09.11.2025
Phuket
Phuket verschiebt Boat Taxi-Projekt - aber verspricht sanftere Wellen
Stau? Dann aufs Wasser! Phukets Bootstaxi startet (irgendwann) durch
Die Testphase, die ursprünglich schon hätte beginnen sollen, wurde nun auf 15. bis 30. Dezember verschoben. Gouverneur Saransak Srikruanet begründet dies mit „Detailplanung und Sicherheitsprüfungen“. Oder, in Alltagssprache: Es ist noch nicht alles fertig, aber wir arbeiten dran, versprochen.
Von Nai Yang bis Patong – die erste Strecke
Die Bootstaxis sollen zunächst entlang der Westküste fahren – von Nai Yang Beach, gleich beim internationalen Flughafen, bis nach Patong Beach, dem Epizentrum der Sonnencreme-Party-Cocktail-Zone. Langfristig sind 14 Haltepunkte geplant. Also eine Art: „Phuket Beach-Hopping für Fortgeschrittene“ – inklusive Stopps in Bang Tao, Kamala, Karon, Kata und Nai Harn.Künftig sollen vielleicht schwimmende Pontons an den Stränden das Ein- und Aussteigen erleichtern. Man arbeitet außerdem an den Lizenzregeln für die Boote, um sicherzustellen, dass nicht plötzlich jedes Longtail-Boot mit Muschel-Deko zum Linienverkehr erklärt wird.
Gouverneur Saransak formuliert das Ziel diplomatisch: „Wenn wir Besucher nicht bequem transportieren können, kommen sie irgendwann nicht wieder.“ Kurz gesagt: Wer zwei Stunden im Stau von Kamala nach Patong gestanden hat, bucht beim nächsten Mal vielleicht Bali.
Da Straßenausbauten und neue Expressrouten jedoch noch Jahre dauern, wird das Meer zur Ausweichspur. Und diese könnte – bei Erfolg – die tägliche Rush-Hour entlang der Küste tatsächlich um ein paar Fahrzeuge verringern. Eine Fahrt soll rund 40 Minuten dauern, etwa 31 Kilometer über Wasser – mit Aussichtsgarantie.
Während der Testphase wird eine Allianz aus Stadtentwicklern, einer Hochschule und der Digital Economy Promotion Agency das Projekt überwachen. Klingt akademisch – bleibt aber Strand. Daten werden gesammelt, Risiken bewertet, Erfahrungen festgehalten.
Und wenn das Boat Taxi mehr Probleme schafft als löst? Dann, so der Gouverneur, sei man „bereit, das Projekt einzustellen“. Kurz gesagt: Man probiert’s – aber nicht um jeden Preis und denkt schon mal über das Canceln des noch nicht gestarteten Dienstes nach.
Kommentar – leicht salzig, wie Meerwasser
Große Idee, sympathischer Ansatz, tropischer Optimismus – aber ob das wirklich Wunder wirkt? Die Kapazität reicht vermutlich kaum, um Phukets Verkehrschaos ernsthaft zu entlasten. Das Ganze wirkt eher wie ein Tropfen Kokosöl auf einen Motor, der kurz vor dem Überhitzen ist.Auch das Ein- und Aussteigen mit Koffern direkt im Sand dürfte zur täglichen Live-Komödie werden. Wer schon einmal versucht hat, mit Flip-Flops, Sonnenhut und Duty-Free-Tüte und Reisegepäck elegant aus einem Speed-Boot zu steigen, weiß: Es wird nicht spannend, aber nicht elegant. Und sollte es schwimmende Pontons geben, darf man sich auf Gratis-Unterhaltung freuen, wenn Urlauber synchron versuchen, Wellenbewegungen mit Gepäck auszugleichen und später das Wasser aus ihren Koffern zu kippen.
Und dann ist da noch der Seegang. Sobald Phuket wieder seinen „launischen Ozean-Modus“ einschaltet, könnte aus der schnellen Küstenfahrt eine unfreiwillige Tropic-Simulator-Erfahrung werden. Man hört die Beschwerden schon: „Wir wollten schneller ans Hotel – nicht mit Wassereffekt-Margherita und Spucktüte zurück an Land.“
Kurz: Eine wunderschöne Idee mit ehrlichem Potenzial. Ob sie praktikabel ist? Abwarten. Vielleicht im Trockenen. Aber eins steht fest: Die Aussicht wird fantastisch sein. Zumindest, solange man nicht auf seine eigenen schwankenden Füße schaut.
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