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14.01.2026

Start des thailändischen Satelliten THEOS-2A gescheitert

Thailands schwerer Rückschlag im Raumfahrtprogramm

Start des thailändischen Satelliten THEOS-2A gescheitert - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Das sollte ein stolzer Moment für Thailand werden: Ein eigener, hochauflösender Erdbeobachtungssatellit, entwickelt von thailändischen Ingenieuren, gestartet von Indien aus – und gedacht als modernes Werkzeug für Katastrophenschutz, Landwirtschaft und Umweltmonitoring. Doch stattdessen endete der Tag mit einer ernüchternden Meldung: THEOS-2A hat seine geplante Umlaufbahn nicht erreicht.

Der Start, der am Montag um 11:48 Uhr thailändischer Zeit stattfinden sollte, wurde mit der indischen Trägerrakete PSLV-C62 durchgeführt. Abgehoben wurde am Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh – im Rahmen der indischen Mission EOS-N1. Thailand setzte dabei auf die Expertise der indischen Weltraumbehörde ISRO, die international als zuverlässig gilt.

Doch während des Fluges kam es zu einem Problem, das am Ende entscheidend war.

Was ist passiert? ISRO bestätigt „Anomalie“ in der dritten Stufe
Die indische Raumfahrtbehörde ISRO bestätigte nach dem Start, dass eine Anomalie während der Startsequenz festgestellt wurde. Laut ISRO-Chef V. Narayanan verlief die Mission zunächst völlig normal – zumindest bis zum Ende der dritten Stufe.

Video THEOS-2A
Start Video THEOS-2A
Die PSLV-Rakete besteht aus vier Stufen, zwei davon arbeiten mit Feststofftriebwerken, zwei mit Flüssigantrieb. Genau in dem Moment, als der Betrieb der dritten Stufe abgeschlossen wurde, wurde ein Defekt sichtbar: Es kam zu einer leichten Abweichung in der Rollgeschwindigkeit der Rakete. Klingt harmlos – ist es aber nicht. Denn im All zählt Präzision in winzigen Winkeln und Sekundenbruchteilen.

Durch diese Abweichung veränderte sich die Fluglage, die Rakete wich von ihrer vorgesehenen Ausrichtung ab – und genau das kann am Ende bedeuten: Der Satellit bekommt nicht die nötige Geschwindigkeit und den richtigen Winkel, um die geplante Umlaufbahn zu erreichen.

Live-Übertragung plötzlich abgebrochen – dann die ernste Erklärung
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Viele Menschen in Thailand verfolgten den Start live. Gistda, Thailands Agentur für Weltraumtechnologie und Geoinformatikentwicklung, streamte den Countdown und den Start auf Facebook. Doch die Übertragung wurde nach wenigen Minuten unterbrochen – und später mit einer nüchternen Erklärung fortgesetzt: Es sei eine Anomalie festgestellt worden, und der Satellit habe die geplante Bahn offenbar nicht erreicht.

Für ein Land, das gerade dabei ist, sich stärker als Hightech-Nation zu positionieren, war das ein bitterer Moment. Denn solche Missionen haben nicht nur wissenschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung, sie sind auch Symbol für Fortschritt und Eigenständigkeit.

Risiko beim Gruppenstart: Nicht nur Thailand betroffen
Der Start war ein sogenannter Gruppenstart mit geteilter Finanzierung. Neben THEOS-2A befanden sich etwa 15 weitere Sekundärsatelliten an Bord. Das heißt: Diese Anomalie könnte im schlechtesten Fall mehrere Missionen gleichzeitig beeinträchtigt haben.

Gerade solche „Ride-Share“-Starts sind kosteneffizient und beliebt – aber sie haben auch einen Haken: Wenn etwas schiefgeht, betrifft es nicht nur ein Projekt.

