26.02.2025
Phuket
Russische Kriegsdienstverweigerer fluten Thailand
Phuket wird „Little Moscow“ - Russischer Einfluss wächst rasant!
Nach Berichten der Los Angeles Times hat sich die Zahl der russischen Einreisenden nach Thailand seit 2022 vervierfacht. Allein im Jahr 2024 kamen über eine Million Russen nach Phuket, womit sie die größte ausländische Besuchergruppe der Insel stellen. Viele von ihnen sind nicht nur Touristen, sondern bleiben dauerhaft, angezogen von relativ lockeren Einwanderungsregelungen und günstigen Immobilienpreisen.
Laut Boon Y., Vizepräsident der Phuket Real Estate Association, investieren Russen massiv in den lokalen Immobilienmarkt, was dazu geführt hat, dass die Preise für Eigentumswohnungen seit 2020 teilweise auf das Doppelte gestiegen sind. „Phuket sieht mittlerweile aus wie ein kleines Moskau“, scherzte er.
Wegen Kriegsangst ins Tropenparadies
Ein typisches Beispiel ist Bogdan M. aus St. Petersburg. Er hatte zunächst versucht, in Argentinien Zuflucht zu finden, bevor er sich schließlich für Thailand entschied. „Ich wollte nicht an die Front geschickt werden… Hier kann ich frei leben und mit meinen Freunden online arbeiten“, sagt er. Ähnlich sieht es bei Sergei S. aus Moskau aus. Der 34-Jährige beschreibt Phuket als Ort der Freiheit und Sicherheit, den er in Russland nicht mehr gefunden habe. „Hier kann ich mein Geschäft aufbauen, ohne dass mir der Staat in alles reinredet“, erklärt er.Während die Zuwanderung positive wirtschaftliche Impulse setzt, profitieren längst nicht alle Thailänder von diesem neuen Geldstrom. Immobilienentwickler und Hotelbetreiber reiben sich die Hände, doch viele kleine lokale Unternehmen und Dienstleister geraten unter Druck.Besonders betroffen ist die Transportbranche. Thinakorn J., Präsident der Transportvereinigung in Phuket, beklagt, dass viele Russen eigene Unternehmen gründen und damit lokalen Taxifahrern das Geschäft streitig machen: „Sie bringen so viel Geld mit, aber es landet nicht bei uns. Meine Einnahmen sind um ein Drittel gesunken, weil russische Firmen ihre eigenen Transportdienste betreiben.“
Auch in der Tourismusbranche gibt es wachsenden Unmut. Thailändische Reiseleiter berichten von illegalen russischen Tourguides, die Einheimischen Arbeitsplätze wegnehmen – ein Problem, das bereits in der Vergangenheit mit chinesischen Reisegruppen aufgetreten war. „Wir brauchen Touristen, aber die richtigen“, meint der Präsident der Andaman Tour Guides Association. „Es geht nicht nur ums Geld – es geht darum, dass die Gäste auch unsere Kultur respektieren.“
Überfremdung und Kriminalität
Die thailändische Regierung sieht sich mit einer komplexen Herausforderung konfrontiert. Einerseits bringt der massive Zuzug russischer Staatsbürger dringend benötigte Einnahmen für den Tourismussektor. Andererseits steigen die Spannungen in der lokalen Bevölkerung, da viele Thailänder das Gefühl haben, von den wirtschaftlichen Vorteilen ausgeschlossen zu werden.Zudem gibt es Probleme mit überzogenen Visa-Aufenthalten. Die Behörden berichten von einer steigenden Zahl russischer Staatsbürger, die ihre Visumsgültigkeit überschreiten, was das Vertrauen in das thailändische Migrationssystem belastet. Auch Verbindungen zu kriminellen Aktivitäten und unsozialem Verhalten mehren sich, was den Ruf der Region weiter gefährdet.
Phuket war optimistisch, nach der Corona-Pandemie wieder als internationaler Tourismus-Hotspot durchzustarten. Doch die massive Präsenz russischer Expatriates erinnert einige Thailänder an frühere Probleme mit anderen Nationalitäten, die zu einer kulturellen Homogenisierung und wirtschaftlicher Überfremdung führten.
Während die russische Migration für den Immobilien- und Tourismussektor ein wirtschaftlicher Segen sein mag, birgt sie zugleich gesellschaftlichen Sprengstoff. Wohin sich Phuket entwickelt, wird davon abhängen, wie gut die thailändische Regierung das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Offenheit und Schutz der lokalen Interessen findet. Der Wunsch vieler Einheimischer ist klar: Eine florierende Wirtschaft, aber nicht auf Kosten der eigenen Identität. Wie Thailand diesen Spagat meistert, bleibt abzuwarten.
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