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21.10.2025

Phuket  

Phuket soll zur Smart Mobility City werden - mal wieder

130 Milliarden Baht für alte Visionen in neuer Verpackung

Vizepremier Phiphat - früher Tourismusminister

Phuket, die glänzende Perle der Andamanensee, soll nach dem Willen der thailändischen Regierung in den nächsten Jahren in eine „Smart Mobility City“ und ein Weltklasse-Logistikzentrum verwandelt werden – zumindest, wenn man den jüngsten Ankündigungen von Transportminister und Vizepremier Phiphat Ratchakitprakarn glauben darf.

Bei einem groß angelegten Workshop am 20. Oktober am Phuket International Airport präsentierte Phiphat nicht weniger als neun Infrastrukturprojekte mit einem Gesamtvolumen von über 130 Milliarden Baht (rund 3,3 Milliarden Euro), die – so der Minister – „das Gesicht Phukets bis 2030 verändern“ sollen.

🚄 Der Plan: Tunnel, Expressways, Züge und ein Kreuzfahrthafen

Die Liste liest sich wie ein Wunschzettel für ein futuristisches Thailand:


Phiphat versprach, dass diese Projekte Phuket „in eine Modellregion für nachhaltige, smarte Mobilität“ verwandeln werden.

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Was in der Pressekonferenz klang wie der Aufbruch in eine neue Ära, ist bei näherem Hinsehen allerdings ein Déjà-vu der Sonderklasse. Fast alle genannten Projekte geistern seit Jahren durch die politischen Ankündigungen.

➡ Der Kathu–Patong-Tunnel? Wurde schon 2017 als „baldiger Gamechanger“ vorgestellt.
➡ Der Flughafen-Zug? Damals noch als „Light Rail“ unter dem Verkehrsminister Arkhom diskutiert.
➡ Der Expressway? War bereits 2019 Teil des sogenannten Phuket Transport Masterplans.

Kurz gesagt: Alles schon mal gehört, alles schon mal angekündigt – nur leider nie gebaut.


💬 Phiphat’s Versprechen – und die thailändische Halbwertszeit

Phuket soll zur Smart Mobility City werden - mal wieder - 130 Milliarden Baht für alte Visionen in neuer Verpackung Symbolfoto 1
Phiphat selbst ist kein Unbekannter auf der Insel. Schon in seiner Zeit als Tourismusminister tauchte er regelmäßig in Phuket auf, damals mit großen Ideen über nachhaltigen Tourismus, Luxus-Cluster und die Modernisierung des Verkehrs. Jetzt, als Verkehrsminister, ist das Vokabular nur etwas technokratischer geworden – die Vision bleibt dieselbe: Phuket soll glänzen.

Das Problem: In Thailand ist die Halbwertszeit von Regierungen meist kürzer als die Planungsdauer eines Tunnels. Regierungen wechseln, Prioritäten verschieben sich – und mit ihnen verschwinden auch die Budgets. Kaum ein Großprojekt auf Phuket hat je den Sprung vom Konzeptpapier zur Baustelle geschafft, bevor die nächste Regierung wieder alles „überprüfen“ wollte.

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Während Phiphat in luftigen Visionen von Hochgeschwindigkeitszügen und Smart-Hubs schwelgte, ordnete er gleichzeitig an, härter gegen illegale „Black Plate Taxis“ vorzugehen – ein Thema, das für viele Einheimische tatsächlich unmittelbarer relevant ist als futuristische Schnellzüge. Er kündigte außerdem an, Taxi-Apps stärker zu regulieren und sicherzustellen, dass alle Plattformen „transparent und gesetzeskonform“ arbeiten. Auch das – man ahnt es – ist nicht neu. Genau dieselben Worte fielen schon vor Jahren bei nahezu identischen Presseauftritten anderer Minister.

🏗️ Wenn Ankündigungen zum Nationalsport werden

Natürlich klingen 130 Milliarden Baht beeindruckend. Aber wer Phuket kennt, weiß: Zwischen Ankündigung und Umsetzung klafft oft ein tropischer Ozean. In den letzten 20 Jahren wurde auf der Insel mehr geplant als gebaut – von Schnellstraßen bis Monorails, von Wasserstoffbussen bis Seilbahnen nach Patong.

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Phuket bleibt die Insel der großen Pläne und kleinen Fortschritte. Minister Phiphat hat mit seinen Ankündigungen zwar Schlagzeilen produziert, aber kaum Neues gesagt. Die Projekte sind dieselben, die Herausforderungen ebenso – nur die PowerPoint-Folien glänzen jetzt in neuer Auflösung. Bis 2030 mag also vieles passieren. Aber wer die thailändische Politik kennt, weiß: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die nächste, sicherlich nicht lang aus sich warten lassende Regierung wieder ganz andere Visionen hat – und der Tunnel nach Patong wahrscheinlich auch nach nochmals zehn Jahren ein schönes Rendering bleibt.

Kommentar

Aber wir sind ja Optimisten – wir glauben weiterhin an thailändische Wunder. Vielleicht öffnet sich eines Morgens tatsächlich ein Tunnel nach Patong, ein Zug rollt pünktlich durch die Palmen, und die Kreuzfahrtschiffe legen an einem Hafen an, der nicht nur auf dem Papier existiert. Bis dahin üben wir uns in Geduld – und genießen das Schauspiel der Ankündigungen.
Immerhin: Die Hoffnung stirbt zuletzt, und auf Phuket bekanntlich im Stau.
🚦🇹🇭
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