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Gistda erklärte nach dem Vorfall, dass Unregelmäßigkeiten in der Raumfahrt grundsätzlich vorkommen können – so sehr man sie vermeiden will. Nun arbeitet das thailändische Ingenieurteam eng mit ISRO zusammen, um die Flugdaten auszuwerten.

Im Raum stehen mehrere Möglichkeiten:
Das schlimmste Szenario wäre, dass THEOS-2A die Umlaufbahn nicht erreicht hat und letztlich in die Erdatmosphäre zurückfällt und verglüht oder abstürzt.

Ein anderes Szenario: Der Satellit könnte zwar grundsätzlich eine Umlaufbahn erreicht haben, aber nicht die vorgesehene Position, die nötig ist, um die Mission voll funktionsfähig durchführen zu können. In solchen Fällen hängt alles davon ab, ob der Satellit noch steuerbar ist, ob er Energieversorgung hat und ob man seine Bahn korrigieren kann – sofern genügend Treibstoff und Kontrolle vorhanden ist.

Warum THEOS-2A so wichtig war: 100 kg, aber riesige Bedeutung
THEOS-2A ist zwar mit rund 100 Kilogramm eher ein kleiner Satellit – doch für Thailand war er ein großer Schritt. Entwickelt wurde er von einem Team aus rund 20 thailändischen Raumfahrtingenieuren, die sowohl Konstruktion als auch Fertigung verantworteten.

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Besonders bemerkenswert: THEOS-2A war der erste thailändische Satellit, der aus Materialien in Industriequalität gebaut wurde. Genau das war politisch gewollt: Die Regierung verfolgt eine Strategie, die eine eigene Space Economy fördern soll – also eine nationale Wertschöpfung rund um Weltraumtechnologien, Materialentwicklung und Hightech-Industrie.

Nicht „nur kaufen und starten lassen“, sondern: selbst entwickeln, selbst lernen, selbst können.

Das „Auge im Weltraum“
Gistda hatte THEOS-2A als „Auge im All“ beschrieben – und das war nicht übertrieben. Der Satellit sollte hochauflösende Daten liefern, um Entscheidungen im Land schneller, genauer und objektiver zu unterstützen. Dazu gehören vor allem:

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Solche Satellitendaten sind kein Spielzeug. Sie werden in vielen Ländern längst genutzt, um Politik „datengetrieben“ zu machen – und Thailand wollte mit THEOS-2A genau diese Fähigkeit stärken.

Wie geht es jetzt weiter?
THEOS-2A war zudem als technologische Basis für zukünftige Projekte gedacht – insbesondere für THEOS-3, den nächsten großen Schritt in Thailands Erdbeobachtungsprogramm. Wenn THEOS-2A verloren ist oder seine Mission nicht erfüllen kann, ist das nicht automatisch das Ende des Programms – aber es ist ein Rückschlag, der Zeit, Geld und Know-how kostet.

Gleichzeitig gilt in der Raumfahrt: Scheitern gehört dazu. Entscheidend ist, ob man daraus lernt und besser zurückkommt.



Der missglückte Start von THEOS-2A ist zweifellos ein Rückschlag für Thailand. Die Mission hatte nicht nur einen praktischen Nutzen, sondern auch eine symbolische Bedeutung für die technologische Entwicklung des Landes.

Doch Raumfahrt ist nie „Plan A und fertig“. Sie ist ein Feld, in dem selbst etablierte Nationen immer wieder Rückschläge erleben. Jetzt wird sich zeigen, wie schnell Thailand und seine Partner die Ursache analysieren, welche Optionen bleiben – und wie konsequent das Land an seiner Vision einer eigenen Raumfahrtkompetenz festhält.

Denn eines ist sicher: Auch wenn THEOS-2A nicht dort gelandet ist, wo er sollte, hat Thailand mit dem Projekt bereits bewiesen, dass es bereit ist, den Sprung ins Hightech-Zeitalter zu wagen – selbst wenn der erste Versuch nicht perfekt läuft.
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