18.10.2025
Umwelt
Sonnencreme: Thailands saftige Strafen für Korallen-Killer
Bis zu 100.000 Baht Strafe für verbotene Sonnenschutzmittel in Nationalparks
Die Maßnahme ist Teil einer groß angelegten Initiative zum Schutz der empfindlichen Unterwasserwelt. Seit Jahren klagen Wissenschaftler über den drastischen Rückgang gesunder Korallenriffe – nicht nur durch die Klimaerwärmung, sondern auch durch Chemikalien, die über Badegäste ins Meer gelangen.
Atthaphol Charoenchansa, Generaldirektor der Nationalparkbehörde, erklärte am 16. Oktober, dass Thailand mit dem Verbot sicherstellen will, dass Tourismus und Naturschutz künftig im Einklang stehen. Die Umweltbehörde habe vier besonders schädliche Inhaltsstoffe in Sonnencremes auf die Schwarze Liste gesetzt:
- Oxybenzon (Benzophenon-3)
- Octinoxat (Ethylhexyl Methoxycinnamat)
- 4-Methylbenzylidene Campher (4-MBC)
- Butylparaben
Diese Substanzen, so Atthaphol, verhindern das Wachstum von Korallenlarven, stören deren Fortpflanzung und fördern Korallenbleiche – ein Prozess, der letztlich zum Absterben ganzer Riffe führt.
Um die empfindlichen Ökosysteme langfristig zu schützen, ruft das DNP alle Touristen auf, nur noch umweltfreundliche Sonnenschutzmittel zu verwenden – solche, die explizit mit „Reef Safe“ oder „Reef Friendly“ gekennzeichnet sind. Diese Produkte enthalten mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid, die Korallen nachweislich nicht schädigen.
🐠 Regeln für das Verhalten im Meer
Doch bei der Sonnencreme hört der Umweltschutz nicht auf. Die Behörde erinnert Besucher auch an weitere Verhaltensregeln, die in allen thailändischen Meeresnationalparks gelten:- Korallen nicht berühren, betreten oder abbrechen
- Mindestens zwei Meter Abstand zu Riffen halten
- Keinen Müll ins Meer werfen
- Den Anweisungen der Parkranger folgen
Verstöße gegen diese Vorschriften gelten als Ordnungswidrigkeit nach Abschnitt 20 in Verbindung mit Abschnitt 47 des Nationalparkgesetzes von 2019 und werden mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Baht geahndet.
Die strikteren Regeln sind eine Reaktion auf den wachsenden Druck, dem Thailands Küsten durch den Massentourismus ausgesetzt sind. Millionen Besucher strömen jährlich an Orte wie die Similan-Inseln, Koh Phi Phi oder Koh Tao, deren Korallenriffe einst zu den schönsten der Welt gehörten. Doch Klimawandel, Verschmutzung und unachtsame Touristen haben ihre Spuren hinterlassen.
Umweltorganisationen begrüßen das Vorgehen der Regierung: Die neuen Maßnahmen seien längst überfällig, da sich chemische Rückstände aus Sonnenschutzmitteln in beliebten Buchten wie Maya Bay oder Ao Nang bereits messbar nachweisen lassen.
Thailands Regierung verfolgt das Ziel, den Tourismus nachhaltiger zu gestalten – nicht als Gegner, sondern als Partner des Naturschutzes. Besucher sollen künftig bewusster reisen, Produkte mit Bedacht wählen und den Ozean als das behandeln, was er ist: ein empfindliches, schützenswertes Lebewesen.
Wer also künftig unter tropischer Sonne badet, sollte den Satz im Kopf behalten, den Atthaphol Charoenchansa bei seiner Pressekonferenz sagte: „Schützen Sie Ihre Haut – aber nicht auf Kosten der Korallen.“
Quellen: Thai PRD, Khaosod Thai
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