15.07.2025
Phuket
Phukets Big Buddha: Ohmm - ein Erdrutsch wird wegmeditiert
Heiliger Hügel, schiefer Hang: Die wundersame Verantwortungslosigkeit des Betreibers
Heiligtum oder Gelddruckmaschine? 🌄
Für Suporn ist der Big Buddha kein Touristenmagnet, sondern ein Ort spiritueller Einkehr – ganz besonders beliebt bei Besuchern aus Myanmar. „Sie kommen nicht zum Knipsen, sondern zum Meditieren“, beteuert er.Und die Spenden, die dabei in Millionenhöhe jährlich fließen? Nebensache! „Geld? Keine Ahnung. Wir machen das nicht fürs Geld. Das kommt aus dem Herzen.“ – Ein Schelm, wer da an Steuersatz und Offenlegungspflicht denkt. Denn obwohl thailändische Stiftungen ihre Finanzen offenlegen müssen, hat Suporn dazu überraschend wenig Informationen. Oder wie man in Phuket sagt: „Mai ruu krub.“ („Keine Ahnung.“)
Was war da eigentlich mit dem Hangabrutsch? 🛖
Kleiner Rückblick: Am 23. August letzten Jahres rutschte ein Stück des Hügels unter dem Big Buddha nach heftigem Regen ab. 13 Tote, 19 Verletzte, über 50 zerstörte Häuser in Kata. Laut Gutachten begann der Erdrutsch direkt hinter dem Big Buddha, wo – Überraschung! – illegal auf geschütztem Waldland gebaut worden war. Doch Suporn winkt ab: „Wir waren das nicht. Der Regen war’s.“ Daran könne man nichts ändern, schließlich habe man weder die Wolken herbeigerufen noch die Hanglage erfunden.Dumm nur, dass das Royal Forest Department Phuket die Lage ganz anders einschätzte. Denn ausgerechnet dort, wo der tödliche Erdrutsch seinen Anfang nahm – am Hang hinter dem Big Buddha – war zuvor geschützter Wald illegal gerodet und bebaut worden. Und zwar von genau jener Stiftung, deren Präsident Suporn ist. Die Konsequenz: Es wurde Anzeige erstattet, über fünf Rai unrechtmäßig genutztes Land wurden beschlagnahmt und gegen Suporn selbst leitete die Polizei Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. ⇒ Big Buddha Phuket: Schließung nach tödlichem Erdrutsch
Fall erledigt – oder doch nicht? 🚔
Jetzt aber verkündet Suporn fröhlich: „Fall abgeschlossen. Alles geklärt mit der Forstbehörde.“ Die Polizei habe die Ermittlungen eingestellt, die Staatsanwaltschaft winkt ab, die Natur sei schuld – das sagen jedenfalls die Geologen. Ein „rotes Risikogebiet“, steil, feucht, unberechenbar. Klingt wie das Drehbuch zu einer schlechten Soap.Doch dann betritt Sorasak Rananan, Direktor des Forstamts Phuket, die Bühne und sagt trocken: „Der Fall ist keineswegs abgeschlossen.“ Laut ihm hat die Foundation inzwischen nicht einmal mehr das Recht, die Anlage zu betreiben. Die Aufsicht habe inzwischen die Nationale Behörde für Buddhistische Angelegenheiten übernommen. Dort allerdings will auch niemand Auskunft geben – weder über den Betrieb, noch über Geldflüsse.
Die Phuket Bar Association hat das Thema nicht losgelassen. Präsidentin Rungnapa Phutkaew sagt klipp und klar: „Zivil- und Strafverfahren gegen die Stiftung laufen weiter.“Man habe zivilrechtliche Klage beim Gericht eingereicht und die Ombudsstelle um eine Prüfung der Finanzen gebeten. Antwort? Keine. Transparenz? Auch keine.
Die Bevölkerung sei inzwischen frustriert, müde, abgebrannt – wortwörtlich. Viele Betroffene glauben nicht mehr an Gerechtigkeit. Doch Rungnapa will nicht aufgeben: „Wir kämpfen weiter. Die Justiz ist noch nicht am Ende.“
Wenn der Buddha schweigt, spricht das Geld – oder eben nicht. 🧘
Der Big Buddha steht weiter still und schweigt – vielleicht aus Verzweiflung, vielleicht aus Scham. Während die einen meditieren, andere Millionen spenden und wieder andere durch Erdrutsche Angehörige verlieren, wird munter geleugnet, beschwichtigt und gedeckelt.Und mitten in all dem sitzt ein Mann, der einfach behauptet, alles sei geklärt, obwohl das keiner außer ihm zu glauben scheint. Aber vielleicht ist das ja die wahre Erleuchtung: Ein Fall ist dann abgeschlossen, wenn man ihn für abgeschlossen erklärt. Ohmmm.
Diese Seite verwendet
Stock images by Depositphotos
Stock images by Depositphotos
Mehr zum Thema Phuket
⇒Stomkabel-Chaos am Patong kommt unter die Erde 24.11.2025
224-Millionen-Baht-Projekt lässt Phukets Kabelsalat verschwinden
⇒300 Jet-Ski-Permits aus dem Nichts - Phukets magische Behörden 19.11.2025
Phukets Gouverneur geht und zum Abschied sind Jet-Skis legal
⇒Mutmaßlicher GRU-Hacker mithilfe von FBI in Thailand gefasst 15.11.2025
Thailand nimmt weltbekannten russischen Cyberkriminellen fest
⇒Phuket verschiebt Boat Taxi-Projekt - aber verspricht sanftere Wellen 09.11.2025
Stau? Dann aufs Wasser! Phukets Bootstaxi startet (irgendwann) durch
⇒Wieder zwei Tote und ein Vermisster an Phukets Stränden 04.11.2025
Zwei Badeunfälle in zwei Tagen wegen missachteter roter Flaggen
⇒Deutscher findet neuseeländische Begleiterin leblos im Bett 29.10.2025
Drama auf Phuket: Touristin stirbt nach wilder Nacht in Kata Beach
⇒Phuket soll zur Smart Mobility City werden - mal wieder 21.10.2025
130 Milliarden Baht für alte Visionen in neuer Verpackung
⇒Phukets Tourismus-Boom - volle Kassen und trockene Leitungen 19.10.2025
Warum Phukets andauernde Wasserkrise längst kein Zufall mehr ist
⇒Würfelquallen-Alarm auf Phuket - Touristen an Patong verätzt 17.10.2025
Tödliche Tentakeln im Paradies - unachtsame Badegäste in der Klinik
⇒Das Renaissance Phuket erfindet sich neu 15.10.2025
Zum 15-jährigen - Design trifft Gelassenheit: Frisch, modern, entschleunigt
⇒ Mehr Reisenews Thailand zum Thema Phuket

Jetzt registrieren





