Schwimmende Kleinstadt vor Phuket - USS George H.W. Bush kommt - Reisenews Thailand
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30.09.2026

Schwimmende Kleinstadt vor Phuket - USS George H.W. Bush kommt

Patong stellt Getränke kalt: US-Flugzeugträger kommt, 5.120 Seeleute im Anflug

Schwimmende Kleinstadt vor Phuket - USS George H.W. Bush kommt - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Phuket ist einiges gewohnt. Chartermaschinen spucken täglich Urlauber aus, Kreuzfahrtschiffe bringen ihre Tagesgäste, und in Patong wundert man sich ohnehin über erstaunlich wenig. Vom 5. bis 10. Oktober dürfte es allerdings etwas maritimer werden: Die USS George H.W. Bush (CVN-77) läuft zusammen mit dem Lenkwaffenzerstörer USS Delbert D. Black (DDG-119) Phuket an. An Bord befinden sich zusammen rund 5.120 US-Militärangehörige.

Und die kommen nicht für eine gemeinsame Marineübung, sondern vor allem für etwas, das nach Monaten auf See vermutlich mindestens genauso wichtig erscheint: "R&R – Rest and Recreation". Also Landgang, Erholung und ein paar Tage, in denen der Horizont ausnahmsweise nicht ausschließlich aus Wasser besteht.

Allein die nuklear angetriebene USS George H.W. Bush bringt etwa 4.800 Besatzungsmitglieder mit. Weitere rund 320 Seeleute kommen mit der USS Delbert D. Black. Beide Schiffe sollen am Phuket Deep Sea Port liegen. Die thailändischen Behörden und Vertreter der US-Botschaft bereiten den Besuch bereits gemeinsam vor.

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Die Dimensionen des Flugzeugträgers sind auch für Phuket nicht ganz alltäglich: Die USS George H.W. Bush gehört zur Nimitz-Klasse, ist rund 333 Meter lang und verdrängt voll beladen mehr als 100.000 Tonnen. Auf dem schwimmenden Flugplatz sind normalerweise mehrere Dutzend Flugzeuge und Hubschrauber stationiert. Oder anders formuliert: Das Ding ist länger als drei Fußballfelder, und seine Besatzung entspricht ungefähr der kompletten Bevölkerung einer kleinen deutschen Gemeinde.
Nur mit deutlich mehr F/A-18 Super Hornets auf dem Parkplatz.

Patong darf sich schon einmal warmlaufen

Wo Tausende amerikanische Seeleute nach monatelangem Einsatz sechs Tage Landgang bekommen, dürften sich Restaurants, Hotels, Shoppingcenter, Taxifahrer, Touranbieter und vermutlich auch einige Einrichtungen mit etwas längeren Öffnungszeiten nicht gerade beschweren.

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Auch wenn die USS George H.W. Bush nicht vor Patong ankern wird, sondern am Phuket Deep Sea Port in der Makham Bay an Phukets Südostküste festmachen. Patong dürfte von der Ankunft der rund 5.000 Seeleute trotzdem einiges mitbekommen

Wie lukrativ so ein schwimmender Großkunde sein kann, zeigte erst Anfang September die USS Abraham Lincoln. Rund 4.800 amerikanische Soldaten und Seeleute gingen während ihres fünftägigen Thailand-Aufenthalts rund um Pattaya und Si Racha an Land. Pattayas Bürgermeister schätzte den dadurch ausgelösten Umsatz anschließend auf ungefähr 100 Millionen Baht.
⇒ 5.000 US-Seeleute kommen nach Pattaya - strikte Verbotsliste wartet schon

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Phuket bekommt nun sogar etwas mehr Personal und einen Tag länger Zeit. Eine offizielle Umsatzprognose gibt es für Phuket bislang nicht. Würden die Neuankömmlinge allerdings ähnlich spendabel auftreten wie ihre Kollegen in Pattaya, könnte auch hier ziemlich schnell ein dreistelliger Millionenbetrag in Baht durch Restaurants, Hotels, Geschäfte, Ausflüge und Unterhaltung fließen.

Kurz gesagt: 5.120 frisch landhungrige Seeleute mit Sold auf dem Konto sind vermutlich keine Zielgruppe, vor der Phukets Geschäftsleute schreiend davonlaufen werden.

Polizei und US-Botschaft planen bereits

Ganz dem Zufall überlassen wird der sechstägige Landgang natürlich nicht. Vertreter der US-Botschaft trafen sich bereits mit der Polizei in Patong, um Sicherheitsmaßnahmen, Transporte und die Koordination während des Aufenthalts vorzubereiten. Dafür wurde sogar eine eigene LINE-Gruppe zwischen den beteiligten Stellen eingerichtet. Die amerikanischen Gäste wurden zudem ausdrücklich darauf hingewiesen, sich an die thailändischen Gesetze und Vorschriften zu halten.

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Das klingt zunächst selbstverständlich, bekommt bei mehr als 5.000 gleichzeitig freigelassenen Seeleuten aber durchaus eine gewisse organisatorische Bedeutung. Wie streng die US Navy solche Landgänge inzwischen organisiert, zeigte ebenfalls der Besuch der Abraham Lincoln in Pattaya. Dort waren unter anderem bestimmte Nachtlebenbereiche, Cannabis-Shops, Jet-Skis und einige andere Aktivitäten für die Besatzung tabu.

Ob Phuket eine ähnlich detaillierte Verbotsliste bekommt, ist bislang nicht öffentlich bestätigt.

Von der Krisenregion direkt an den Andamanensee

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Der Kontrast könnte jedenfalls kaum größer sein. Die USS George H.W. Bush kommt nach einem langen Einsatz im Raum des Arabischen Meeres nach Thailand. Noch Ende September operierte der Träger dort im Zusammenhang mit den amerikanischen Militäroperationen rund um Iran.

Nun geht es statt Einsatzbetrieb für einige Tage nach Phuket. Palmen statt Flugdeck, Pad Thai statt Bordkantine und Patong Beach statt Arabischem Meer. Und während die Besatzung vermutlich vor allem eines möchte – runter vom Schiff –, dürfte Phuket hoffen, dass die Amerikaner ähnlich großzügig ihre Dollars verteilen wie ihre Kameraden wenige Wochen zuvor in Pattaya. Für sechs Tage bekommt die Insel damit jedenfalls eine zusätzliche Kleinstadt voller Besucher geliefert. Nur dass deren Hotel zufällig 333 Meter lang ist, zwei Atomreaktoren besitzt und seinen eigenen Flughafen mitgebracht hat.
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