12.08.2026
Phuket
Selfie mit Löwenbaby endet blutig - Löwenhaltung empört Phuket
Tierquälerei! Löwen-Cafés auf Phuket entfachen erneute Debatte
Der Vorfall löste eine Welle der Kritik aus. Viele Menschen warnten eindringlich davor, Löwenbabys oder andere Wildtiere wie Haustiere zu behandeln. Denn auch wenn sie klein und niedlich aussehen, bleiben sie Raubtiere mit scharfen Zähnen, kräftigen Kiefern und völlig natürlichen Instinkten. Spielen, Zahnen oder Erschrecken reicht aus – schon endet das perfekte Urlaubsfoto in der Notaufnahme.
Mindestens genauso fragwürdig ist allerdings das Geschäftsmodell solcher Cafés. Löwenbabys werden dort zu lebenden Requisiten degradiert. Besucher zahlen teilweise mehrere Tausend Baht, um sie auf den Arm zu nehmen, zu streicheln oder für Instagram und TikTok zu posieren.
Für die Tiere bedeutet das häufig stundenlangen Stress durch fremde Menschen, Blitzlicht, Lärm und ständiges Anfassen. Tierschützer kritisieren solche Einrichtungen seit Jahren scharf und werfen ihnen vor, Wildtiere ausschließlich als kommerzielle Kuschelobjekte zu missbrauchen.
Auch aus gesundheitlicher Sicht ist der Vorfall keineswegs harmlos. Nach thailändischen Gesundheitsrichtlinien sollte jede Biss- oder Kratzverletzung, bei der die Haut verletzt wird, als möglicher Tollwutkontakt behandelt werden. Die Empfehlung lautet eindeutig: Wunde sofort gründlich mit Wasser und Seife auswaschen und anschließend umgehend medizinisch versorgen lassen. Denn auch wenn das Risiko gering ist – Tollwut verläuft nach Ausbruch der Symptome nahezu immer tödlich.
In Thailand gab es bereits mehrfach Razzien gegen Löwen-Cafés. Immer wieder wurden Verstöße gegen die Haltungsvorschriften oder illegale Beschäftigung festgestellt. Trotzdem entstehen weiterhin neue Einrichtungen, weil genügend Touristen bereit sind, für ein außergewöhnliches Selfie zu bezahlen.
Vielleicht wäre es langsam an der Zeit, dass mehr Reisende erkennen: Ein Löwenbaby ist weder ein Plüschtier noch ein Freizeitpark-Accessoire. Wer glaubt, ein Raubtier verhalte sich wie ein zahmes Kätzchen, unterschätzt nicht nur das Tier, sondern überschätzt vor allem die eigene Intelligenz. Und genau diese Mischung sorgt immer wieder dafür, dass aus einem vermeintlich süßen Urlaubsfoto plötzlich eine ziemlich schmerzhafte Erinnerung wird.
Kommentar der Red.:
[i]Wer freiwillig Geld dafür bezahlt, ein Löwenbaby wie ein Kuscheltier oder eine Instagram-Requisite zu missbrauchen, sollte sich ernsthaft fragen, was im Kopf schiefläuft. Wildtiere sind keine Selfie-Accessoires, keine Touristenattraktion und ganz sicher kein Spielzeug für gelangweilte Urlauber auf Likes-Jagd. Noch widerlicher ist allerdings das Geschäftsmodell der Betreiber. Solange sich mit gestressten, ständig angefassten Jungtieren Geld verdienen lässt, wird jedes Foto zur Kasse getragen – auf Kosten des Tierwohls. Dass ein Löwenbaby irgendwann zubeißt, ist keine Überraschung, sondern die einzig normale Reaktion eines Raubtiers.Und die Behörden auf Phuket? Die reden seit Jahren von Kontrollen, Genehmigungen und Vorschriften. Gleichzeitig schießen solche Einrichtungen wie Pilze aus dem Boden. Wenn Löwenbabys stundenlang für Bezahlfotos herumgereicht werden, läuft offensichtlich etwas gewaltig schief. Wer so etwas zulässt oder nur halbherzig kontrolliert, macht sich zumindest mitverantwortlich.
Vielleicht hört dieser Irrsinn erst auf, wenn Touristen endlich begreifen, dass jeder bezahlte Besuch dieses Geschäftsmodell finanziert. Kein Kunde – kein Geschäft. So einfach wäre das. Bis dahin wird weiter mit Wildtieren Profit gemacht, während Menschen glauben, ein Raubtier sei ein flauschiges Souvenir mit Herzschlag. Das ist nicht "Tierliebe", sondern egoistischer Sensationstourismus in seiner peinlichsten Form.[/i]
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