22.09.2025
Umwelt
Phuket setzt auf Windkraft
Neue Wind-Turbinen und Ökotourismus-Zentrum am Kap Phromthep
Von der Versuchsstation zum Aushängeschild
Phromthep hat eine lange Geschichte in der thailändischen Energiewende. Bereits 1983 errichtete EGAT hier erste Prototypen von Windturbinen, die den Grundstein für die Nutzung der Windenergie im Land legten. 1990 gelang es erstmals, Strom aus Windkraft in das öffentliche Netz einzuspeisen, 1996 folgte mit einer 150 kW-Anlage die bis dahin größte Turbine des Landes.EGAT beschreibt diesen Weg als eine „Reise des Windes“: Aus einer unsichtbaren, kühlenden Brise wurde durch menschliche Kreativität eine saubere, unerschöpfliche Energiequelle. Wind sei ein Geschenk der Natur, das – richtig genutzt – als grüne Energie zum Fundament einer nachhaltigen Zukunft werde.
Geplante Erweiterungen
Das neue Projekt sieht vor, zwei Windturbinen mit mindestens je 1 Megawatt Leistung zu installieren. Parallel soll die Anlage als Schulungszentrum für EGAT-Mitarbeiter dienen und gleichzeitig Besuchern offenstehen. Vorgesehen sind Ausstellungsflächen, Lernstationen, Aussichtspunkte und Freizeitangebote, die sowohl der lokalen Bevölkerung als auch Touristen zugutekommen sollen.EGAT will damit nicht nur mehr erneuerbare Energie erzeugen, sondern den Standort zu einem touristischen Wahrzeichen machen, das Bildung, Freizeit und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.
Die Nutzung der Windkraft hat in Thailand eine über 40-jährige Tradition. Nach den frühen Experimenten auf Phuket folgten in den 1990er-Jahren weitere Pilotanlagen, bevor 2009 das große Windkraftwerk in Lam Takhong (Nakhon Ratchasima) gebaut wurde. Dort stehen heute 14 Turbinen mit einer Leistung von bis zu 2 MW pro Anlage.
Doch die Windkraft birgt auch Herausforderungen: Da der Wind nicht konstant weht, ist die Stromproduktion schwankend. EGAT arbeitet deshalb an innovativen Lösungen wie dem „Wind Hydrogen Hybrid System“. Dabei wird überschüssige Windenergie in Form von Wasserstoff gespeichert und bei Bedarf über Brennstoffzellen wieder in Strom umgewandelt. In Lam Takhong läuft dieses System bereits als Pilotprojekt – ein Beispiel dafür, wie traditionelle Windkraft mit moderner Speichertechnologie kombiniert werden kann, um eine verlässliche Energieversorgung sicherzustellen.
Lokale Bedenken und nächste Schritte
Bürgermeister Thames Kraitat betonte, dass bei allen Planungen die öffentliche Nutzung des Landes berücksichtigt werden müsse. Das Areal ist als NorSorLor-Fläche klassifiziert, also staatliches Gemeindeland, und darf nur unter strengen Auflagen umgewidmet werden. Die Gemeinde Rawai im Süden Phukets soll dabei eine Schlüsselrolle übernehmen, um den langfristigen Nutzen für die Bevölkerung sicherzustellen.EGAT hat zugesichert, sämtliche Projektkosten zu übernehmen, sobald die Genehmigung vorliegt. Konkrete Zahlen zu Budget oder Flächengröße wurden bisher jedoch nicht genannt. Derzeit befindet sich das Vorhaben noch in der Entwurfs- und Prüfungsphase. Vorgesehen sind eine Umweltverträglichkeitsprüfung (EIA) sowie eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse.
Symbol für die Energiewende
Das Projekt am Kap Phromthep ist mehr als nur ein weiterer Schritt in der Energieproduktion. Es soll zeigen, dass erneuerbare Energien, Bildung, Tourismus und Gemeindeentwicklung miteinander verbunden werden können.Oder, wie EGAT es beschreibt: „Der Wind, der uns früher nur Kühlung brachte, ist heute ein Motor der sauberen Energiewende. Er trägt dazu bei, dass Thailand seine Klimaziele erreicht und gleichzeitig die Menschen für eine nachhaltige Zukunft begeistert.“
Das geplante Projekt hat das Potenzial, Kap Phromthep eine neue Dimension zu verleihen: als Verbindung von erneuerbarer Energie, Umweltbildung, Gemeindeentwicklung und Tourismus. Sollte die Genehmigung erteilt werden, könnte sich der berühmte Aussichtspunkt im Süden Phukets künftig nicht nur als Fotomotiv für Sonnenuntergänge, sondern auch als Symbol für Thailands Energiewende etablieren.
Quellen: EGAT, Phuket News
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