13.03.2023
Umwelt
Smog - Same procedure as last year, same procedure as every year
Umweltschutz - nein Danke - Thailändische Regierung opfert ihre Bürger
Luftverschmutzung ist eine der größten Todesursachen in Thailand, mehr als Fettleibigkeit, Rauchen und sogar Covid-19. Sie war im Jahr 2021 für mehr als 50.000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich und verkürzte die durchschnittliche Lebenserwartung um zwei Jahre. Darüber hinaus besteht in der Öffentlichkeit die Sorge, dass die Luftverschmutzung eine der Haupteinnahmequellen des Landes, den Tourismus, in Orten wie Chiang Mai beeinträchtigen wird.
Doch trotz dieser düsteren Statistiken wirken die diesjährige Luftverschmutzungsplage und die halbherzige Reaktion der Regierung wie ein Déjà-vu. In den ersten Monaten eines jeden Jahres steigt die Luftverschmutzung auf ein gefährliches Niveau und Smog bedeckt den Himmel.
Jedes Jahr reagiert die Regierung, indem sie ein Verbot von Waldbränden ausruft - dieses Verbot aber nicht durchsetzt -, die Menschen auffordert, Masken zu tragen und in den Häusern zu bleiben, ein bisschen Wasser versprüht und ihre große Besorgnis über das Problem zum Ausdruck bringt.
Wenn man etwas näher schaut, kann man 3 Hauptursachen ausmachen, die für die extreme Luftsituation verantwortlich sind:
- Verkehr: Die Fahrzeugemissionen sind beängstigend hoch, weil es viele ältere Fahrzeuge mit enormem Schadstoffausstoß gibt und die Zahl der Autos in den letzten Jahren drastisch gestiegen ist. Irgendwelche Massnahmen sind nicht in Sicht.
- Industrie Die Umweltschutzbedingungen für die rund 140.000 umweltbelastenden Fabriken wurden nicht verschärft – im Gegenteil. Industriebetriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern wurden, dank eines Gesetzes auf 2019 von jeglicher Kontrolle ausgenommen.
- LandwirtschaftDie Brandrodungen und das Abbrennen von Unkraut der Landwirtschaft gehen weiter wie bisher, und keine Regierung hat diese Agrarunternehmen jemals zur Rechenschaft gezogen oder sie für das Abbrennen bestraft.
Doch jedes Jahr versäumt es die Regierung, die Ursachen des Problems zu bekämpfen. Premierminister Prayut Chan-o-cha hat drei Gesetzesentwürfe im Zusammenhang mit der Luftverschmutzung gestoppt. Die nicht vorhandenen Maßnahmen der Regierung sind jedoch nicht überraschend, wenn man sich die Wahlprogramme aller großen Parteien für die bevorstehenden Wahlen ansieht.
Keine der Parteien hat der Luftverschmutzung Priorität eingeräumt, weitreichende Reformen gefordert oder die Luftverschmutzung zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Kampagne gemacht. Nachhaltigkeit, Umweltschutz und der gesundheitliche Schutz der Bürger sind keine Themen. Eine „grüne“ Partei, die sich solcher Themen annehmen würde, nicht in Sicht.
Während in Europa oder den USA Nachhaltigkeit und Umweltschutz heute schon fest in den Köpfen der meisten Menschen verankert sind und die Kinder schon in den Schulen lernen, dass Abgase, offene Feuer und Abfälle zu vermeiden sind, tritt man in Thailand seit Jahren auf der Stelle, oder läuft rückwärts. Um den schnöden Mammon einiger weniger Industrieller und Farmer zu Wachstum zu verhelfen, opfert man eben einige zigtausend Menschen und lässt Millionen erkranken.
Es stellt sich die Frage, ob europäische und US-Reiseveranstalter nicht einfach alle Reisen nach Nordthailand aussetzen sollten. Denn auch Sie tragen Verantwortung für Ihre Reisegäste, die Sie einer ernsthaften Gefahr aussetzen. Träume - nein, das wird natürlich nicht passieren, denn auch hier ist die Geldgier grösser als der Menschenverstand.
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