.

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Notprojekte für eine Insel am Limit
Die Provinzverwaltung hat deshalb 14 dringliche Infrastrukturprojekte im Gesamtwert von über 1,1 Milliarden Baht vorgeschlagen. Einige davon sind bereits für den Staatshaushalt der Jahre 2025 bis 2027 vorgemerkt. Die Maßnahmen reichen von Hightech-Lösungen bis zu ganz bodenständigen Arbeiten:


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Besonders dramatisch zeigt sich das alljährliche Wasser-Drama in der Trockenzeit. Stand April 2025 waren die Füllstände der drei Hauptstauseen bereits auf 39 % gesunken – ausreichend für gerade einmal 45 Tage. Zwar versichert der Gouverneur, dass man über Notfallpläne und Reserven verfüge, doch jeder weiß: Eine funktionierende Grundversorgung sollte nicht auf Glück und Wolkenbruch basieren.

Neben den Sofortmaßnahmen plant Phuket auch langfristig. Ganz oben auf der Wunschliste:


All diese Vorhaben kosten viel – und stehen oder fallen mit der Finanzierung durch die Zentralregierung. Daher hat Gouverneur Sophon kürzlich höchstpersönlich bei Premierministerin Paetongtarn Shinawatra interveniert. Dringlichkeit: hoch. Hoffnung: ungewiss.

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Phuket will mehr als Geld – es will Macht
Doch es geht nicht nur um Baht und Beton. Phuket strebt auch eine strukturelle Aufwertung an: Die Insel will denselben politischen Sonderstatus wie Bangkok und Pattaya – also mehr Autonomie bei Stadtplanung, Verkehrssteuerung und Tourismusmanagement. Ein entsprechender Gesetzesentwurf („Phuket City Administration Act“) ist bereits in Arbeit, nachdem im Januar ein offizieller Antrag gestellt wurde.
Ein hochrangiger Beamter bringt es auf den Punkt:
„Wir sind ein globales Reiseziel – aber mit einem Verwaltungssystem aus dem letzten Jahrhundert.“

Phuket steht exemplarisch für ein zentrales Dilemma in Thailands Tourismusstrategie: Der Staat kassiert mit, aber investiert nicht zurück. Die Folge: Eine Insel, die wirtschaftlich boomt, verwaltungstechnisch aber im Stau steht – ganz wörtlich.

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